everyschematic.com

Asylzahlen sinken: Landkreis baut Unterkünfte ab

Stand: 21.07.2026, 06:29 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Asyl in Deutschland (Symbolbild).

Auch im Landkreis gibt es weniger Ankünfte von Geflüchteten. © Symbolbild: Michael Bihlmayer/Imago

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen leben aktuell 2927 Geflüchtete. Das sind deutlich weniger als noch im Dezember 2025. Jetzt werden nicht benötigte Unterkünfte sukzessive abgebaut.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Asylzugangszahlen in Bayern sind drastisch zurückgegangen. Innenminister Joachim Herrmann berichtete im ersten Halbjahr von einem Minus von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Diese Entwicklung bestätigt unseren Kurs und ist ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche Asylwende“, sagte Herrmann. Es ist ein Trend, der sich auch im Landkreis niederschlägt, wie Marlis Peischer, Pressesprecherin des Landratsamts, auf Nachfrage bestätigt. „Insgesamt sind die Zahlen rückläufig.“

So sieht die Verteilung der Geflüchteten auf die Gemeinden aus. Insgesamt sind die Zahlen rückläufig.

Asyl - Verteilung auf Gemeinden Stand Ende Juni 2026.jpg © Landratsamt

2927 Geflüchtete lebten am 1. Juli zwischen Icking und der Jachenau. Im Dezember 2025 waren es noch 3208, wie die Statistik des Landratsamts zeigt. 1940 der aktuell hier lebenden Flüchtlinge kommen aus der Ukraine. „Sie zählen nicht als Asylbewerber, werden aber trotzdem bei Bedarf untergebracht“, sagt Peischer. 792 leben in staatlichen Unterkünften, der Rest ist privat untergekommen. Auch hier sei die Zahl aber insgesamt rückläufig, so die Landratsamtssprecherin.

Keine Neuzugänge im Landkreis

500 klassische Asylbewerber leben hier. Dazu kommen 146 afghanische Ortskräfte, die im Übergangswohnheim in Geretsried eine vorübergehende Heimat gefunden haben, und 341 Bleibeberechtigte. Deren Status ist geklärt, und eigentlich müssten sie aus den Unterkünften ausziehen. Mit Blick auf den angespannten Wohnungsmarkt ist das aber nicht möglich. Die Menschen würden nach wie vor in erster Linie aus den Ländern des Nahen Ostens inklusive der Türkei nach Deutschland kommen, so Peischer. Allerdings werden sie überwiegend in den Ankerzentren untergebracht, „sodass wir derzeit keine Neuzugänge verzeichnen“, berichtet die Sprecherin der Kreisbehörde.

Unterkunft am Kranzer kompensiert Wegfall der Leichtbauhalle

Die fehlenden Neuzuweisungen entspannen die Belegungssituation – obwohl vor einigen Wochen die Leichtbauhalle auf der Flinthöhe abgebaut werden musste, nachdem die Baugenehmigung ausgelaufen war. Drei Jahre lang bot sie Platz für 128 Menschen. Zuletzt diente sie als Erstaufnahmeeinrichtung, aus der die Geflüchteten auf die eigentlichen Unterkünfte verteilt wurden. Den Wegfall zu kompensieren, „gelang durch die Unterbringung in der großen Unterkunft am Kranzer gut“, so Peischer. Die Container in Reichersbeuern bieten 240 Plätze.

Kleinere Unterkünfte werden nach und nach abgebaut

„Aktuell reichen die Unterbringungsmöglichkeiten aus. Trotzdem behalten wir die Kapazitäten im Auge“, betont Peischer. Dennoch würden derzeit nicht benötigte und vorwiegend kleinere Unterkünfte sukzessive abgebaut. Zuletzt hatte der Landkreis noch knapp über 100 Wohnungen für bis zu 20 Personen zu betreuen. Auch damit kommt man bereits einer Vorgabe des bayerischen Innenministeriums nach. Bis Ende 2027 soll ein Viertel der derzeitigen Unterbringungsplätze abgebaut werden. „Unser Ziel ist klar: weniger Plätze, geringere Kosten für den Staatshaushalt und eine nachhaltige Entlastung der Kommunen“, erklärt dazu Innenminister Herrmann.

Die Vorgabe, Kosten zu senken, setzt der Landkreis auch an anderer Stelle um: Im Zuge der gesunkenen Flüchtlingszahlen wurden im letzten Quartal die Stellen des Sicherheitsdienstes von 43,5 auf 34,5 reduziert, so Peischer. „Gespräche zur weiteren Kostensenkung laufen.“