Mit der WM unterwarf sich die Fifa komplett kommerziellen Interessen. Die Halbzeitshow im Finale war der logische Tiefpunkt.
Den Präsidenten Trump und Infantino gefällt es: Goldglitzer nach dem Finale Spanien-Argentinien bei der Fußball-WM
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Mark J Rebilas/imagn images/reuters
W as für ein Finale! Es war der passende Abschluss eines unterirdischen Turniers. Statt zwei Mannschaften einfach Fußball spielen zu lassen, machte die Fifa eine geschmacklose Show aus dem Endspiel der WM. Und sie steht symbolisch für die totale Unterwerfung einer Sportart unter kommerzielle Interessen. Und unter das Regime von Donald Trump.
Der Mann, in dessen Auftrag während der WM Zehntausende Migrantinnen und Migranten in Lager gesteckt wurden, saß auf der Tribüne und durfte sich über eine Halbzeitshow freuen, bei dem ein Haufen von Pop-Celebritys das Hohelied der Liebe anstimmte. Den Tenor gab ein aufgesagter Text von Hollywoodstar Tom Cruise vor: „Vor dreißig Tagen begaben sich 48 Nationen auf eine Reise. Sie überquerten Ozeane, überschritten Grenzen und überwanden kulturelle Unterschiede. Und gemeinsam zeigten sie uns, warum dieser Sport der ganzen Welt gehört“. Welch ein verlogener Kitsch.
Denn es gibt Gründe genug, über das Turnier zu fluchen. Im Stadion wurde das Bild von Michel Mboladinga, Superfan und Doppelgänger des Unabhängigkeitskämpfers Patrice Lumumba, eingeblendet. In Mexiko hatte er ein Spiel seines Teams besucht. Die Einreise in die USA wurde ihm aber ebenso verwehrt wie zahlreichen Fans aus Ländern, die dem US-Präsidenten nicht in den Kram passen.
Dass der Weltverband es nicht geschafft hat, die Einmischung des Weißen Hauses in die Entscheidung über die Sperre eines Spielers zu verhindern, war nur einer der Tiefpunkte dieses Turniers. Das endete nun mit einer aufgeblasenen Show, die den Fußball regelrecht an den Rand drückte. Fast eine halbe Stunde dauerte die Halbzeitpause, dabei sind in den Fußballregeln nur 15 Minuten dafür vorgesehen. Aber für den Weltverband gelten sie nicht, wenn es darum geht, die WM zu vermarkten.
Es ist fast schon ein Wunder, dass überhaupt noch Fußball gespielt wurde. Ach ja, Spanien ist Weltmeister geworden.
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