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Erinnern Sie sich? Dieser Spanien-Weltmeister spielte einst für den BVB

Wenn während der WM die Nummer sechs auf Spaniens Anzeigetafel aufleuchtete, war die Sache klar: Jetzt betritt der K.o.-Killer den Rasen. So war es schon am 5. Juli 2024, als Mikel Merino Deutschlands Sommermärchen 2.0 bei der Heim-EM per Kopfball mitten ins Herz stieß. Und zwei Jahre später machte der Europameister genau dort weiter, wo er aufgehört hatte.

Portugal schoss er in der Nachspielzeit mit seinem 1:0 aus dem Turnier und Cristiano Ronaldo die Tränen ins Gesicht. Belgien ereilte im Viertelfinale in der 88. Minute dasselbe Schicksal. Merino, der Last-Minute-Weltmeister!

Merino fühlte sich in Dortmund nicht richtig wohl

Heute ist es kaum vorstellbar, dass dieser Merino einst in Dortmund spielte. Oder besser gesagt: gurkte. Vor ziemlich genau zehn Jahren holte der BVB den damals 20-Jährigen als Talent von CA Osasuna. Sportdirektor Michael Zorc blätterte rund vier Millionen Euro für den Spanier hin, in der Hoffnung, er könne im schwarz-gelben Mittelfeld so richtig durchstarten. Doch das Projekt ist gescheitert. Am Ende stehen neun Einsätze – kein Tor, keine Vorlage. Ganze zweimal durfte er über die volle Distanz ran, als Innenverteidiger.

Taktik-T-Rex Thomas Tuchel hatte damals offenbar ganz spezielle Pläne mit dem schlanken Spanien-Schlaks. Denn die Konkurrenz im Mittelfeld war groß: Weigl, Bender, Sahin, Castro, Kagawa, Götze, Reus, Rode. Der Spanier räumte später ein, dass er mit dem heutigen England-Trainer nicht unbedingt auf einer Wellenlänge lag. „Manchmal wird einfach nicht auf deine Fähigkeiten vertraut“, sagte er in einem Interview mit der Sport Bild.

Nach nur einer Saison war Schluss in Schwarz-Gelb – zunächst per Leihe, später als fester Transfer für rund sieben Millionen Euro zog es ihn nach Newcastle. Immerhin: Am Abend postete der BVB noch ein Foto von Merino mit dem DFB-Pokal in Berlin, den er mitgewann. Doch zum Küssen war dieses Kapitel wirklich nicht.

Merinos Karriere nahm in Spanien Schwung auf

Merino erklärte: „Ich wollte jedenfalls schon in Dortmund der werden, der ich heute bin. Manchmal gefällt deine Spielweise dem Trainer nicht, manchmal ist das Umfeld nicht das richtige. Da ist die angesprochene Sache mit dem Vertrauen. Und vielleicht war ich noch nicht reif genug, um zu brillieren...“

17. März 2017: Thomas Tuchel wechselt Mikel Merino ein, der guckt recht skeptisch.

17. März 2017: Thomas Tuchel wechselt Mikel Merino ein, der guckt recht skeptisch.© firo | Neundorf

Auch in Dortmund sah man das so – zumal sich Merino nicht nur mit der ungewöhnlichen Position schwertat, sondern sich auch abseits des Platzes nicht heimisch fühlte. Dem BVB wiederum fehlte die Empfehlung aus den Trainingseinheiten, um ihm mehr Spielzeit zuzutrauen.

Ganz anders lief es dann bei Real Sociedad: Nach der durchwachsenen Zwischenstation auf der Insel wechselte Merino für über zehn Millionen Euro ins Baskenland und dort ging sein Stern endgültig auf. Plötzlich zeigte er all das, was sich die BVB-Scouts einst zusammenfantasiert hatten. Mit San Sebastián qualifizierte er sich als Stratege 2022 für die Champions League, ehe der englische Meister Arsenal London rund 30 Millionen Euro auf den Tisch legte.

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Nach dem größten Sieg seiner Karriere im Finale gegen Argentinien (1:0 n.V.) hatte Merino dann reichlich Grund zum Feiern – so viel, dass er sogar Donald Trump aufs Korn nahm und den „Trump-Dance“ mit geballten Fäusten und wippenden Hüften zeigte. Schließlich hatte er als Joker mit zwei entscheidenden Toren maßgeblich zum Triumph beigetragen. „Es wirkt wie ein Zufall, ist aber eigentlich keiner. Wenn man auf solche Situationen vorbereitet ist, kann so etwas wieder passieren“, sagt der K.o.-Killer cool.