Stand: 20.07.2026, 18:00 Uhr
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Insolvenzen liegen in Deutschland auf Höchststand (Symbolbild). © Christian Ohde/IMAGOImmer mehr Unternehmen melden in Deutschland Insolvenz an. Eine Auswertung zeigt, wo es am schlimmsten ist. Für den Norden kommt es bitter.
Gestern ein Bäcker, heute ein Schuhgeschäft mit langer Tradition – immer wieder schließen in Deutschland Geschäfte. Auch in Niedersachsen sperrten in den letzten Wochen Betriebe zu. So schloss erst vor wenigen Tagen die letzte verbliebene Hausarztpraxis in Asendorf im Landkreis Diepholz. Im Juli machte eine Fleischerei in Syke dicht. Ende Juli schließt auch das Traditionsgeschäft Buch und Medien in Thedinghausen für immer.
Ein großer Faktor, der viele Unternehmen zur Aufgabe zwingt, ist die drohende Insolvenz. Laut Daten des Statistischen Bundesamts gingen 2025 allein 24.064 Unternehmen insolvent. Das sind 3000 mehr als noch 2024. Eine Auswertung der internationalen HR- und Employment-Plattform Teamed zeigt nun, in welchen Bundesländern es die meisten Insolvenzen 2024 (das aktuellste verfügbare Jahr) gab. Für den Norden und den Nordwesten wird es dabei bitter.
Statistik zeigt Bundesländer mit den meisten Insolvenzen – Niedersachsen vorn dabei
Für die Analyse untersuchte Teamed, in welchen deutschen Bundesländern Unternehmen aktuell am stärksten von Insolvenzen bedroht sind. Grundlage waren Daten der statistischen Ämter des Bundes und der Länder für das Jahr 2024, darunter die Anzahl beantragter Insolvenzverfahren, die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer, die Höhe der voraussichtlichen Forderungen sowie die Gesamtzahl der Beschäftigten und Unternehmensniederlassungen je Bundesland.
Daraus berechneten die Experten zwei relative Kennzahlen: die Insolvenzverfahren pro 100 Niederlassungen sowie den Anteil der betroffenen Arbeitnehmer an allen Beschäftigten. Diese beiden Werte flossen gemeinsam mit der Forderungshöhe zu gleichen Teilen in einen Indexwert ein, anhand dessen die Bundesländer in ein absteigendes Ranking gebracht wurden. Die Datenerhebung erfolgte im Juli 2026 und spiegelt den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Stand wider.
Die meisten Insolvenzen gab es demnach in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Beide Bundesländer erhielten einen Indexwert von 8,74 von zehn, wobei zehn der höchstmögliche Wert ist. Insgesamt wurden 14.929 Insolvenzen beantragt. 15.522 Arbeitnehmer waren davon betroffen.
Schleswig-Holstein und Bremen in den Top 5 – auch der restliche Norden ist stark von Insolvenzen betroffen
Auf Platz drei der Auswertung landete Berlin. Am viertstärksten sind laut Teamed Unternehmen in Schleswig-Holstein von Insolvenzen betroffen. Hier lag der Indexwert laut Auswertung für 2024 bei 8,05. Bremen folgt knapp dahinter mit 7,41 auf Rang fünf. Mit demselben Indexwert schnitt auch Mecklenburg-Vorpommern ab. Hamburg und Rheinland-Pfalz teilen sich den siebten Platz mit einem Wert von 7,14.
Am wenigsten treffen Insolvenzen laut Auswertung Unternehmen in Hessen, Saarland und in Thüringen. Alle drei wiesen einen Indexwert von unter sechs auf. (Quelle: Auswertung „Insolvenzen auf Höchstwert: Wo Unternehmen am stärksten betroffen sind“ von Teamed) (jr)