Sebastian Borger
Kann Andy Burnham Premierminister? Großbritannien sehnt sich nach Stabilität
Seit dem Brexit-Votum vor zehn Jahren bewohnten vor allem Inkompetente den Regierungssitz in der Downing Street 10. Wird es Vollblutpolitiker Burnham endlich besser machen?
Kommentar
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Sebastian Borger
aus London
Wird Andy Burnham fit genug sein für das Amt in der Downing Street 10?
Im vierten Jahr seiner Amtszeit ernennt Charles III. am Montag seinen vierten Premierminister. Für den britischen König wird der Vorgang zur Routine: Gegen Mittag erscheint zunächst Amtsinhaber Keir Starmer, reicht seinen Rücktritt ein und empfiehlt den Nachfolger. Kurz darauf erhält der neue Labour-Vorsitzende Andy Burnham Audienz und Regierungsauftrag.
Der 56-Jährige ist seit der Brexit-Entscheidung vor zehn Jahren und dem daraus resultierenden Politik-Chaos die siebte Person im höchsten Regierungsamt – eine ungeeigneter als die nächste. Da repräsentierten plötzlich Leute das permanente Mitglied im UN-Sicherheitsrat und die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt, die unter normalen Umständen höchstens zur Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz oder Kärnten (Theresa May), zum Kulturreferenten einer Stadt wie Zürich oder Hannover (Boris Johnson) und zur oberfränkischen Kreistagsvorsitzenden (Liz Truss) getaugt hätten.
Frommer Wunsch?
Zuletzt versuchten es Konservative und Labour mit Außenseitern. Rishi Sunak verdiente als Hedgefonds-Manager Millionen, ehe er mit 35 in die Politik ging. Keir Starmer machte Karriere als Spitzen-Jurist und wagte den Schritt ins Unterhaus erst mit 52. Nach gerade zwei Jahren wies die eigene Fraktion dem Premier die Tür.
Nun also wieder ein Berufspolitiker, ein Kommunikator und Menschenfänger. Aber kann Andy Burnham Premierminister? Harte, rasche Entscheidungen fällen und dauernd Nein sagen? Die knappen Staatsfinanzen zusammenhalten? Notgedrungen auch die eigenen Leute verprellen? Man muss es der Brexit-Insel wünschen. (Sebastian Borger aus London, 19.7.2026)
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