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Eine besondere Auswahl: Wassersport, Wandern, Reiten – Sechs Camping-Geheimtipps in NRW

Eine besondere Auswahl Wassersport, Wandern, Reiten – Sechs Camping-Geheimtipps in NRW

17.07.2026 · 13:25 Uhr

 Die Blaue Lagune in Wachtendonk mit Campingplatz und Sandstrand.

Die Blaue Lagune in Wachtendonk mit Campingplatz und Sandstrand.

Foto: Blaue Lagune/Chris Lehnert

Serie | Düsseldorf · Campingplätze in NRW zählen mit zu den beliebtesten und trotz Preiserhöhungen zu den günstigsten in Deutschland. Wir stellen eine kleine Auswahl von besonderen Anlagen vor.

Camping boomt, und das schon seit Jahren: Mit rund 44,7 Millionen Campingübernachtungen im Jahr 2025 in Deutschland wurde erneut ein Rekordwert erreicht. Damit entfiel rund jede elfte der insgesamt 497,4 Millionen Gästeübernachtungen im vergangenen Jahr auf einen Campingplatz. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Campingübernachtungen damit mehr als verdoppelt. Ein preiswertes Vergnügen ist diese Urlaubsform dabei nur bedingt. Laut einer Analyse von Pincamp, dem Campingportal des ADAC, steigen die Campingpreise in Nordrhein-Westfalen 2026 stärker als in jedem anderen Bundesland.

Mit einem Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet NRW sogar den größten Preisanstieg im bundesweiten Vergleich. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind zahlt demnach in der Hochsaison 2026 durchschnittlich 40 Euro pro Nacht – das sind rund sechs Euro mehr pro Nacht als 2025, aber immer noch weniger als der Bundesdurchschnitt von 41 Euro. Trotz starker Preiserhöhungen bleibt Campingurlaub in NRW weiter günstiger als in vielen anderen Bundesländern. Das teuerste Camping-Bundesland ist Brandenburg mit Hochsaisonpreisen von je 45 Euro pro Übernachtung, gefolgt von Baden-Württemberg mit 44 Euro, Mecklenburg-Vorpommern mit 43 und Bayern mit 42 Euro.

Auch innerhalb von NRW lohnt sich bei der Urlaubsplanung ein Campingplatz-Vergleich, denn zwischen den einzelnen Regionen unterscheiden sich die Preise enorm. Am teuersten ist Camping im Weserbergland: Familien zahlen dort durchschnittlich 50 Euro pro Nacht. Die Region verzeichnet mit einem Plus von 32 Prozent den stärksten Preisanstieg im Bundesland. Deutlich günstiger ist Camping im Ruhrgebiet (35 Euro) und im Münsterland (37 Euro). Zwischen der teuersten und der günstigsten Region liegt damit ein Preisunterschied von rund 15 Euro pro Nacht.

Immerhin erfreuen sich die Campingplätze in NRW weiterhin großer Beliebtheit. Sieben Plätze aus NRW schafften es in diesem Jahr sogar auf die Liste der Top 100 der Plätze in Deutschland, die auf Pincamp am stärksten gefragt waren. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Der gefragteste Platz in NRW im vergangenen Jahr war demnach erneut der Campingpark Kalletal im Kreis Lippe. Den zweiten Platz auf der Liste der gefragtesten Campingplätze in NRW belegte der Platz Camping Borken am See im Münsterland. Die Anlage schaffte es zum ersten Mal in die Top 10. Auf Platz drei steht der Knaus Campingpark Hennesee in Meschede im Sauerland. Aber es gibt natürlich viele andere schöne Plätze in NRW, die es nicht in die Auswahl geschafft haben, aber trotzdem einen Besuch lohnen. Wir stellen einige vor.

Seepark Ternsche

Wer seine Ferien gerne am Wasser verbringt, muss dafür nicht unbedingt ans Meer. Mitten im Münsterland liegt der Ternscher See mit einer Wasserfläche von immerhin rund 14.000 Quadratmetern. Und direkt am Ufer befindet sich der Seepark Ternsche, der mit vielen unterschiedlichen Übernachtungsmöglichkeiten punktet. Neben diversen Stellplätzen gibt es auch unterschiedlich große Ferienhäuser teils direkt am Ufer, ein Schwedenhaus auf Stelzen und Safarizelte. Für sportlich ambitionierte Gäste bietet sich das für Radfahrer bestens erschlossene Umland an oder der See, um dort zu schwimmen oder zu paddeln.

Eine besondere Attraktion ist der Aqua Climb, nach Angaben der Betreiber der größte schwimmende Klettergarten Deutschlands mit 21 Plattformen und 28 Hindernissen sowie einer 24 Meter langen Zipline. Fürs Zuschauen eignet sich das Strandcafé mit großer Terrasse in den Dünen. Wer sich trotzdem langweilt, unternimmt einfach einen Ausflug – nach Münster, ins Ruhrgebiet oder zu einem der rund 100 Schlösser in der Umgebung.

Ferienpark Dülmener See

Der Campingplatz am Dülmener See.

Der Campingplatz am Dülmener See.

Foto: IMAGO/Hans Blossey/IMAGO/hans blossey

Ebenfalls Entspannung am Wasser bietet der Ferienpark Dülmener See, ein Familienbetrieb in zweiter Generation, gelegen zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Rund zehn Hektar groß ist das Gelände des Campingplatzes, der nicht nur Möglichkeiten zum Zelten oder Stellplätze für Wohnmobile bietet, sondern auch Unterkünfte zum Mieten, beispielsweise eine Waldlodge oder ein sogenanntes Tiny Haus. Diese Mini-Häuser bieten auf nur wenigen Quadratmetern alles, was man für einen angenehmen Aufenthalt benötigt – inklusive Klimaanlage, bei den derzeit heißen Sommern fast unverzichtbar.

Gerade für Familien ist der Dülmener See ideal, besitzt er doch eine nur geringe Wassertiefe, so dass auch kleinere Kinder dort – natürlich unter elterlicher Aufsicht – baden können. Tretboote lassen sich ebenfalls mieten. Zudem wird der See in regelmäßigen Abständen vom HY Hygieneinstitut Umwelt in Gelsenkirchen auf Wasserqualität untersucht, um mögliche Verunreinigungen auszuschließen.

Campingpark Kerstgenshof

Auf dem Campingplatz Kerstgenshof kann man auch Pods mieten.

Auf dem Campingplatz Kerstgenshof kann man auch Pods mieten.

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Urige Holzhäuschen, Pods genannt, die an die Behausungen der Hobbits aus dem Film „Herr der Ringe“ erinnern, lassen sich auf dem Campingpark Kerstgenshof mieten. Die Anlage nahe der niederländischen Grenze erfreut sich unter Campern anhaltender Beliebtheit und landet immer wieder auf der Liste der besten Campingplätze Europas. Neben den Pods lassen sich auf dem weitläufigen, naturnahen Gelände am Niederrhein neben Pods auch Landhaus-Chalets mieten; Platz für Wohnmobile und Zelte gibt es selbstverständlich auch. Kinder finden dort viele ganz unterschiedliche Spielbereiche, etwa einen Bolzplatz und einen Kletterparcours, aber auch einen Streichelzoo mit Ziegen und Hühnern.

Auch einen Bauerngarten mit Beerensträuchern und Kräuterspirale hat der Kerstgenshof, dazu einen Baumlehrpfad – im familiengeführten Campingpark legt man Wert auf ökologische Lebensweise und will die Natur den Menschen nahebringen. Die Umgebung ist ideal, um sie mit dem Rad zu erkunden, da ist es praktisch, dass zum Platz auch ein Fahrradverleih gehört. Highlights unter den Ausflugszielen sind etwa der Archäologische Park Xanten und das Museum Schloss Moyland.

Haard-Camping

Vor allem Wanderer, aber auch Radfahrer und Reitsportfreunde kommen auf dem Platz Haard-Camping in Datteln auf ihre Kosten. Liegt die Anlage doch direkt am namensgebenden Naturpark „Die Haard/Hohe Mark“. Dort findet sich eines der größten zusammenhängenden Reitwegenetze in Deutschland mit rund 170 Kilometern an ausgewiesenen Reitwegen. Zum Campingplatz gehören zwei Wiesen mit Unterstand und Heuraufe, um dort mitgeführte Pferde unterzubringen. Auch als Ausgangspunkt für Rad- und Wandertouren in der Region Hohe Mark oder entlang der Römer-Lippe-Route ist der Campingplatz geeignet. Neben einer Zeltwiese gibt es sowohl Touristik- als auch Dauerstellplätze sowie Camping-Pods. Mit Kleintierzoo, einem Spielplatz mit Trampolin sowie Tischtennisflächen ist auch für Kinder gesorgt. Die Betreiber des Platzes legen Wert auf nachhaltiges Camping, dafür bekam die Anlage schon eine Ecocamping-Auszeichnung.

Campingplatz Blaue Lagune

In diesem heißen Sommer sind Bademöglichkeiten sehr gefragt. Der Campingplatz Blaue Lagune in Wachtendonk lässt in dieser Hinsicht kaum Wünsche offen. Denn das Wiesengelände an einer Wasserbucht am unteren Niederrhein gehört zu einem beliebten Freizeitpark mit großem Badesee. Dort finden sich diverse Wassersportangebote, von Wasserski über eine Wakeboard-Anlage bis zum Stand-up-Paddling ist alles dabei. Dazu gibt es einen Aqua-Park, auf dem sich nicht wasserscheue Kletterer austoben dürfen. Auch an Land darf geklettert und geschwitzt werden, beispielsweise auf dem Abenteuerspielplatz oder dem Beachvolleyballfeld. Wer sich aber einfach nur ausruhen möchte, kann dafür den rund 500 Meter langen Sandstrand nutzen. Für Camper bietet der Platz Blaue Lagune sowohl Stellplätze als auch unterschiedlich große Ferienhäuser.

Campingplatz Wannetal

Wer es gerne ruhig mag und nah an der Natur, der ist im Sauerland bei Warstein-Niederbergheim gut aufgehoben. Dort liegt der terrassenförmig angelegte Campingplatz Wannetal direkt am Möhnefluss. Der bei Wassersportlern beliebte Möhnesee sowie der Arnsberger Wald mit vielen markierten Wanderwegen befinden sich im näheren Umfeld. Auch für Radfahrer ist die Lage des Platzes ideal. Insgesamt rund 200 Stellplätze umfasst die Anlage, darunter neben Stellplätzen für Kurzzeit- und Dauercamper auch eine Zeltwiese sowie Ferienwohnungen und Mobilheime. Hunde sind erlaubt, nur die Gaststätte sucht einen neuen Pächter und ist derzeit geschlossen.

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