Beim 1. FC Union Berlin hat sich auf den Trainer-Positionen in diesem Sommer einiges getan. Mauro Lustrinelli kam aus der Schweiz vom FC Thun in die Hauptstadt, coacht nun die Profis in der Bundesliga. Bei den Frauen beerbte Marie-Louise Eta an der Seitenlinie Ailien Poese und den durch Etas Weggang in den Profibereich frei gewordenen Platz in der U19 übernahm Jens Härtel.
Der 57-Jährige war bis Anfang des Jahres Trainer beim damaligen Drittligisten Erzgebirge Aue. Zuvor trainierte er Braunschweig, Rostock, Magdeburg und in Berlin schon den BAK. Härtel stand beim sensationellen 4:0-Erfolg der Moabiter in der ersten Runde des DFB-Pokals 2012/13 gegen die TSG Hoffenheim am Seitenrand und schaffte so eine der größten Sensationen in der jüngeren Vergangenheit des Wettbewerbs.
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Bei den Eisernen ist er aber auch alles andere als ein Unbekannter. Zwischen 1993 und 1996 sowie zwischen 1998 und 2000 war er Spieler bei Union und hat allein schon deshalb Spuren im Klub hinterlassen. „Dass ich jetzt hier Trainer sein kann, ist für mich perfekt. Ich hatte hier eine sehr schöne, aber auch schwierige Zeit. Aber es war immer emotional. Deswegen bin ich froh, wieder da zu sein“, sagte er nun in einem Interview mit der Bild.
Wechsel zu Sachsen Leipzig war „der größte Fehler“
Härtel macht allerdings keinen Hehl daraus, dass sein Abschied nicht ohne Nebengeräusche verlief. Nachdem er Union den Rücken gekehrt hatte, stieg der Verein in die 2. Bundesliga auf, stürmte sensationell ins Pokalfinale, verlor dort zwar 0:2 gegen den FC Schalke 04, qualifizierte sich aber trotzdem für den internationalen Wettbewerb. „Am Ende war es halt auch für mich als Spieler der größte Fehler meiner Karriere“, blickt der ehemalige Abwehrspieler zurück. „Meinem (damals; Anm. d. Red.) neuen Verein Sachsen Leipzig wurde die Lizenz entzogen. Da ist alles schiefgegangen.“
Mehr als ein Vierteljahrhundert später hat der Trainer mit den Geschehnissen von damals abgeschlossen. Vielmehr blickt er nun voller Vorfreude auf seine Aufgabe im Junioren-Bereich. „Wir haben hier viele talentierte Jungs. Es geht immer darum, sein Maximum herauszuholen. Ich hoffe, dass wir den einen oder anderen auch oben in der Bundesliga sehen werden, wie Aljoscha Kemlein“, will Härtel den Erfolg in der U19 nicht nur von Ergebnissen oder dem Tabellenplatz abhängig machen.
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Der gesamte Verein hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren mehr Spieler aus dem Junioren-Bereich in den Bundesliga-Kader zu integrieren. Der erst 16-jährige Linus Güther schickt sich aktuell an, auch im Profibereich auf sich aufmerksam zu machen. In den bislang vier Testspielen unter Lustrinelli kam er regelmäßig zum Einsatz, traf beispielsweise beim ersten Test in Rathenow (12:2) doppelt. Härtel stellt sich schon darauf ein, dass er in der U19 nicht in vollem Umfang auf das Top-Talent bauen kann: „Wenn er oben Spielzeit bekommt und ein Faktor sein kann, wird er bei uns nicht auftauchen.“
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