Arzt warnt: Für Mette-Marit beginnen nun gefährliche Monate – „Leben wird nie mehr so sein wie zuvor“
Stand: 16.07.2026, 18:02 Uhr
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Mette-Marit durfte nach ihrer Lungentransplantation das Krankenhaus verlassen. Doch die medizinische Herausforderung endet keineswegs.
Oslo – Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) hat das Krankenhaus verlassen. Rund einen Monat nach ihrer Lungentransplantation wurde sie am Dienstag (14. Juli) aus dem Osloer Rikshospitalet entlassen, wie das norwegische Königshaus in einer Pressemitteilung bestätigte. Dass sie nun zu Hause ist, bedeutet allerdings keineswegs, dass alle Gefahren überstanden sind.

Für Mette-Marit steht nach ihrer Lungentransplantation nun eine intensive Reha an. © Lise Åserud/picture alliance/dpaJesper Magnusson ist Oberarzt am Universitätskrankenhaus Sahlgrenska im schwedischen Göteborg und hat sich auf Lungentransplantationen spezialisiert. Gegenüber dem norwegischen Sender TV 2 macht er deutlich, dass mit der Entlassung längst nicht alle Risiken gebannt seien. Die kritischste Phase liege zwar unmittelbar nach dem Eingriff, doch auch nach dem Verlassen der Klinik könne noch einiges passieren, so der Mediziner.
Mette-Marit steht nach der Lungentransplantation sechs Monate unter genauer Beobachtung
Für die Kronprinzessin heißt das: Ihr Alltag wird sich grundlegend verändern. Wie stark, das wird im Laufe der kommenden Monate deutlich werden. Are Holm, Abteilungsleiter der Lungenabteilung am Rikshospitalet, teilte mit, dass es Mette-Marit den Umständen entsprechend gut gehe. In den nächsten sechs Monaten stünden Reha und engmaschige Kontrollen an, hauptsächlich mit Blick auf mögliche Komplikationen wie eine Abstoßung des Organs oder Infektionen. Offizielle Termine seien für diese Zeit nicht geplant, bestätigte das Königshaus.
Die Entlassung selbst werten Fachleute als gutes Signal. Entwarnung mag Magnusson bei TV 2 trotzdem nicht geben. Im ersten Jahr sei das Risiko einer akuten Organabstoßung groß. Wer seine Medikamente regelmäßig einnehme und zu allen Kontrollterminen erscheine, könne diese Gefahr aber spürbar senken. Weil transplantierte Patienten dauerhaft immununterdrückende Mittel einnehmen müssen, ist ihr Immunsystem geschwächt und anfälliger für Infektionen.
Der Oberarzt rät deshalb, Situationen mit großem Ansteckungsrisiko zu meiden, etwa dichtes Gedränge, in dem man sich kaum vor Krankheitserregern schützen kann. Völlig zurückziehen solle sich Mette-Marit aber nicht. Wer sich komplett isoliere, lebe schließlich nicht mehr richtig, so Magnusson. Und genau das sei nicht der Sinn der Sache.
Das Ziel sei ein deutlich besseres Leben als in der Zeit der Krankheit, sagte der Mediziner bei TV 2. So wie vor der Erkrankung werde es aber nie wieder werden. Eine Transplantation bringe eine ganze Reihe von Einschränkungen mit sich: feste Zeiten für die Medikamenteneinnahme, regelmäßiges Training zum Aufbau der verlorenen Muskulatur, dazu bestimmte Lebensmittel, die künftig tabu sind.
Statistik nach Transplantation verspricht gute Aussichten trotz aller Vorsicht
Die Kronprinzessin selbst richtete in der Mitteilung des Schlosses an alle, die sich für eine Organspende entscheiden: Sie sei zutiefst dankbar. Die Spende habe ihr das Leben geschenkt, und ihr fehlten die Worte, um zu beschreiben, wie dankbar und demütig sie sei. Einen besonderen Gruß schickte sie laut NRK an ihre „Fibrose-Freunde“. Mit einer Lungenfibrose zu leben sei nichts für Zartbesaitete.
Auch Kronprinz Haakon (52) zeigte sich erleichtert. Es sei eine große Entlastung, die Kronprinzessin wieder daheim zu haben, sagte er. Alle seien froh, dass die erste Phase so gut verlaufen sei. Bekannt geworden war die geglückte Transplantation am 17. Juni, keine zwei Wochen nachdem Mette-Marit auf die Warteliste gesetzt worden war. Die Kronprinzessin hatte 2018 öffentlich gemacht, an chronischer Lungenfibrose zu leiden. (Verwendete Quellen: TV 2, NRK, kongehuset.no)