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„Die Lage der Industrie ist kritisch“: BDI-Chefin enthüllt erschreckende Zahl zum deutschen Jobabbau

Jeden Monat 15.000 Jobs weg: Deutsche Industrie steckt in dramatischer Krise

Stand: 27.07.2026, 13:07 Uhr

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Die Krise der Industrie in Deutschland lässt sich an Jobzahlen messen. Für die Chefin des BDI ist der Zug aber noch nicht abgefahren.

Berlin – Die deutsche Industrie steckt in einer schweren Krise, die Gründe dafür sind vielschichtig. Hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie, hohe Kosten für Unternehmen und Fachkräftemangel schwächen die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) nennt eine Zahl, die das Ausmaß der Misere verdeutlicht.

Tanja Gönner

BDI-Chefin Tanja Gönner ist zuversichtlich, dass die Industrie in Deutschland wieder einen Aufschwung erlebt. (Archivbild) © Bernd von Jutrczenka/dpa

„Die Lage der Industrie ist kritisch“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner, der Deutschen Presse-Agentur. Nach ihren Erkenntnissen verliert die deutsche Industrie jeden Monat rund 15.000 Arbeitsplätze. Laut Analysen des Instituts der deutschen Wirtschaft sowie Berichten der Bertelsmann Stiftung zur Lage der Industriebeschäftigung sind aktuell rund 6,6 Millionen Menschen in der deutschen Industrie beschäftigt. Im Vergleich zu 2014 sank der Anteil der Industriebeschäftigten am gesamten Arbeitsmarkt von 22 auf 19 Prozent.

Deutsche Industrie verliert jeden Monat 15.000 Jobs

Grund sind jedoch nicht nur Entlassungen, wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung ergab. Vielmehr zögern Unternehmen, frei werdende Stellen zu besetzen. Demnach gehen Neueinstellungen deutlich stärker zurück als beendete Beschäftigungsverhältnisse. „Die zurückgehenden Neueinstellungen sind ein Warnsignal für die künftige Beschäftigungsentwicklung“, sagte Luisa Kunze, Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung.

Gönner verwies auch auf die schwierigen internationalen Bedingungen. Die Zollpolitik der USA und Chinas Marktverzerrungen hätten den Wettbewerb verschärft. Und das sei zu einem Zeitpunkt passiert, „in dem wir eigentlich ins Fitnessstudio müssten, um die Polster der vergangenen Jahre abzutrainieren“, erklärte die BDI-Chefin. Genau diese Kombination setze den Standort besonders unter Druck.

BDI-Chefin: Schleichende Deindustrialisierung in Deutschland kann gestoppt werden

Auch wegen hoher Arbeitskosten habe Deutschland Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, sagte Gönner. Dennoch könne die schleichende Deindustrialisierung gestoppt werden. „Ich bin überzeugt: Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, haben wir wieder alle Chancen. Innovation steht bei vielen Unternehmen längst ganz oben auf der Agenda.“ Entscheidend seien Rahmenbedingungen, die Investitionen in die Transformation ermöglichen.

Die Industrie hat sich stets verändert und steht nun mit der KI vor einer weiteren industriellen Revolution. Gönner hob hervor: „Gerade in der industriellen Produktion haben wir alle Chancen. Dort entstehen Daten, Prozesse und Anwendungskompetenz, die große Tech-Konzerne nicht haben – und genau deshalb wollen sie Zugang dazu.“ (Quellen: Mitteilung der Bertelsmann Stiftung, Nachrichtenagentur dpa) (mt)