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Affäre mit der Schwiegermutter: Dieser Fall lässt mich bis heute nicht los

Ob spontaner One-Night-Stand oder jahrelang verheimlichte Affäre – kaum jemand spricht offen über Untreue. Und doch gehört sie für viele Menschen zur Realität ihres Liebeslebens. In dieser Ausgabe unseres Beziehungs-Newsletters „Ein FUNKE Liebe“ beschäftigt sich unsere Autorin mit der Frage, warum Menschen fremdgehen, und teilt überraschende Erkenntnisse.

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Vor ziemlich genau einem Jahr wurde dieser Beziehungs-Newsletter ins Leben gerufen. Am Anfang habe ich mich gefragt: Was können wir eigentlich über die Liebe noch lernen? Heute, zwölf Monate später, lautet meine Antwort: sehr viel – und gleichzeitig wahrscheinlich nie genug. Durch diesen Newsletter und den Austausch mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, habe ich viel über zwischenmenschliche Beziehungen erfahren – über ihre Schönheit, ihre Widersprüche und ihre Zerbrechlichkeit. Vor allem aber habe ich gelernt, dass Beziehungen selten so einfach sind, wie sie von außen erscheinen.

In den vergangenen zwölf Monaten haben mich unzählige Nachrichten von Ihnen erreicht. E-Mails, Briefe und lange persönliche Schilderungen, in denen Menschen mir ihr Herz ausgeschüttet haben. Besonders viele Leserinnen haben mir ihre Geschichten anvertraut. Geschichten von großen Gefühlen, von Hoffnung, Enttäuschung, Neuanfängen und Abschieden. Für dieses Vertrauen bin ich unendlich dankbar. Es ist alles andere als selbstverständlich, fremden Menschen die intimsten Kapitel des eigenen Lebens zu erzählen. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle von Herzen für das große Interesse bedanken.

Und nach einem Jahr kann ich mit Überzeugung sagen: Kaum ein Beziehungsthema bewegt Menschen so sehr wie das Fremdgehen. Kein anderes Thema löst so viele Emotionen aus. So viele Fragen. So viel Wut, Scham, Trauer und Ratlosigkeit. Woche für Woche schreiben mir Menschen, die betrogen wurden. Andere melden sich, weil sie selbst untreu waren und bis heute mit Schuldgefühlen kämpfen. Manche suchen Verständnis, andere Vergebung, wieder andere einfach jemanden, der zuhört.

Er war ihr „Traummann“ – bis er sie mit ihrer Mutter betrog

Und genau das soll dieser Newsletter sein: ein Ort, an dem wir zuhören, statt vorschnell zu urteilen. Beziehungen sind kompliziert. Menschen sind kompliziert. Hinter jeder Entscheidung steckt eine Geschichte, die oft vielschichtiger ist, als sie auf den ersten Blick erscheint. Wer fremdgeht, ist nicht automatisch ein schlechter Mensch. Wer betrogen wurde, trägt nicht automatisch Schuld. Das Leben lässt sich eben selten in Schwarz und Weiß einteilen.

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Alina Juravel ist Redakteurin im Ressort Leben der FUNKE-Tageszeitungen.

Eine Geschichte allerdings lässt mich bis heute nicht los. Vor einigen Monaten schrieb mir eine Leserin namens Lisa eine E-Mail. Aus ihrer Nachricht entwickelte sich über Wochen ein intensiver Austausch. Irgendwann sagte sie zu mir: „Wenn meine Geschichte anderen hilft, dann darfst du sie erzählen.“ Lisa möchte nicht mit vollem Namen genannt werden. Nicht, weil sie sich für ihre Geschichte schämt, sondern weil sie Angst hat – vor Häme und vor Hasskommentaren im Internet. Diesen Wunsch respektieren wir selbstverständlich. Gleichzeitig war es uns wichtig, ihre Schilderungen sorgfältig zu überprüfen. Wir haben mit Lisa ausführlich gesprochen, Bilder und Chatverläufe eingesehen und ihre Geschichte verifiziert.

Was Lisa erlebt hat, ist kaum zu begreifen. Sie wurde nicht nur von ihrem vermeintlichen Traummann betrogen. Sie musste erfahren, dass er eine Affäre mit ihrer eigenen Mutter hatte. Ein doppelter Verrat. Zwei Menschen, denen sie bedingungslos vertraute – und die ihr auf die schmerzhafteste Weise den Boden unter den Füßen wegzogen. Aus Lisas Erzählung ist ein Text entstanden, den ich Ihnen sehr gerne ans Herz legen möchte.

Warum gehen Menschen fremd? Diese Frage wird uns wahrscheinlich nie vollständig beantwortet werden können. Genauso wenig wie die Frage, warum es manche mit sich machen lassen. Aber wir können ihre Perspektive kennenlernen, etwa die von Valerie. Sie hat uns erzählt, warum sie trotz unzähliger Affären ihres Mannes bei ihm blieb und weshalb sie denkt, einen Anteil an seinem Betrug zu haben.

Fremdgehen beginnt nicht erst beim Küssen

Auch der dritte Artikel, den ich Ihnen heute hier empfehlen möchte, hat es in sich. Darin geht es um Veronika. Sie glaubte, endlich den richtigen Mann gefunden zu haben. Erst nach mehreren Monaten in ihrer Beziehung begann das sorgfältig aufgebaute Kartenhaus einzustürzen. Nach und nach musste sie erkennen, dass der Mann an ihrer Seite ein Doppelleben führte. Er war längst in einer festen Beziehung – und während er mit Veronika Zukunftspläne machte, erwartete seine Partnerin bereits ein Kind mit ihm. Wie diese ungewöhnliche Dreiecksbeziehung ausgegangen ist, können Sie hier lesen.

Eines hat mir dieses Jahr, in dem ich an diesem Newsletter schreibe, jedenfalls gezeigt: Fremdgehen beginnt selten erst in dem Moment, in dem zwei Menschen sich küssen oder miteinander schlafen. Oft beginnt es viel früher – mit Schweigen. Mit unerfüllten Bedürfnissen, die nie ausgesprochen wurden. Mit Gesprächen, die nicht mehr geführt werden. Mit der leisen Hoffnung, dass sich schon irgendwie alles wieder einrenken wird. Und manchmal beginnt es auch dort, wo Menschen vergessen, Verantwortung für ihre eigenen Gefühle und Entscheidungen zu übernehmen.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum uns Geschichten über Untreue so tief berühren. Sie handeln nicht nur von Liebe. Sie handeln von Vertrauen, Loyalität und der Frage, wie gut wir den Menschen kennen, mit dem wir unser Leben teilen.

Und an alle, die bereits den Mut hatten, ihre schönsten und schmerzhaftesten Erfahrungen mit mir zu teilen: Danke! Jede einzelne Zuschrift erinnert mich daran, warum dieser Newsletter existiert: nicht, um über Menschen zu urteilen, sondern um ihre Geschichten zu erzählen und vielleicht den einen oder anderen Gedanken anzustoßen.

Alles Liebe,
Alina Juravel

P.S. Gefällt Ihnen dieser Newsletter? Dann nehmen Sie bitte kurz an unserer Umfrage teil. Und wenn Sie Kritik haben oder auch Anregungen, freue ich mich über eine Mail an [email protected]

Newsletter Illustration

P.P.S.: Auch heute habe ich eine besondere Hörempfehlung für Sie: Im neuen FUNKE-Podcast „Länger Leben“ spricht meine Kollegin Natalja Fischer mit dem Mediziner und Longevity-Experten Dr. Felix Bertram darüber, wie wir uns möglichst lange gesund halten. Neue Folgen erscheinen jeden Mittwoch, überall, wo es Podcasts gibt. Hier können Sie reinhören.