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Jugendclub Griesheim sucht Gäste: Hier ist jeder willkommen

Stand: 13.07.2026, 16:41 Uhr

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„Grillmeister“ Julian hat seinen Pfannenwender an Rihana übergeben. Efrata und Douaa holen die fertigen Burger-Pads ab. Kommenden Freitag gibt es im IB-Jugendclub an der Autogenstraße Pizza.

„Grillmeister“ Julian hat seinen Pfannenwender an Rihana übergeben. Efrata und Douaa holen die fertigen Burger-Pads ab. Kommenden Freitag gibt es im IB-Jugendclub an der Autogenstraße Pizza. © Rainer Rüffer

Der Jugendclub in der Autogenstraße bietet ein dreiwöchiges Sommerferienprogramm mit Ausflügen und Kreativ-Workshops an. Normalerweise kommen 40 Kinder und Jugendliche – derzeit sind es deutlich weniger.

Griesheim – Jahrelang galt Griesheim als böses Pflaster. Die Zeiten haben sich verändert. Heute ist Griesheim einer der kinderreichsten Stadtteile Frankfurts. Die Kinder und Jugendlichen von der Straße zu bringen, ihnen unter Anleitung von pädagogischen Fachkräften Möglichkeiten der gemeinsamen Freizeitgestaltung sowie Unterstützung und Hilfestellung bei der Bewältigung von Problemen und Konflikten aufzuzeigen, das ist eine der großen sozialen Aufgaben, die im Stadtteil mit großem Engagement angepackt werden. Knapp ein halbes Dutzend Jugendeinrichtungen ermöglichen jungen Menschen, ihre Freizeit sinnvoll und unter Gleichaltrigen zu verbringen.

Öffnungszeiten und Angebote

Montag 14–17 Uhr und 18–21 Uhr sowie Donnerstag 14–18 Uhr Offener Treff, Dienstag und Mittwoch 13–18 Uhr Job-Café für Menschen bis 27 Jahre (mit Voranmeldung): Beratung, Bewerbungen und Hausaufgaben. Freitag 14–16 Uhr Fahrradwerkstatt, 14–17 Uhr Mädchentag, 18–21 Uhr offener Treff.        

Seit 1985 steht ihnen der Jugendclub zur Verfügung, der mehrmals umziehen musste, ehe er 2009 in der Autogenstraße ein festes Zuhause fand. Träger ist der Internationaler Bund (IB) Südwest. „Früher war unsere Klientel 14 bis 20 Jahre alt. Da uns aber immer mehr jüngere Kinder besucht haben, haben wir beschlossen, unseren Jugendklub für junge Menschen von 12 bis 18 Jahren zu öffnen“, sagt Matthias Benker. Er ist gemeinsam mit Sandra Fariat, Rene Wießner und der aktuell ausscheidenden Lisa Omiogo einer der vier hauptamtlichen Kräfte; dazu helfen abends Ehrenamtliche aus.

„Die meisten Besucher sind aus Griesheim, aber auch aus Nied und Höchst. Der Großteil kommt über Freunde, viele auch über die benachbarte Gesamtschule“, erklärt Matthias Benker, der seit 19 Jahren als Sozialarbeiter dabei ist. Die Klientel sei gemischt, die meisten sprechen Deutsch – manche gut, andere, wie die zuletzt aus Flüchtlingsunterkünften kommenden Kinder, nur gebrochen. „Das alles spielt keine Rolle. Wir fragen niemanden, woher er kommt. Unser Angebot ist derart gestaltet, dass jeder mitmachen kann. Und eine unserer Kernaufgaben ist es, die Behinderten zu integrieren und den anderen die Scheu im Umgang mit ihnen zu nehmen“, erklärt Benker.

Die 13 Jahre alte Efrata ist in Griechenland als Tochter von Eltern aus Äthiopien geboren; sie lebt seit elf Jahren in Frankfurt. „Ich komme normalerweise einmal in der Woche, jetzt in den Schulferien täglich“, erzählt sie. „Man kann gut chillen, trifft Freunde, es gibt viele Gesellschaftsspiele, die Spaß machen. Nachmittags mache ich hier gern meine Hausaufgaben.“ Den Jugendclub habe sie durch ein Mädchen entdeckt, mit dem sie im Kindergarten war.

Die im Erdgeschoss gelegene Fahrradwerkstatt ist eine weitere Einrichtung des IB. Dort kann man sich zum Fahrradmechaniker ausbilden lassen. Im 2. Stock ist das Jugendbüro, in dem zweimal in der Woche Beratungen zum Thema Schule/Beruf oder Behördengängen stattfinden, sowie ein Tonstudio, in dem die Besucher musizieren können. Im 1. Stock stehen eine Tischtennisplatte, ein Billardtisch, ein Tischfußball und einige Computer. Die Favoriten sind eindeutig die Playstation und die Tische mit Schachbrett. Und die Küche. „Ich komme seit vier Jahren hierher“, sagt Rihana, die ghanaische Wurzeln hat. „Geboren bin ich vor 15 Jahren in Frankfurt. Ich komme zum einen, weil die Sozialarbeiter hier sehr nett sind und mir mit den Schulaufgaben helfen.“ Aber der Hauptanreiz sei für sie die Küche: „Ich koche und backe sehr gern. Ich mache immer mehr, so dass auch die anderen Besucher etwas bekommen und mir dann ein Feedback geben, wie es schmeckt.“ Die Küche sei für alle da., kostenlos. Aber dafür muss man selbst etwas tun: Wer kochen oder backen will, muss selbst mit dem vom Jugendclub zur Verfügung gestellten Geld die Zutaten einkaufen und hinterher sowohl die Küche als auch das Geschirr sauber machen.

Letzten Freitag gab es für alle „Burger-Bar“. In der Woche davor wurde gegrillt, nächsten Freitag gibt es Pizza. Die kulinarischen Tage sind ein Teil des Sommerferienprogramms. „In den Ferienzeiten bieten wir ein spezielles dreiwöchiges Freizeitprogramm an, mit verschiedenen Ausflügen, Projekten wie Bowlingspiel, Kletterwand oder Kartbahn sowie Kreativ-Workshops“, erklärt Matthias Benker. Was gemacht wird, bestimmen die Kinder und Jugendliche selbst. In einer Art Vollversammlung kann jeder seine Priorität vortragen. Die favorisierten Ideen werden bei der Planung berücksichtigt.

Leider ist die 10. Auflage des Ferienprogramms derzeit eher schwach besucht. „Weil viele mit den Eltern weggefahren sind“, sagt Benker. Normalerweise seien etwa 40 Kinder und Jugendliche da. „Dass jetzt weniger kommen, ändert nichts an unserem Angebot. Jeder, der kommt, ist uns willkommen.“