Gudrun Harrer
Im Iran entwaffnen sich die USA auch selbst
Die politischen Ergebnisse der wieder aufgenommenen Militärkampagne gegen die Islamische Republik sind gleich null. Auch die Atomfrage bleibt ungelöst
Kommentar
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Gudrun Harrer
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (Mitte) und US-Präsident Donald Trump (rechts) trauern um getötete Soldaten im Iran auf der Dover Air Force Base in Delaware am Mittwoch. Die Schwächung der US-Verteidigungskapazitäten in der Region ist dramatisch.
Anstelle der weiteren militärischen Eskalation im Golfkrieg, mit der US-Präsident Donald Trump drohte, gab es am Wochenende erst einmal eine Kampfpause. Glaubt man den US-Medienberichten, ging ihr in Washington eine ernüchternde Bestandsaufnahme voraus. Ja, der Iran ist schwer getroffen, aber die USA entwaffnen nicht nur das Mullah-Regime, sondern auch sich selbst.
Selbstverständlich ist das eine ironische Übertreibung, aber die Schwächung der US-Verteidigungskapazitäten in der Region ist dramatisch. Die Bilanz nach der letzten Kampagne, die den Iran zum Einlenken bringen sollte, ist eindeutig negativ: hohe finanzielle und militärische Kosten, weitere tote US-Soldaten, kein Schutz für verunsicherte und verärgerte Partnerstaaten und die Ausweitung des Konflikts auf das Rote Meer. Politische Ergebnisse: null.
Keiner weiß, wie lang der Iran das durchhalten kann – aber Trump sieht die Wochen bis zu den Wahlen schnell ins Land ziehen. Sein erklärtes Kriegsziel, Irans Atomprogramm zu eliminieren, ist nicht erreicht – wie ihm Israels Premier Benjamin Netanjahu bei seinem Besuch am Dienstag eindringlich nahebringen wird. Nachdem es bereits im Juni-Krieg 2025 laut Trump komplett "vernichtet" wurde, heißt es nun, dass der neue oberste Führer, Mojtaba Khamenei, in den Tiefen des Pickaxe Mountain eine Atombombe bauen lässt. Vielleicht wenig verwunderlich, wenn man an das Ende seines Vaters, der gegen eine iranische Atombewaffnung war, denkt. (Gudrun Harrer, 26.7.2026)
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