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Familie bei israelischem Luftangriff in Gaza-Stadt getötet

Nahost

Familie bei israelischem Luftangriff in Gaza-Stadt getötet

Ein Ehepaar und seine vier Kinder wurden getötet. Das UN-Menschenrechtsbüro verurteilt die israelischen Angriffe

Zwei trauernde Frauen in schwarzer Kleidung, eine mit einem Schleier, die andere mit einem Hijab, drückt sich die Hand ins Gesicht. Sie stehen im Freien, im Hintergrund sind weitere Personen unscharf zu sehen.
Eine Trauernde bei der Bestattung der getöteten Familie.

Gaza – Bei einem israelischen Luftangriff in Gaza-Stadt sind laut dem palästinensischen Zivilschutz am frühen Dienstagmorgen ein Ehepaar und seine vier Kinder getötet worden. Ob es verletzte Überlebende gab, war zunächst nicht bekannt. Das UN-Menschenrechtsbüro verurteilte daraufhin die israelische Gewalt im Gazastreifen.

Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Angriff. Ein Militärsprecher hatte über die Tötung eines Terroristen berichtet, der an dem Terrorangriff am 7. Oktober 2023 teilgenommen und mehrere israelische Geiseln in seiner Gewalt gehabt haben soll. Der Name des Mannes war aber nicht identisch mit dem des vom palästinensischen Zivilschutz genannten Getöteten.

Kein sicherer Ort im Gazastreifen

Allein in den vergangenen Tagen seien laut dem UN-Menschenrechtsbüro Dutzende Palästinenser getötet oder verletzt worden, darunter viele Kinder und Frauen. Getroffen worden seien Wohnhäuser, ein Zelt für Vertriebene und andere dicht besiedelte Orte, teilte das Büro in Genf mit. Neun Monate nach der Verkündung einer Waffenruhe gebe es für die Menschen im Gazastreifen weiterhin keinen sicheren Ort, sagte ein Sprecher.

Zwischen dem 13. und 20. Juli habe das UN-Büro mindestens 57 Todesfälle registriert, darunter sechs Kinder und acht Frauen. Laut dem arabischen Sender Al Jazeera berücksichtigen diese Zahlen noch nicht die am Dienstag verstorbene Familie. Insgesamt seien nach Angaben palästinensischer Behörden seit der im Oktober verkündeten Waffenruhe 1.100 Menschen durch israelische Angriffe umgekommen. Das Büro hat 685 verifiziert, darunter 283 Frauen und Kinder. Die Überprüfung weiterer Fälle sei im Gange.

Zivilisten gezielt anzugreifen, sei nach dem internationalen Völkerrecht ein Kriegsverbrechen, sagte der Sprecher. Das Büro fordert andere Staaten auf, dringend auf die Einhaltung der Waffenruhe zu dringen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. "Die Verstöße, das Leid und das Elend, die den Palästinensern im Gazastreifen weiterhin zugefügt werden, dürfen nicht ignoriert werden", sagte der Sprecher.

Konflikt zwischen Israel und der Hamas

Israel argumentiert, dass es sich mit Angriffen im Gazastreifen gegen Bedrohungen wehrt und die Angriffe Terroristen gelten.

Fast alle der rund zwei Millionen Einwohner des Gazastreifens leben derzeit unter der Kontrolle der Hamas, meist in provisorischen Zelten oder beschädigten Gebäuden. Viele von ihnen wurden im Verlauf des Konflikts mehrfach vertrieben.

Auslöser des Krieges war der Angriff von Kämpfern unter Führung der Hamas auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023. Bei dem Überfall wurden israelischen Angaben zufolge etwa 1.200 Menschen getötet und etwa 250 als Geiseln verschleppt. Seither kamen im Gazastreifen nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums mehr als 73.000 Palästinenser ums Leben. (APA, 21.7.2026)

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