Während andere Theater in der Sommerpause sind, zieht es das T-Werk traditionell nach draußen. Bereits zum 13. Mal lädt es für die Theaterreihe der Schirrhofnächte in die spätsommerliche Schiffbauergasse ein.
Den diesjährigen Auftakt am 13. August macht das Neue Globe Theater aus Potsdam mit einem Klassiker der Nachkriegsliteratur: „Draußen vor der Tür“, das unter der Regie von Kai Frederic Schrickel diesen Mai Premiere feierte. Wolfgang Borcherts beklemmendes Antikriegsdrama handelt von einem Mann, der aus dem Krieg zurückkehrt und keinen Platz mehr im Leben findet.

Für Josef Haders und Alfred Dorfers „Indien“ verpflanzt Regisseur Kai Frederick Schrickel die österreichische Tragikkomödie ins Märkische. © Gerrit Wittenberg / Neues Globe Theater
Insgesamt sind dieses Jahr vier neuere wie ältere Inszenierungen während der Schirrhofnächte zu sehen. Die beiden anderen Stücke, die das Neue Globe mitbringt, könnten nicht gegensätzlicher zu Borcherts Drama gewählt sein. Mit Ephraim Kishons Komödie „Es war die Lerche“ stieg die freie Theatergruppe letztes Jahr in ihre Jubiläumssaison ein und fragte: Wie sähe eigentlich das Eheleben von Romeo und Julia, mittlerweile Ballettlehrer und „nörgelnde Ehefrau“ 30 Jahre nach ihrem vermeintlichen Tod aus?

Vor allem Klassiker wie „Woyzeck“ haben die eingeladenen Theatergruppen im Gepäck. © Marion Kollenrott
„Indien – eine Schnitzeljagd durch die deutsche Provinz“ war bereits 2017 bei den Schirrhofnächten zu Gast. Regisseur Schrickel verpflanzte Josef Haders und Alfred Dorfers österreichische Tragikkomödie ins Märkische und inszenierte damit erstmals ein zeitgenössisches Stück für die eigentlich William Shakespeare verschriebene Theatergruppe. Darin begeben sich Kurt Fellner und Heinz Bösel auf Dienstreise in die vermeintliche Servicewüste Brandenburg, um Restaurants zu testen – und letztlich auf eine Reise zu sich selbst.
Und noch zwei weitere Klassiker warten auf das Publikum. Das Werderaner „Ton und Kirschen Wandertheater“ hat Margarete Biereyes und David Johnstons Inszenierung von Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ im Gepäck. Das Stück über den gleichnamigen gedemütigten Soldaten, der letztlich unter dem gesellschaftlichen Druck zusammenbricht und im Eifersuchtsrausch seine Freundin Marie ersticht, feierte letzten Herbst Premiere. Für kleine Menschen ab fünf bringen T-Werk und Theater Nadi erneut „Die Regentrude“ nach Theodor Storm als Open-Air-Theater mit Masken und Musik auf die Bühne.