everyschematic.com

Explosionen in Teheran nach neuer US-Angriffswelle

Nahost

Explosionen in Teheran nach neuer US-Angriffswelle

Das US-Militär griff die elfte Nacht in Folge Ziele im Iran an. Die bisher letzten Angriffe auf die iranische Hauptstadt gab es Anfang Juni durch Israel

Passanten gehen entlang des Platzes der Islamischen Revolution in Teheran am 21. Juli 2026. Im Vordergrund ist ein Plakat mit einer stilisierten Faust sowie ein monumentales Relief mit Porträts im Hintergrund zu sehen. Gebäude und Fahrzeuge sind ebenfalls sichtbar.
Die iranische Hauptstadt wurde zuletzt Anfang Juni angegriffen.

Teheran – Das US-Militär hat die elfte Nacht in Folge militärische Ziele im Iran angegriffen. Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation ist auch wieder die Flugabwehr in Teheran aktiviert worden. Im Nordosten der Hauptstadt waren dumpfe Detonationen zu hören, berichtete ein dpa-Reporter. Iranische Staatsmedien sprachen von Flugabwehrfeuer in verschiedenen Bezirken der Stadt. Die bisher letzten Angriffe auf Teheran hatte es Anfang Juni gegeben, damals attackierte Israel die Stadt.

Parallel zu den Explosionen in Teheran hatte das US-Militär eine neue Welle von Angriffen im Iran bekanntgegeben. Zu den Zielen zählten demnach unter anderem militärische Einsatzzentralen, Drohnenlager und Flugzeughangars. Damit sollten die Möglichkeiten des Landes geschwächt werden, Handelsschiffe in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus angreifen zu können, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Die genauen Ziele der neuen Angriffe machte Centcom nicht bekannt. Nach gut einer Stunde wurden die Angriffe für beendet erklärt. Die bisher letzten Angriffe auf Teheran hatte es Anfang Juni gegeben. Damals hatte die israelische Luftwaffe als Reaktion auf iranische Raketenangriffe Ziele in der Stadt attackiert.

Waffenruhe und Rahmenabkommen

Der Konflikt war Anfang Juli erneut aufgeflammt, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Die USA flogen daraufhin Hunderte Luftangriffe auf Ziele an der Südküste Irans. US-Präsident Donald Trump erklärte die Anfang April vereinbarte – und ohnehin mehrmals gebrochene – Waffenruhe sowie das Mitte Juni ausgehandelte Rahmenabkommen für beendet. Auch Teheran fühlt sich nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden.

Trump hatte dem Iran Stunden vor den neuerlichen Angriffen bereits gedroht und dabei konkret ein Areal rund um eine Anlage genannt, die als "Pickaxe Mountain" bekannt ist. "Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht", sagte er am Dienstag bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus.

Bereits zuvor hatte der Republikaner eine Attacke auf den Komplex angedroht, der im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran liegt. Trump betonte zudem, dass das US-Militär jede Anlage ins Visier nehmen werde, die die Führung in Teheran für atomare Zwecke nutzen wolle.

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben unterdessen mehrere Schiffe im Rahmen ihrer verkündeten "Blockade" innerhalb von 24 Stunden zur Umkehr gezwungen. Das berichtete die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba unter Berufung auf deren Militärkreise. (APA, 22.7.2026)

Forum: 66 Postings

Ihre Meinung zählt.

Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.