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F1-Driver-Rankings 2026: Lewis Hamilton im Aufwind, Max Verstappen fällt

Stand: 28.07.2026, 13:07 Uhr

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Zur Saisonhalbzeit wirft Telegraph Sport einen Blick darauf, wer überzeugt hat – und wer sich deutlich steigern muss.

Mit dem Großen Preis von Ungarn ist die Formel-1-Saison 2026 zur Hälfte absolviert, zugleich beginnt die Sommerpause. Es ist also der ideale Zeitpunkt, um zu bewerten, wie sich jeder der 22 Fahrer bislang geschlagen hat. Die ersten elf Rennen haben klare Tendenzen offengelegt, doch manche Leistungen lassen sich nur im Detail richtig einordnen.

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Dieser Artikel von Luke Slater entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.

Für diese Rangliste hat Telegraph Sport weit über die reinen Rennergebnisse hinausgeblickt und eine umfassende Reihenfolge erstellt, in die eine Vielzahl von Kennzahlen eingeflossen ist. Kimi Antonelli führt die Fahrerwertung an, doch bedeutet das auch, dass er unsere Rangliste anführt? Die Antwort fällt differenzierter aus, als es die Punkte allein vermuten lassen.

Max Verstappen (li.) muss für ein Rennen auf dem Nürburgring einen besonderen Führerschein machen.

Max Verstappen (li.) und Lewis Hamilton. © IMAGO/Eric Alonso

In die Bewertung eingeflossen sind neben den Resultaten im Rennen auch das Kräfteverhältnis im Qualifying, Konstanz, Fehleranfälligkeit sowie der jeweilige Fahrzeugstatus. So entsteht ein Bild, das nicht nur die Topteams, sondern auch Fahrer im Mittelfeld und hinteren Feld fairer abbildet. Manche Piloten wirken vom Material ausgebremst, andere schöpfen ihr Potenzial nicht aus.

Schwaches Ende des Feldes

22. Lance Stroll, Aston MartinWM-Punkte: 0 (20.)
Qualifying-Bilanz: 2:12 gegen Alonso

Die gute Nachricht für Lance Stroll ist, dass er Fernando Alonso in dieser Saison bereits zweimal im Qualifying geschlagen hat. Doch in ihrer gemeinsamen Zeit waren solche Momente extrem selten. Die schlechte Nachricht: Der Aston Martin AMR26 ist derart schwach, dass kaum zu erkennen ist, wie gut Stroll tatsächlich fährt – sicher ist nur, dass seine Leistung nicht überzeugt und er kaum Akzente setzen kann.

21. Valtteri Bottas, CadillacWM-Punkte: 0 (21.)
Qualifying-Bilanz: 5:9 gegen Pérez

Valtteri Bottas’ Rückkehr in die Formel 1 ist bislang eine Enttäuschung. Cadillac liegt, wie erwartet, deutlich zurück, doch im Vergleich zu manch anderem Team ist der Rückstand nicht so extrem, dass eine Bewertung unmöglich wäre. Nach einem schwierigen Start hat der Finne begonnen, sich zu steigern, dennoch bleibt sein Gesamtpaket im direkten Vergleich mit Sergio Pérez zu blass.

Strauchelnde Routiniers und unter Druck stehende Mittelfeldfahrer

20. Esteban Ocon, HaasWM-Punkte: 3 (17.)
Qualifying-Bilanz: 4:11 gegen Bearman

Wie schon in der vergangenen Saison wird Esteban Ocon von seinem jüngeren Teamkollegen Oliver Bearman klar in den Schatten gestellt. Seit den ersten Rennwochenenden sind Punkte für Haas schwerer zu holen, doch Bearman präsentiert sich schneller und konstanter. Das spiegelt sich im durchschnittlichen Qualifying-Rückstand von einer Viertelsekunde wider. In Grands Prix, die beide beendet haben, lag Ocon nur ein einziges Mal vor Bearman im Ziel.

19. Alexander Albon, WilliamsWM-Punkte: 5 (16.)
Qualifying-Bilanz: 1:12 gegen Sainz

Für Williams ist es ein schwieriges Jahr, für Alexander Albon ein besonders ernüchterndes. Bis zum Großen Preis von Italien im Vorjahr hatte er 73 Punkte gesammelt, sein Teamkollege Carlos Sainz nur 16. Seitdem hat Sainz 54 Zähler eingefahren, Albon lediglich sechs. Das Kräfteverhältnis hat sich damit komplett gedreht, und Albon wirkt fahrerisch angezählt.

Williams-Krise und Rückkehrer mit Licht und Schatten

Ja, der Williams ist ein schwaches Auto, aber Albon schöpft sein Potenzial nicht annähernd aus. Das zeigt sich sowohl über die einzelne Runde – er liegt 1:12 zurück und im Schnitt um 0,138 Sekunden – als auch über die Renndistanz. In beiden Disziplinen wirkt Sainz deutlich souveräner, während Albon zu selten überragt und zu oft im Verkehr stecken bleibt.

18. Sergio Pérez, CadillacWM-Punkte: 0 (22.)
Qualifying-Bilanz: 9:5 gegen Bottas

Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Bottas nutzt Sergio Pérez seine Rückkehr in die Formel 1, um zu beweisen, dass er noch lange nicht abgeschrieben ist. Die Cadillacs fahren in der Regel vor den Aston Martins, aber hinter den Williams, weshalb ein fairer Vergleich nur teamintern möglich ist. Nach den meisten Kennzahlen liegt der Mexikaner vor Bottas, vor allem im Qualifying mit ordentlicher Pace, auch wenn er zuletzt wieder etwas nachgelassen hat.

17. Fernando Alonso, Aston MartinWM-Punkte: 1 (19.)
Qualifying-Bilanz: 12:2 gegen Stroll

Man fragt sich, ob Fernando Alonso nicht einfach genug hat. Wieder einmal ist der Aston Martin so langsam und unzuverlässig, dass eine faire Bewertung kaum machbar ist, auch wenn es nach dem Update in Ungarn erste Lichtblicke gab. Motivation und Frust scheinen sich beim Routinier die Waage zu halten, während die sportliche Perspektive weiter trüb ist.

Traditionsteams im unteren Mittelfeld

Immerhin verzeichnet Alonso den größten Vorsprung im Qualifying auf seinen Teamkollegen – mehr als vier Zehntelsekunden im Schnitt – und hat es irgendwie geschafft, einen WM-Punkt zu holen, der verhindert, dass Aston Martin hinter Cadillac in der Gesamtwertung zurückfällt. Seine Klasse blitzt noch immer auf, doch er steckt in einem Projekt fest, das ihn nicht annähernd trägt.

16. Nico Hülkenberg, AudiWM-Punkte: 2 (18.)
Qualifying-Bilanz: 8:7 gegen Bortoleto

Von Nico Hülkenberg gab es in dieser Saison einige ordentliche Auftritte und nur sehr wenig, das klar unter dem Soll lag. Er und Gabriel Bortoleto sind über weite Strecken nahezu auf Augenhöhe, zuletzt tat sich der Deutsche im Vergleich zum Teamkollegen aber schwerer, vor allem im Rennen. Audi kämpft um jede Kleinigkeit, doch der Fortschritt verläuft nur schleppend.

15. Franco Colapinto, AlpineWM-Punkte: 19 (12.)
Qualifying-Bilanz: 6:9 gegen Gasly

Franco Colapinto hatte Glück, seinen Platz bei Alpine für dieses Jahr zu behalten, doch bislang rechtfertigt er das in ihn gesetzte Vertrauen mit einigen starken Auftritten. Sechs Zielankünfte in den Punkten aus elf Rennen bescheren ihm Rang zwölf in der WM. Ganz verschwunden ist seine fahrerische Unreife damit zwar nicht, aber Tempo und Reife sind konstanter geworden.

Alpine und Audi auf der Suche nach dem Anschluss

14. Gabriel Bortoleto, AudiWM-Punkte: 10 (14.)
Qualifying-Bilanz: 7:8 gegen Hülkenberg

Gabriel Bortoleto hat im Audi das Problem, dass Punkte meist nur dann realistisch sind, wenn vor ihm gleich mehrere Fahrer ausfallen. Er und Hülkenberg kämpfen häufig darum, überhaupt in Q3 zu kommen, scheitern daran aber meist. Von dort aus fallen Rennpace und Zuverlässigkeit im Vergleich zu den direkten Gegnern Alpine und Racing Bulls dann zusätzlich ab.

Zwei achte Plätze in Silverstone und Spa waren der verdiente Lohn für seine Arbeit, zudem war er nur selten komplett aus dem Kampf um Punkte heraus. In den ersten neun Rennen war Platz 13 sein schlechtestes Resultat und Rang acht das beste, dazu kamen drei elfte Plätze. Insgesamt ist es eine solide Steigerung nach einem vielversprechenden Debütjahr 2025.

13. Isack Hadjar, Red BullWM-Punkte: 68 (8.)
Qualifying-Bilanz: 3:11 gegen Verstappen

Man könnte argumentieren, dass Isack Hadjar in dieser Liste noch etwas höher stehen müsste, denn sein Start bei Red Bull fällt durchaus überzeugend aus. Er sammelt regelmäßig Punkte, hält Max Verstappen ehrlich und liegt nach elf Rennen nur 41 Zähler hinter ihm. Endlich scheint Red Bull einen Fahrer gefunden zu haben, der im zweiten Cockpit gut funktioniert.

McLaren und Williams: Glanzlichter trotz schwieriger Autos

12. Carlos Sainz, WilliamsWM-Punkte: 6 (15.)
Qualifying-Bilanz: 12:1 gegen Albon

Angesichts der massiven Probleme des Williams in dieser Saison ist es für Carlos Sainz nicht leicht, hervorzustechen. Wer jedoch die Zahlen genauer betrachtet, erkennt, dass ihm das durchaus gelingt. Er liefert solide Rennauftritte ab, bleibt weitgehend fehlerfrei und holt mit begrenztem Material respektable Ergebnisse.

Im Qualifying dominiert er Teamkollege Albon mit 12:1 klar und hat drei Punkteankünfte gegenüber zwei von Albon vorzuweisen. Dennoch verhindert die Schwäche des FW48 eine wirklich vollständige Einschätzung seiner Leistung. Zu oft fehlt schlicht die Basis, um sein eigentliches Potenzial regelmäßig zu zeigen.

11. Oscar Piastri, McLarenWM-Punkte: 92 (7.)
Qualifying-Bilanz: 4:11 gegen Norris

Für Oscar Piastri war das letzte Jahr eine zähe Angelegenheit: Zunächst verpasste er es, einen komfortablen WM-Vorsprung in seinen ersten Titel umzuwandeln, nun kämpft er mit einem relativ unkompetitiven und häufig unzuverlässigen McLaren. Der Aufwärtstrend des Teams hat sich unter den neuen Regeln nur bedingt fortgesetzt.

McLaren-Duell und Mercedes-Spannung

Angesichts der Tatsache, dass er die ersten beiden Grands Prix gar nicht bestreiten konnte, sind 92 Punkte aus elf Rennen und zwei Podestplätze eine durchaus ordentliche Ausbeute. Es hätte jedoch mehr sein können. Wie schon im vergangenen Jahr gelingt es Lando Norris besser, sich auf die neuen Reglementsvorgaben einzustellen und den McLaren ans Limit zu treiben.

10. George Russell, MercedesWM-Punkte: 160 (3.)
Qualifying-Bilanz: 6:9 gegen Antonelli

Für George Russell verläuft das Jahr bislang frustrierend. Drei Saisons musste er auf einen Platz in einem Topteam warten, weitere drei auf ein Auto, das um den Titel kämpfen kann. Im Vorjahr hatte er den Rookie Kimi Antonelli noch im Griff, doch 2026 ist er – aus verschiedenen Gründen – klar die Nummer zwei im Team.

Zu Saisonbeginn kam noch Pech hinzu, dazu die bekannten Probleme mit der Höchstgeschwindigkeit in den jüngsten Rennen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Russell vor allem auf eine Runde zu wenig liefert. Er ist zwar gelegentlich schneller als Antonelli, doch nie deutlich und selten dann, wenn es wirklich zählt.

Ferrari im Fokus: Leclerc unter Druck, Hamilton erstarkt

9. Charles Leclerc, FerrariWM-Punkte: 138 (4.)
Qualifying-Bilanz: 7:8 gegen Hamilton

Für Charles Leclerc ist dies die bislang schwerste Saison in der Formel 1. Im Vorjahr deklassierte er Lewis Hamilton, doch nun haben sich die Vorzeichen umgekehrt. Hamilton war über weite Strecken in den meisten Kategorien der etwas stärkere Fahrer, auch wenn die Abstände klein sind. Bremsprobleme haben Leclercs Jahr geprägt, lassen sich aber nicht als alleinige Erklärung heranziehen.

In puncto durchschnittliche Start- und Zielposition, im direkten Qualifying-Duell, bei der mittleren Qualifying-Pace und bei den Gesamtpunkten liegt Leclerc im Hintertreffen. Das ist umso bemerkenswerter, als er mit zwei Podestplätzen und einem Sprint-Zweiten in den ersten drei Rennen stark begann. In den vergangenen Wochen allerdings wirkte er wieder mehr wie der stärkere Ferrari-Pilot.

8. Oliver Bearman, HaasWM-Punkte: 18 (13.)
Qualifying-Bilanz: 11:4 gegen Ocon

Nach 17 Punkten in den ersten beiden Rennen holte Oliver Bearman in den folgenden neun nur noch einen Zähler. Hauptgrund dafür ist, dass Haas im Laufe der Saison zurückgefallen ist, während andere Teams die neuen Regeln besser auszunutzen gelernt haben. Das Auto ist nun seltener in der Lage, Chancen in Zählbares zu verwandeln.

Starke Youngster bei Haas und Racing Bulls

Dennoch lässt Bearman Ocon erneut durchschnittlich aussehen. Nur Pierre Gasly und Alonso haben im Qualifying einen größeren Vorsprung auf ihre Teamkollegen, und in den Grands Prix allein verfügt nur Gasly über einen größeren Vorteil bei der durchschnittlichen Zielposition. Dass Bearman bereits jetzt so konstant agiert, stärkt seine Ambitionen auf ein künftiges Topcockpit.

7. Liam Lawson, Racing BullsWM-Punkte: 43 (9.)
Qualifying-Bilanz: 8:6 gegen Lindblad

Liam Lawson profitiert – wie auch sein Teamkollege Arvid Lindblad – davon, dass der Racing-Bulls-Wagen fahrerfreundlich ist und konstanter funktioniert als der Alpine. Das hat ihm zu WM-Rang neun verholfen, in den meisten Rennen sammelte er Punkte. Die Basis für stabile Leistungen ist also gegeben, und Lawson nutzt diese Gelegenheit überzeugend.

Es ist erfreulich zu sehen, wie er sich nach seiner harten Degradierung bei Red Bull nach nur zwei Rennen nun als schneller und konstanter F1-Pilot etabliert. Die große Bewährungsprobe wartet allerdings in der zweiten Saisonhälfte: Dann wird sich zeigen, wie er sich im direkten Duell mit Lindblad entwickelt, wenn beide mehr Erfahrung im neuen Auto haben.

Lindblad überrascht, Verstappen hadert

6. Arvid Lindblad, Racing BullsWM-Punkte: 23 (11.)
Qualifying-Bilanz: 6:8 gegen Lawson

Arvid Lindblad kam ohne das eindrucksvollste Junioren-Palmarès in die Formel 1, überzeugte die Red-Bull-Führung aber offensichtlich genug, um für 2026 einen Platz zu erhalten. Dieses Vertrauen zahlt er mit einer beeindruckenden Debütsaison zurück. Das Auto ist konkurrenzfähig, im Mittelfeld vielleicht sogar Klassenprimus, doch auch dann muss der Fahrer zunächst liefern.

Mehrere Aspekte stechen hervor: wie dicht er von Beginn an an Lawson dran ist und wie unaufgeregt, abgeklärt und selbstverständlich er in der Formel 1 wirkt. Der nächste Schritt wird darin bestehen, Lawson öfter und vor allem konstanter zu schlagen, um sich langfristig für größere Aufgaben im Red-Bull-Kosmos zu empfehlen.

5. Max Verstappen, Red BullWM-Punkte: 109 (6.)
Qualifying-Bilanz: 11:3 gegen Hadjar

Es ist lange her, dass Max Verstappen in einer solchen Liste außerhalb der Top drei geführt wurde, doch zur Saisonhalbzeit 2026 verpasst er diese Ränge knapp. Der Hauptgrund: Im Gegensatz zu Ende 2024 und 2025 lassen sich die Schwächen des aktuellen Red Bull nicht so leicht durch seine fahrerische Klasse kompensieren. Das Auto setzt ihm deutlich engere Grenzen.

Verstappen mit Frust, Hamilton rehabilitiert sich

Zwar hat er Hadjar klar im Griff, doch die Lücke ist bei Weitem nicht so groß wie einst zu Pérez, Lawson oder Yuki Tsunoda. Sein Frust ist deutlich spürbar und entlädt sich häufig am Funk. Dass er nicht um den Titel fährt, dürfte ebenso demotivierend wirken wie seine Abneigung gegen das neue Reglement. Dennoch hat er einige überraschend starke Ergebnisse eingefahren, die seine Klasse unterstreichen.

4. Lewis Hamilton, FerrariWM-Punkte: 169 (2.)
Qualifying-Bilanz: 8:7 gegen Leclerc

Unsere Fahrerwertung 2025 hatte Lewis Hamilton nach einer schwierigen ersten Ferrari-Saison außerhalb der Top 10 beendet. Dass er nun mit einem Sieg und vier weiteren Podestplätzen auf Rang zwei der WM liegt, spricht für seine Widerstandsfähigkeit und sein Können. Er hat sich deutlich besser auf das Umfeld in Maranello eingestellt und die Zusammenarbeit mit dem Team stabilisiert.

Über weite Teile der ersten Saisonhälfte hatte er Leclerc, der mit dem diesjährigen Auto fremdelte, im Griff. In den jüngsten Rennen hat sich diese Lücke zwar etwas geschlossen, doch Hamilton liegt weiterhin knapp vorn. Drei Strafen in drei Rennen, jeweils bei ordentlicher Pace, haben seine Titelchancen jedoch spürbar geschmälert. Der Brite präsentiert sich klar verbessert, aber noch nicht auf absolutem Topniveau.

Gasly blüht auf, Norris bleibt Messlatte

3. Pierre Gasly, AlpineWM-Punkte: 42 (10.)
Qualifying-Bilanz: 9:6 gegen Colapinto

Nach einem schwierigen Jahr 2025 zeigt sich Alpine deutlich verbessert. Pierre Gasly kann sein Können in diesem Auto viel besser zur Geltung bringen und tut dies mit sieben Punktankünften in der ersten Saisonhälfte, darunter ein Podium in Monaco. Das Team hat einen großen Schritt gemacht, und Gasly nutzt die sich bietenden Chancen konsequent.

Wir befinden uns am Beginn eines neuen Reglements, wodurch die Leistungsdichte zwischen den Teams stärker gestaffelt ist. Damit wird der teaminterne Vergleich als Maßstab umso aussagekräftiger – und kein Fahrer besitzt einen so großen Vorteil gegenüber seinem Teamkollegen wie Gasly. Das erklärt seine hohe Platzierung in dieser Rangliste und unterstreicht seinen Status als Führungsfigur bei Alpine.

2. Lando Norris, McLarenWM-Punkte: 128 (5.)
Qualifying-Bilanz: 11:4 gegen Piastri

Ein Blick allein auf die WM-Tabelle lässt Lando Norris’ Titelverteidigung wenig beeindruckend erscheinen. Dieser Eindruck trügt jedoch ein Stück weit, denn erneut ist Norris der stärkere McLaren-Pilot, und das in einer Phase, in der sein Team in der Hierarchie auf Platz drei oder vier zurückgefallen ist. Er agiert eher unter dem Radar, liefert aber konstant auf hohem Niveau.

Antonelli setzt neue Maßstäbe bei Mercedes

In nahezu allen Kennzahlen trennt Norris und Piastri ein kleiner, aber klar erkennbarer Abstand. Waren beide zu Saisonbeginn noch annähernd gleichauf, hat Norris in den vergangenen Rennen die Oberhand gewonnen. Er holte McLarens erste Pole und den ersten Sieg des Jahres im Sprint von Miami, bevor er am vergangenen Wochenende am Hungaroring einen dominanten Grand-Prix-Sieg einfuhr.

1. Kimi Antonelli, MercedesWM-Punkte: 219 (1.)
Qualifying-Bilanz: 9:6 gegen Russell

Kimi Antonellis Anfangsschwierigkeiten in seiner Debütsaison sind kaum noch erinnerlich. Es liegt weniger daran, dass Russell ihm 2026 keine Herausforderung bieten würde, sondern vielmehr daran, dass Antonelli diese annimmt und das Duell klar für sich entscheidet. Mit einem komfortablen Vorsprung von 50 Punkten auf Hamilton und 59 auf Russell geht er in die Sommerpause.

Antonelli hatte vielleicht nicht ganz so viel Pech wie Russell, doch das ist auch schon fast der einzige Unterschied. Weder im Qualifying noch im Rennen wirkte er irgendwann unsicher oder überfordert. Auch der Druck scheint ihn zu keinem Zeitpunkt zu hemmen. Am treffendsten ist vielleicht die Feststellung, dass es inzwischen fast überraschen würde, sollte er den Fahrertitel im Dezember doch noch aus der Hand geben.