Stand: 13.07.2026, 16:44 Uhr
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Voll war das Zelt beim Auftritt der beliebten Partyband Ois Easy. © habDas 68. Karlsfelder Siedlerfest lockte mehr Besucher als im Vorjahr. Festwirt Peter Brandl beobachtet einen Trend: Junge Gäste konsumieren bewusster.
Karlsfeld – Zufrieden blicken die Veranstalter des Karlsfelder Siedlerfests auf die vergangenen zehn Tage, die geprägt waren von Brauchtum, Feierlaune und Geselligkeit. Die Siedlergemeinschaft Karlsfeld Nord zieht eine durchwegs positive Bilanz. „Wir hatten ein schönes, friedliches Fest mit Traumwetter“, berichtet Festreferentin Christa Berger-Stögbauer.
Zu ihren Höhepunkten des 68. Karlsfelder Siedlerfests zählten der traditionelle Festzug mit 1500 Teilnehmern, das beliebte Feuerwerk mit 30.000 Besuchern und der ökumenische Gottesdienst, bei dem heuer zum ersten Mal die vereinten Chöre Karlsfelds auftraten. Nach Angaben der Siedlergemeinschaft Karlsfeld Nord verzeichnete das Siedlerfest heuer „tausende Besucherinnen und Besucher aus Karlsfeld und der Region“ – mehr als im vergangenen Jahr.

Am Karlsfelder Siedlerfestzug am Samstag des ersten Festwochenendes nahm der JTSC Karlsfeld heuer mit 120 Tänzerinnen, Tänzern, Trainerinnen, Betreuern sowie Familien und Unterstützern teil. Von den jüngsten Tänzern bis zu den Erwachsenen waren alle Altersgruppen vertreten und sorgten für ein buntes Bild im Festzug. © JTSCBier zum Sonderpreis auch nächstes Mal
Laut Berger-Stögbauer habe „die abwechslungsreiche Auswahl an Speisen und Fahrgeschäften großen Anklang bei den Besuchern“ gefunden. Das Kettenkarussell in 40 Metern Höhe sei gut angenommen worden. Ältere Menschen hätten Berger-Stögbauer zufolge allerdings das Riesenrad vermisst. Doch das traditionelle Fahrgeschäft wird es kommendes Jahr wieder geben, erklärt die Festreferentin.
Die Jugend konsumiert bewusster als noch vor einigen Jahren.
Die gefragteste Speise war laut Festwirt Peter Brandl auch heuer das Hendl. Wie viele Portionen beim diesjährigen Siedlerfest über die Theke gingen, wollte er allerdings auch dieses Mal nicht beantworten. Ebenso behielt er für sich, wie viele Liter Bier in den vergangenen zehn Tagen geflossen waren. Es war ihm zufolge aber ein bisserl weniger als in den Vorjahren. „Der Trend geht zu alkoholfreien Getränken“, stellt Brandl fest. Was der Festwirt außerdem beobachtete: Auch unter den jungen Festgästen bestellten viele alkoholfrei. „Die Jugend konsumiert bewusster als noch vor einigen Jahren.“
Gut angenommen wurde laut Brandl der heuer erstmalig eingeführte Traditionsabend am Montag mit reduziertem Bierpreis. Die Mass kostete statt 12,20 Euro an diesem Aktionstag nur 7,90 Euro – so viel wie vor 20 Jahren. Auch im nächsten Jahr wollen Brandl und sein Team an diesem Tag einen Sonderpreis in ungefähr dieser Höhe anbieten.
Glück mit dem Wetter
Brandls größte Bedenken galten dem Wetter. „Die Woche zuvor war es furchtbar heiß.“ Brandl befürchtete, dass die Leute bei so hohen Temperaturen dem Festzelt fernblieben. Aber „wir hatten Glück“. Was dem Siedlerfest in Karlsfeld außerdem zugutekäme, sei der Standort direkt am Karlsfelder See. So kombinierten viele Gäste den Besuch im Bierzelt mit einem Badeausflug. Hätten sie das nicht gemacht, so glaubt Brandl, „hätten wir einen gewaltigen Einbruch gehabt“.
Doch selbst die gute Lage direkt am idyllischen Badegewässer nützte am vergangenen Samstag nichts. Die erhoffte Besucherzahl blieb aus. Grund war nicht das Wetter, sondern eine Großveranstaltung in der Nachbarkommune Dachau. Dort fand, wie berichtet, nach siebenjähriger Pause wieder das Dachauer Altstadtfest statt. „Das haben wir gewaltig zu spüren bekommen“, berichtet Festwirt Brandl. Ihm zufolge war das Festzelt am Samstagabend nur zu drei Vierteln gefüllt. Hauptsächlich mit Jugendlichen. Dies sei eine Entwicklung, die Brandl schon seit Jahren beobachte. Was den Wirt und die Siedlergemeinschaft Karlsfeld Nord an der Parallelveranstaltung in Dachau ärgerte: Der Termin war im Voraus nicht abgesprochen. Festreferentin Berger-Stögbauer wünscht sich, dass dies beim nächsten Mal im Vorfeld besser abgeklärt wird.
Friedliche und ruhige Festtage
Wunschlos glücklich zeigten sich Berger-Stögbauer und Brandl hingegen über das Verhalten der diesjährigen Siedlerfestbesucher. „Immer mehr Jugendliche tragen Tracht. Das freut uns sehr“, lobt die Festreferentin. Die Stimmung war den Veranstaltern zufolge ausgelassen und friedlich. Und Festwirt Brandl bemerkt: „Die Gäste waren sehr diszipliniert.“ Zeltverweise habe es heuer keine gegeben.
Auch die Polizei Dachau spricht in ihrem Pressebericht von einem „erfreulich ruhigen und friedlichen“ Siedlerfest. Zu nennenswerten Sicherheitsstörungen sei es nicht gekommen. Gemeldet wurden lediglich zwei Körperverletzungsdelikte sowie ein Geldbeuteldiebstahl. Dachaus Polizeihauptmeister Peter Kronester betont auf Nachfrage: „Das war ein Bilderbuch-Festival.“