Neue Runde im Streit um den sächsischen Kabarettisten Uwe Steimle. Jetzt hat auch die Ostsee-Zeitung das Thema entdeckt und eine Anfrage an den Satiriker geschickt. Konkret geht es um einen kommenden Auftritt: Die Empörung über Steimle bei den Aktivisten der Initiative „Rügen für alle“ ist groß, sie wollen einen geplanten Auftritt des Kabarettisten auf Hiddensee verhindern.
Steimle stellte uns die Fragen der OZ im Rahmen unserer Berichterstattung zur Verfügung - und seine Antworten gleich mit. Aus Transparenzgründen veröffentlichen wir sowohl die OZ-Anfrage als auch die Antwort des Kabarettisten ungekürzt im Wortlaut.
Die Fragen der Ostsee-Zeitung im Wortlaut
„Sehr geehrter Herr Steimle, wie Sie vielleicht mitbekommen haben, formiert sich gegen Ihren Auftritt auf Hiddensee Widerstand.
Es wird eine Absage gefordert. Der Grund sind Ihre Äußerungen über Angela Merkel und Friedrich Merz.
Zu dem Thema habe ich Fragen:
- Können Sie verstehen, dass der Auftritt jetzt in der Kritik steht?
- Würden Sie die Aussagen genau so wiederholen?
- Wie könnte der Dialog mit den Kritikern gelingen?
- Ihnen wird Nähe zu Rechtsextremen vorgeworfen, wie sehen Sie das?
Ich bräuchte eine Antwort bis zum Freitag (24. Juli) um 11 Uhr.Bei Rückfragen erreichen Sie mich via Mail oder unter 017X XXX XXXX
Viele Grüße,
XXXXX XXXXX“
Interview
„Es ist ein großer Wille, ihn zu zerstören“ – Diestel verteidigt Uwe Steimle nach AfD-Auftritt
Die Antwort von Uwe Steimle im Wortlaut
„Sehr geehrter Herr XXXXX,
wie Sie vielleicht mitbekommen haben, formiert sich gegen den Umgang der deutschen Medien mit einem Kabarettisten (ich) Widerstand (nicht nur auf Hiddensee).
Es wird ein Mindestmaß an historischem Wissen und ein Minimum an Humor gefordert. Anlass sind Berichte über drohende Auftrittsverbote sowie die Wahrheit verzerrende Artikel über Kabarettisten wie Uwe Steimle (ich), Monika Gruber oder Dieter Nuhr.
Zu dem Thema habe ich Fragen:
- Können Sie verstehen, warum sich die Medienbranche in einer Dauerkrise befindet?
- Welche Fehler haben dazu geführt und wie stellen Sie sicher, dass Sie diese Fehler nicht ständig wiederholen?
- Wie könnte der Dialog mit Kritikern, Nicht-Lesern und Ex-Lesern gelingen?
- Ihnen/ der Ostsee-Zeitung wird Nähe zur SPD vorgeworfen, wie sehen Sie das? (Hintergrund: Die Ostsee-Zeitung ist Teil der Madsack Mediengruppe. Über eine Holding, die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft, hält die SPD eine indirekte Beteiligung von etwa 23 Prozent an dem Verlagshaus. Durch diese Struktur ist die SPD der größte Gesellschafter von Madsack - siehe Grafik).
Die Grafik zeigt die Beteiligung der SPD an vielen deutschen Zeitungen.
© ddvg/ OAZ
Ich bräuchte eigentlich keine Antwort. Sicherlich wird es aber die Menschen sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch im Rest des Landes interessieren, was Sie zu meinen Fragen zu sagen haben.
Viele Grüße,
Uwe Steimle“
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