Karim Khan: Chefankläger des Strafgerichtshofs abgesetzt
Die Delegierten der insgesamt 125 Mitglieder haben vor dem Hintergrund der Vorwürfe sexueller Übergriffe über seine Entlassung entschieden. Khan wurde entlassen.

Karim Khan: Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes wurde offenbar abgesetzt. Foto: Peter Dejong/AP/dpa
New York. In der Affäre um Missbrauchsvorwürfe ist der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Karim Khan, entlassen worden. Die Vertragsstaaten des Weltstrafgerichts stimmten in New York mehrheitlich für seine Amtsenthebung, hieß es in einer Pressemitteilung der Versammlung. Die Vertragsstaaten attestierten ihm „schweres Fehlverhalten sowie eine schwerwiegende Verletzung seiner Amtspflichten“ begangen zu haben. Die seit zwei Jahren schwelende Affäre hat das Gericht mit Sitz in Den Haag schwer belastet und dessen internationalem Ansehen geschadet.
Khan waren von einer früheren Mitarbeiterin sexuelle Übergriffe vorgeworfen worden. Der britische Jurist weist alle Anschuldigungen entschieden zurück. Bekannt geworden waren die Vorwürfe bereits 2024. Im Juni dieses Jahres war Khan dann wegen des Verdachts suspendiert worden. In einem Interview des Senders CNN wiederholte die Frau zuletzt die Anschuldigungen.
Khan war seit 2021 Chefankläger und hatte unter anderem einen Haftbefehl gegen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wegen mutmaßlicher Verbrechen im Gaza-Krieg beantragt. Das Ausscheiden Khans dürfte keine Auswirkungen auf diesen Haftbefehl haben.
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