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Kneipp-Vereine betreiben 30 Wassertretanlagen im Werra-Meißner-Kreis

Stand: 22.07.2026, 18:07 Uhr

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An den Wassertretanlagen – hier Niederdünzebach – hat der Kneipp-Verein Erklärungen angebracht.

An den Wassertretanlagen – hier Niederdünzebach – hat der Kneipp-Verein Erklärungen angebracht. © Privat

Die Kneipp-Vereine Eschwege und Witzenhausen betreuen rund 30 Wassertretstellen im Landkreis. An den Anlagen ist ausgeschildert, wie die Wasseranwendungen funktionieren.

Werra-Meißner – Der Sommer hat bereits gezeigt, welche Kraft er entfalten kann. Temperaturen bis zu 40 Grad gab es schon mehrfach in diesem Jahr – und können laut Meteorologen noch einmal wiederkommen. Eine einfache und wirkungsvolle Art, der Hitze zu begegnen, sind die Anwendungen nach der Kneipp‘schen Gesundheitslehre. An rund 30 Wassertretstellen, die von den Kneipp-Vereinen Eschwege und Witzenhausen betreut werden, kann man Erholung von der Hitze finden. Der Kneipp-Verein Eschwege hat Tipps für einen erholsamen Sommer geteilt.

Das sind die Wassertretstellen im Werra-Meißner-Kreis.

Das sind die Wassertretstellen im Landkreis. © Privat

1 Ziegenhagen, Sebastian-Kneipp-Straße

2 Ziegenhagen, Am Bökelberg

3 Witzenhausen, Wartebergstraße

4 Kleinalmerode, Rösebach

5 Roßbach, Ortsrand

6 Dohrenbach, Sommerweg

7 Hundelshausen, Langenbergstraße

8 Ahrenberg, Auf dem Ahrenberg

9 Bad Sooden-Allendorf, Unter der Hardt

10 Bad Sooden-Allendorf, Balzerborn

11 Dudenrode, Am Wickenberg

12 Kleinvach, Hörne Straße

13 Hitzelrode, Dorfgemeinschaftshaus

14 zwischen Grebendorf und Jestädt

15 Hess. Lichtenau, Günsteroderstr.

16 Abterode, Am Rehberg

17 Weidenhausen, ehem. Löschteichplatz

18 Eltmannhausen, Kirschenteich

19 Eschwege, Hospitalbrunnen

20 Niederdünzebach, Freizeitanlage

21 Wanfried, Nähe Schlagd

22 Waldkappel, Sport- und Freizeitzentrum

23 Röhrda, Am Schlagmühlenweg

24 Datterode, Freizeitanlage im Hasselbach

25 Heldra, August-Hermann-Francke-Platz

26 Krauthausen

27 Sontra, Kleingartengelände

Kneipp’sche Elemente

Naturheilkundler und Hydrotherapeut

Sebastian Anton Kneipp (1821 bis 1897) war ein deutscher römisch-katholischer Priester, der als Kaltwassertherapie betreibender Hydrotherapeut und Naturheilkundler bekannt geworden ist. Kneipp selbst litt wohl an Tuberkulose und heilte sich durch das Übergießen mit eiskaltem Donauwasser. Anschließend bildete er sich fort und therapierte erstmals andere Menschen. Dabei stieß er auch auf Kritik und wurde unter anderem wegen Kurpfuscherei verurteilt. Als er sich in Wörishofen niederließ, belebte er hier den Kurbetrieb und veröffentlichte erste Bücher. 1890 gründete sich der erste Kneipp-Verein. Er wurde Ehrenbürger in Wörishofen und vom Papst ausgezeichnet.

Für Sebastian Kneipp war der Sommerbeginn eine Einladung, die Natur bewusst zu erleben und zugleich achtsam mit den eigenen Kräften umzugehen. „Sonne und Wärme können neue Energie schenken, jedoch verlangen sie immer auch nach Ausgleich und Maß“, sagt Marit Burgheim, Vorsitzende des Eschweger Kneipp-Vereins. Gerade in Zeiten zunehmender Hitzeperioden zeige sich, wie aktuell das Zusammenspiel der fünf Kneipp‘schen Elemente sei: Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung helfen dabei, Körper und Geist in Balance zu halten.

Wassertreten

Die Wasserheilkunde nach Sebastian Kneipp differenziert ca. 120 verschiedene Anwendungsformen und -möglichkeiten. Besonders angenehm sind jetzt Wassertreten, Armgüsse und kalte Kniegüsse, die den Kreislauf stabilisieren und an warmen Tagen erfrischend wirken. Auch der Gesichtsguss spielt im Frühsommer eine wichtige Rolle: Er belebt müde Augen, fördert die Durchblutung, wirkt erfrischend bei Hitze und schenkt neue Energie – besonders nach langen Tagen oder Bildschirmarbeit. Viele Menschen empfinden ihn zudem als wohltuend bei Stress oder innerer Unruhe. „Wie genau die richtige Wasseranwendung funktioniert, haben wir an unseren Wassertretstellen ausgeschildert“, sagt Burgheim. Auch bei Kneipp-Anwendungen gilt das Prinzip des richtigen Maßes: Kalte Anwendungen können erfrischen und den Kreislauf anregen, sollten jedoch niemals auf einen überhitzten Körper erfolgen. „Vor jeder Anwendung empfiehlt es sich, zunächst zur Ruhe zu kommen und den Körper langsam abkühlen zu lassen“, heißt es vonseiten des Kneipp-Vereins.

Aktivität

Gerade die langen Tage verführen dazu, ständig aktiv zu sein. Der Sommer lädt ein, die Natur mit allen Sinnen zu erleben und neue Kraft zu schöpfen. Doch Kneipps Lebensordnung erinnert daran, bewusst auf das richtige Maß zwischen Aktivität und Ruhe zu achten. Ausreichender Schlaf, regelmäßige Pausen und kleine Momente der Entspannung sind auch im Sommer wichtig. Ein ruhiger Abendspaziergang, einige Minuten bewusstes Durchatmen oder eine kleine Auszeit im Grünen helfen dabei, innere Balance zu bewahren. Bewegung an der frischen Luft gehört jetzt zu den schönsten Formen der Gesundheitsvorsorge. Spaziergänge im Wald, leichtes Wandern oder Radfahren verbinden körperliche Aktivität mit Naturerlebnis.

Ernährung

„Kneipp empfahl eine einfache und natürliche Ernährung ohne Übermaß – maßvoll, frisch und bewusst genossen“, erklärt Burgheim hierzu. Die Kneipp’sche Ernährung orientiere sich an dem, was die Saison bereithält: frische Salate, Gurken, Erdbeeren, Kräuter, junge Karotten oder Kirschen versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Leichte Speisen entlasten den Organismus an warmen Tagen. Auch ausreichendes Trinken spielt jetzt eine wichtige Rolle. Wasser und ungesüßte Kräutertees helfen im Sommer dabei, den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht zu halten.