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Bundesfamilienministerin - Prien kündigt Einschnitte beim Unterhaltsvorschuss an - SPD will Pläne nicht mittragen

Bundesfamilienministerin
Prien kündigt Einschnitte beim Unterhaltsvorschuss an - SPD will Pläne nicht mittragen

Das Bundesfamilienministerium hat Einschnitte beim sogenannten staatlichen Unterhaltsvorschuss angekündigt. Vorgesehen sei unter anderem, diesen künftig nur noch für Kinder "bis einschließlich 15. Lebensjahr" zu gewähren, teilte ein Sprecher mit. An den Plänen gibt es Kritik - auch vom Koalitionspartner SPD.

12.07.2026

Karin Prien

Bundesfamilienministerin Prien (CDU) (IMAGO / pictureteam / IMAGO / Matthias Gränzdörfer)

Der Katholischen Nachrichten-Agentur hatte Ministerin Prien zuvor gesagt, ihr Ministerium arbeite an einem entsprechenden Gesetzentwurf. Die CDU-Politikerin betonte, die Leistung habe sich zu einem der größten Kostenfaktoren für die Kommunen entwickelt. Geplant sei zugleich, säumige Zahler stärker zu sanktionieren. Wer etwa falsche Angaben mache, um Unterhaltszahlungen zu entgehen, dem könne künftig der Führerschein entzogen werden.

Der Vorschuss wird vom Staat ausgelegt, wenn Partner nach einer Trennung keinen Unterhalt zahlen. Seit einer Reform im Jahr 2017 kann er für alle minderjährigen Kinder und ohne zeitliche Begrenzung beantragt werden. Bund und Länder hatten an alleinerziehende Elternteile zuletzt jährlich rund 3,2 Milliarden Euro an Unterhaltsvorschuss ausgezahlt.

Kritik von Grünen und Kinderhilfswerk

Grünen-Fraktionschefin Haßelmann äußerte Kritik an den Plänen. Ständig werde man mit neuen Kürzungsvorhaben von CDU/CSU und SPD konfrontiert, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Es treffe "immer die Gleichen: Alleinerziehende, Familien und Kinder". Auch das Kinderhilfswerk äußerte sich kritisch. Es forderte durchgreifende Reformen zugunsten von Kindern und Jugendlichen statt "Kürzungen bei denen, die ohnehin schon wenig haben".

MDR: SPD will Kürzungen nicht mittragen

Wie der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet, wollen die sozialdemokratischen Koalitionspartner die geplanten Kürzungen nicht mittragen. Diese würden Familien treffen, denen es finanziell besonders schlecht gehe, sagte der Kinderbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Reichardt, dem MDR. Dementsprechend werde man da nacharbeiten müssen, wenn es einen Gesetzentwurf im Parlament gebe.

Diese Nachricht wurde am 12.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.