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Gerichtsgebäude kracht in Bozen zusammen – es droht ein weiterer Einsturz

Gerichtsgebäude stürzt in Bozen ein – Nächste Hiobsbotschaft

Stand: 19.07.2026, 18:11 Uhr

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Nach dem Einsturz droht in Bozen die nächste Katastrophe: Jetzt bereiten auch die Fassaden-Säulen des Gerichtsgebäudes Sorgen.

Bozen – Nach dem Teileinsturz des Bozner Gerichtsgebäudes reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Jetzt geraten auch die mächtigen Säulen an der Fassade des historischen Justizpalasts ins Visier der Experten – und niemand weiß, wie stabil sie noch sind.

Bozen Gericht

Nach dem Einsturz von Teilen des Gerichtsgebäudes in Bozen haben Experten die Ermittlungen aufgenommen. © Lorenzo Zambello/IMAGO

Das Land Südtirol hat zwei Statikexperten damit beauftragt, das Gebäude auf Herz und Nieren zu prüfen. Der Grund: Der noch stehende Gebäudeteil lastet nach dem Kollaps des Mitteltrakts schwer auf den acht Fassadensäulen, wie Suedtirol News berichtet. Rund um die Uhr sind Feuerwehrkräfte im Einsatz, um lockere Trümmer abzutragen und den Druck auf die Säulen zu reduzieren. Großflächige Planen schützen die offenen Bereiche vor Regen – denn im Inneren schlummert ein besonders wertvolles Gut: das historische Archiv des Gerichts.

Gerichtsgebäude in Bozen eingestürzt: Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Justiz schaltet sich ein: Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen des Verdachts auf fahrlässig herbeigeführten Gebäudeeinsturz eingeleitet. Ermittelt wird vorerst gegen Unbekannt. Der Mitteltrakt war am Donnerstagmorgen kurz nach 6 Uhr in sich zusammengebrochen – ausgerechnet dort, wo seit Wochen Umbauarbeiten an tragenden Stützen liefen. Dass dabei niemand ums Leben kam, grenzt an ein Wunder. Landesrat Christian Bianchi brachte es im Gespräch mit dem ORF auf den Punkt: „Wäre der Einsturz nur eine halbe Stunde oder Stunde später passiert, würden wir heute eine völlig andere Geschichte erzählen.“ Überwachungskameraaufnahmen werden ausgewertet, Gutachter sollen in Kürze ihre Arbeit aufnehmen.

Die Provinz Bozen sucht fieberhaft nach einem Interimssitz für das Gericht. Benötigt wird ein Objekt mit Platz für bis zu 200 Mitarbeitende, das für mindestens sechs Jahre zur Verfügung stehen kann – Angebote müssen bis Dienstag eingereicht werden. Bianchi macht deutlich, was auf dem Spiel steht: „Wir brauchen eine Übergangslösung für einen mittelfristigen Zeitraum, denn der Wiederaufbau des Gerichts wird Jahre dauern“, zitiert ihn Südtirol News. Auch provinzeigene Liegenschaften kommen infrage – etwa Stockwerke im Oberlandesgericht in der Freiheitsstraße oder Räumlichkeiten im benachbarten Steueramtsgebäude.

Eilige Strafverfahren wegen in Bozen aktuell verlegt

Der Justizbetrieb läuft derzeit auf Sparflamme. Eilige Strafverfahren werden ins Jugendgericht und ins Oberlandesgericht verlegt, weniger dringende Termine werden auf später verschoben. Besonders sensibel: Im beschädigten Gebäude lagern tausende Akten zur Sprachgruppenzugehörigkeit der Südtiroler Bevölkerung. Landeshauptmann Arno Kompatscher hat per Sonderregelung verfügt, dass dieser Nachweis bis auf Weiteres durch eine einfache Selbstauskunft erbracht werden kann.

Auch in Görlitz kam es in diesem Jahr zu einem verheerenden Gebäudeeinsturz. Dabei kamen mehrere Menschen ums Leben. (Quellen: Suedtirolnews.it, ORF.at, Euronews) (tt)