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„Wir halten es für undenkbar“: Florenz dreht Restaurants die Außentische weg – Händler in der Falle

Bürokratie-Chaos in Florenz: Restaurants kämpfen um ihre Tische auf Italiens schönsten Plätzen

Stand: 13.07.2026, 15:05 Uhr

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Florenz streitet über Außentische: Architekten und Händler fordern mehr Zeit – die Stadt lehnt ab. Was auf Italiens Piazzas auf dem Spiel steht.

Florenz – Italiens Restaurantbetreiber fordern eine neue Fristverlängerung für die Einreichung der Anträge für die neuen Dehors in Florenz. Doch Palazzo Vecchio weist die Bitte zurück. Nach Jahren der Verschiebungen hatte die Stadtregierung am 2. Dezember 2025 den neuen Plan für die Außentische beschlossen, der am 19. Januar vom Gemeinderat bestätigt wurde.

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Dieser Artikel von Giulio Gori e Lorenzo Sarra entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.

Bars und Restaurants wurde im Regelwerk der 30. April als Frist für die neuen Anträge genannt. Die Branchenvertreter hatten wegen der Komplexität der Verfahren allerdings um Zeit bis zum kommenden Herbst gebeten.

Die Gastronomie in Florenz

Aus für die Außenbereiche der Restaurants? Betreiber kämpfen gegen die Frist der Stadt (Archivbild). © IMAGO/Harald Dostal

Restaurantbetreiber in Italien lehnen sich gegen Vorgaben der Stadt Florenz auf

Die Stadt beschloss am 4. Mai einen neuen Termin: den 31. August. Doch den Händlern reicht das nicht. Im Namen jener, die diese bürokratischen Akten bearbeiten müssen, richten die Kammern und Berufsverbände der Architekten, Ingenieure, Geometer, Industrie-, Agrar-, Forst- und Landwirtschaftssachverständigen einen Appell:

„Wir fordern, dass die Frist für die Einreichung der Dehors-Anträge vom 31. August auf den 15. November verschoben wird. Es handelt sich um ein von technischen und operativen Erfordernissen diktiertes Anliegen, das notwendig ist, um den Fachleuten und Wirtschaftsakteuren zu ermöglichen, vollständige Projekte auszuarbeiten, die mit der Verordnung im Einklang stehen und dem historischen, architektonischen und landschaftlichen Wert der Stadt angemessen sind.“

„Im operativen Austausch mit den städtischen Ämtern treten zudem zahlreiche Auslegungsfragen und häufige Anforderungen an ergänzende Unterlagen zutage, die weitere Prüfungen, Kontrollen und technische Ausarbeitungen nach sich ziehen: Das Risiko besteht darin, den Fristablauf mit unvollständigen oder nicht vollständig den Vorschriften der Verordnung entsprechenden Verfahren zu erreichen.“ „Wir halten es für undenkbar, alle Verfahren bis Ende August abschließen zu können“, bekräftigt die Präsidentin der Architektenkammer, Silvia Ricceri, die versichert, dass „alle Betreiber sich in Ordnung bringen wollen“.

Zweifel an der Umsetzbarkeit von Florenz‘ eigenen Vorgaben – Italien-Metropole schießt zurück

„Heute sind es Architekten und Händler, die eine Verlängerung fordern, morgen wird es wahrscheinlich die Stadt sein. Ich frage mich, wie die Ämter von Palazzo Vecchio mehr als tausend neue Genehmigungsanträge prüfen können“, sagt der Präsident von Fipe Confcommercio, Aldo Cursano. Er lässt zugleich durchblicken, dass die eingereichten Anträge bereits die Zahl der bestehenden 912 Dehors übertroffen hätten, von denen sich 674 im Zentrum befinden.

Die Stadt stellt sich quer und lässt wissen, dass „keine weiteren Verlängerungen vorgesehen sind: Es fehlen noch 54 Tage bis zum Ablauf der Frist, und bereits 60 Prozent der Betreiber haben einen Antrag gestellt; zudem wurde auf alle Sommerkonzessionen reagiert“.

Außerdem weist sie das Risiko zurück, die Ämter könnten Probleme bei der Bearbeitung der Verfahren bekommen, da für alle, die bereits über ein Dehors verfügten, dieses ohnehin bis zur Entscheidung über den neuen Antrag bestätigt bleibt. Doch in dieser Angelegenheit bleibt ein ungelöstes Rätsel, das die historischen Plätze betrifft: „Die Projekte zu den Plätzen von besonderem historischem und architektonischem Wert und die sogenannten Sonderprojekte sind noch zu definieren“, heißt es in dem Appell der Kammern und Berufsverbände.

„Pattsituation“ auf den historischen Plätzen von Italiens beliebter Urlaubsstadt

Und auf der Piazza della Repubblica wird dies bestätigt: Die Lokale auf der Seite der Giubbe Rosse haben nach Verzicht auf die Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht ihre Bereitschaft erklärt, die Dehors auf das Niveau derjenigen auf der Seite Gilli abzusenken. Doch man ist sich nicht einig darüber, wer auf einige Quadratmeter verzichten soll:

„Das Problem ist, dass die Stadt von uns verlangt hat, ein gemeinsames Projekt vorzulegen, das ihrer Bewertung unterzogen werden soll. Doch wir hätten es vorgezogen, dass Palazzo Vecchio direkt einen Lösungsvorschlag macht, weil so eine Pattsituation entstanden ist“, sagt Davide Risoluti, Inhaber der Vineria del Re.

Und auf dieser Ebene räumt die Stadt ein, dass noch nicht alles spruchreif ist: „Für die Piazza della Signoria, die Piazza della Repubblica, den Pitti-Platz und die Piazza Santa Maria Novella sind die Projekte in Ausarbeitung und in den kommenden Wochen sind weitere Treffen vorgesehen, auch mit der Denkmalbehörde.“