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Leihmutter-Eklat: „Doppelstandards“! Grüne attackieren Spahn scharf – Partei-Chef fordert Versprechen ein

Stand: 17.07.2026, 13:49 Uhr

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Jens Spahn ist durch eine Leihmutter Vater geworden – trotz Verbotslinie in der CDU. Das sorgt für Irritationen. Nun fordern die Grünen eine Erklärung

Berlin – CDU-Fraktionschef Jens Spahn und sein Ehemann haben ihren Sohn via Leihmutter in den USA bekommen. Dabei lehnt die CDU die Legalisierung von Leihmutterschaft ab. Der Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak reagierte mit Verständnis auf die öffentlichen Irritationen und fordert Aufklärung.

Jens Spahn (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, äußert sich vor der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Jens Spahn und sein Ehemann sind Väter geworden - und nun scharfer Kritik ausgesetzt (Archivbild). © picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

Die Fragen, um die es bei Spahns Entscheidung ginge, seien „nicht trivial“, sagte Banaszak der Welt. Weiter betonte er: „Es ist immer besser, wenn man im Einklang mit dem lebt, was man in sein eigenes Programm schreibt und auch politisch von anderen erwartet.“ Banaszak forderte ein, dass Spahn seinem Versprechen nachkomme und Fragen zu dem Vorgang beantworte.

„Doppelstandards“ zum Thema Leihmutterschaft: Spahn erntet Kritik aus der Grünen

Auch der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, kritisierte Spahn am Freitag (17. Juli). Dabei ginge es „nicht um die Geburt eines Kindes, sondern um politische Glaubwürdigkeit und Doppelstandards“, wie ihn die AFP zitiert. Auch Vereine schalteten sich mit Kritik ein.

In der Debatte wird Spahn auf eine Stellungnahme aus dem Jahr 2015 im Gespräch mit der Zeitschrift GQ zurückgeworfen. Darin sagte er: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden.“ Er betonte jedoch auch Folgendes: „Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht.“

Wegen Leihmutterschaft: Thüringer Frauen-Union fordert Rücktritt von Spahn

Innerhalb der CDU kam es ebenfalls zu Kritik an Spahns Vorgehen. „Leihmutterschaft ist in Deutschland aus guten ethischen Gründen verboten“, betonte die Thüringer Landesvorsitzende der Frauen-Union, Marion Rosin (CDU), im Gespräch mit den Thüringer Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Sie forderte Spahn zum Rücktritt auf und begründete: „Wer dieses Verbot durch eine Auslandslösung umgeht, setzt sich über den Geist des deutschen Gesetzes hinweg.“ Andere Parteikollegen, darunter Bundestagspräsidentin Julia Klöckner auf Instagram und laut eigenen Aussagen der Bundeskanzler Friedrich Merz, gratulierten Spahn.

Trotz Vaterglück von Spahn: CDU hält an Verbot für Leihmutterschaft fest

In den USA wurden Spahn und sein Mann, nachdem eine Leihmutter das Kind für sie ausgetragen hatte, beide als Väter anerkannt. Dies zieht folgend auch die Anerkennung in Deutschland nach sich. Denselben Weg war einige Monate zuvor auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Streeck mit seinem Ehemann gegangen.

Im Februar hatte sich die CDU auf ihrem Bundesparteitag in Stuttgart ausdrücklich gegen Leihmutterschaften ausgesprochen. Auch nachdem Spahn sein frisches Elterndasein öffentlich gemacht hatte, hielten die CDU und das Bundesfamilienministerium an dem Verbot fest. In den USA hingegen ist die Leihmutterschaft in einigen Bundesstaaten legal. (Quellen: Welt, AFP, GQ) (lismah)