Thorsten Frei wurde bereits seit dem Wochenende als aussichtsreicher Kandidat gehandelt. Nun steht fest: Der bisherige deutsche Kanzleramtschef soll neuer Vorsitzender der Fraktion der regierenden Christdemokraten im Bundestag werden. Darauf verständigten sich Bundeskanzler Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Union erfuhr. Als erstes hatte die "Bild Zeitung" und das ZDF berichtet.
Der Entscheidung waren zuvor Gespräche in den Parteigremien der Union sowie der Bundestagsfraktion vorausgegagnen. Offiziell ins Amt kommt der Nachfolger erst durch eine Wahl in der Fraktion, die dafür am kommenden Mittwoch in Berlin zu einer Sondersitzung zusammenkommen soll. Nach bisherigen Informationen soll dann auch erst in der kommenden Woche die Nachfolge von Frei verkündet werden. Unklar ist bisher, ob es neben der Nachbesetzung im Kanzleramt auch noch zu weiteren Änderungen im Kabinett kommen wird.
Frei kehrt in den Bundestag zurück
Frei war in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef und Oppositionsführer Friedrich Merz und kennt die Arbeit an der Spitze der Unions-Abgeordneten bestens. Der CDU-Politiker aus dem Schwarzwald war schon nach der Bundestagswahl 2025 für den Fraktionsvorsitz im Gespräch. Merz holte seinen engen Vertrauten dann aber doch ins Kanzleramt.
Spahn stolpert über Leihmutterschaft in den USA
Der 52-Jährige folgt nun auf den NRW-Politiker Jens Spahn. Dieser war am Wochenende nach wachsendem parteiinternem Druck von seinem Amt zurückgetreten. Er und sein Mann Daniel Funke hatten bekanntgegeben, mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden zu sein. Das wurde kritisiert, weil Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und sich Spahns Partei klar gegen eine Legalisierung ausspricht. Er selbst hatte das in der Vergangenheit auch getan.