Stand: 16.07.2026, 20:57 Uhr
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Bakterien-Alarm am Strand von Salerno: Der Sand ist zehnfach stärker belastet als im Vorjahr. Die Umweltdezernentin pocht auf die Schließung.
Salerno – Die bakterielle Belastung ist zehnmal höher als vor genau einem Jahr. Die Werte überschreiten die gesetzlichen Grenzwerte deutlich: Das zeigen die Analysen des Sandes am Universo Beach, dem Strandabschnitt von Salerno zwischen Torrione und Pastena. Dieser Abschnitt steht im Zentrum eines Streits, der die Auffüllungsarbeiten gestoppt hat. Die Untersuchungen wurden auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Salerno durchgeführt. Einige mikrobiologische Parameter bewegen sich demnach am Rande einer Umweltkrise.
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Dieser Artikel von Ersilia Gillio und Luigi Martino entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.
Vor allem Escherichia coli und Enterokokken haben sich offenbar in besorgniserregendem Maß vermehrt. Betroffen ist das Material, das für die Auffüllung verwendet wurde. Es steht seit Wochen im Zentrum der Auseinandersetzung zwischen der Stadtverwaltung und Infratech, dem Konsortium, das die Ausschreibung für die Aufwertung des Strandabschnitts gewonnen hat. Die Stadt hält das Material für ungeeignet. Es entspreche nicht dem Leistungsverzeichnis der Ausschreibung. Das Unternehmen sieht das anders: Die Stadt sei informiert gewesen und habe die Verwendung genehmigt.

Der Sand am Strand von Salerno ist mit Bakterien befallen. (Symbolbild) © Armando Babani/IMAGODie beiden Streitparteien finden weiterhin keine Einigung. Die Menschen baden dennoch im Meer und ignorieren jede Gefahr für ihre Gesundheit. Das Meerwasser selbst stuft die Arpac als ausgezeichnet ein. Die Risiken liegen woanders und betreffen ausschließlich den Sand.
Sand am Italien-Strand ist voller Bakterien – Umweltdezernentin fordert sofortige Schließung
Das größte Risiko ist laut der regionalen Umweltdezernentin Claudia Pecoraro das versehentliche Verschlucken von Sand – vorwiegend für Kinder ein Problem. Hinzu kommt der Kontakt mit Schleimhäuten und mit verletzter Haut, etwa bei kleinen Wunden oder Schürfungen, wo die natürliche Schutzbarriere fehlt. Mögliche Folgen sind Magen-Darm-Beschwerden sowie Infektionen an Augen, Ohren oder Haut.
Pecoraro erklärt: „Die Region Kampanien hat ihren Teil getan. Was sich abzeichnet, ist ein bedeutender Wert bei der bakteriellen Belastung. Man kann Auflagen erlassen – sofort zu duschen, den Badeanzug zu wechseln, sich nicht mit nassem Handtuch an den Strand zu legen. Doch vielleicht sollte man einen Schritt weitergehen: den Zugang zum Strandbereich untersagen und alle rechtlich vorgesehenen Maßnahmen ergreifen, um die Bevölkerung zu schützen.“
Ermittlungen zu Cetara und zur Herkunft des Sands
Parallel läuft eine weitere Untersuchung zu den Auffüllungsarbeiten am Strand von Cetara, die von der Staatsanwaltschaft gestoppt wurden. Mittlerweile durchsuchte die Küstenwache die Büros des Rathauses. Auch die Wohnungen mehrerer Beteiligter waren betroffen: die von Bürgermeister Fortunato Della Monica, des alleinverantwortlichen Projektleiters und Leiters des städtischen Bauamts, des Bauleiters sowie des Geologen, der das Gutachten zur Verträglichkeit des verwendeten Sandes erstellt hatte. Grundlage war ein Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss.
Die Ermittler, die das Material bereits beschlagnahmt hatten, nahmen die Unterlagen zu dem Eingriff an sich und stellten die Mobiltelefone der von der Maßnahme betroffenen Personen sicher. Die Staatsanwaltschaft will den gesamten Ablauf sowohl in administrativer als auch in technischer Hinsicht rekonstruieren. Bürgermeister Della Monica erklärte, er habe volles Vertrauen in die Arbeit der Justiz.