Er wurde zum ersten Sommer-Blockbuster der Kinogeschichte und gilt noch heute als stilprägendes Meisterwerk. Doch ausgerechnet einer der Stars des Films war sich vorher sicher, dass ihm ein absoluter Flop bevorsteht!
Das Wort „Blockbuster“ wird heute als Synonym für einen teuren, spektakulären Hollywood-Film verwendet – unabhängig davon, ob er tatsächlich auf Publikumsinteresse stößt. Vor rund 50 Jahren hatte der Begriff allerdings noch eine deutlich wörtlichere Bedeutung: Als „Der weiße Hai“ 1975 in die Kinos kam, standen die Zuschauer*innen buchstäblich um den Häuserblock Schlange. Bis heute gilt Steven Spielbergs Thriller-Meisterwerk damit als der erste Sommer-Blockbuster der Kinogeschichte.
Mit einem weltweiten Einspielergebnis von damals absolut sensationellen 495 Millionen US-Dollar war „Der weiße Hai“ nicht nur der mit Abstand umsatzstärkste Leinwand-Hit seines Entstehungsjahres – er war auch zeitweise der erfolgreichste Film aller Zeiten (bis ihm zwei Jahre später das erste „Star Wars“-Abenteuer den Rang ablief).
Steven Spielberg standen in Hollywood im Anschluss endgültig sämtliche Türen offen, und bei Rotten Tomatoes zeigen sich 97 Prozent der Kritiker*innen und 98 Prozent des Publikums begeistert. Wenn es ein Film verdient hat, als Meilenstein bezeichnet zu werden, dann ganz sicher „Jaws“ (so der Originaltitel, der wörtlich „Kiefer“ beziehungsweise „Gebiss“ bedeutet).
Richard Dreyfuss glaubte nicht an den Erfolg von "Der weiße Hai"
Vor diesem Hintergrund ist kaum vorstellbar, dass ausgerechnet einer der Hauptdarsteller von „Der weiße Hai“ zunächst von einem lupenreinen Flop ausging. Richard Dreyfuss, der im Film dem Meeresbiologen Matt Hooper sein Gesicht lieh, enthüllte im Interview mit USA Today:
„Ich dachte, der Film würde ein Desaster werden. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie Steven all die Probleme überwinden sollte, mit denen er jeden Tag konfrontiert war. Ich weiß noch, dass ich mindestens in einer Talkshow gesagt habe, der Film werde eine totale Katastrophe. Später war ich erneut in derselben Sendung und bezeichnete mich selbst als den dümmsten Schauspieler Amerikas. […] Als ich den fertigen Film schließlich sah, wurde mir klar, dass ich völlig falschgelegen hatte.“
Dreyfuss spielte auf die zum Teil zermürbenden Dreharbeiten an, die immer wieder von technischen Defekten, schlechtem Wetter und anderen Verzögerungen erschwert wurden. Manches davon kam dem finalen Ergebnis schließlich sogar eher zugute – wie zum Beispiel die wiederkehrenden Probleme mit dem mechanischen Hai, die Spielberg dazu zwangen, das Monster lange nur anzudeuten und so die Spannung noch wirkungsvoller aufzubauen.
Dreyfuss ist nicht der einzige, der den Spannungs-Klassiker später als eine der wichtigsten Erfahrungen seiner Karriere bezeichnete. Ausgerechnet Steven Spielberg hat aber große Schwierigkeiten mit einem zentralen Aspekt des Films. Worum es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Ich bedaure es aufrichtig": Steven Spielberg ringt seit 50 Jahren mit den Folgen von "Der weiße Hai"