Leichtathletik-DM
Ansah startet bei DM - "Umfassende" Äußerungen gegenüber der NADA
Stand: 24.07.2026 • 13:38 Uhr
Owen Ansah startet trotz laufender Ermittlungen der NADA am Wochenende bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid. Der HSV-Sprinter werde sich "umfassend" gegenüber der Nationalen Anti Doping Agentur äußern, so sein Anwalt.
Sein Mandant konzentriere sich auf die bevorstehende DM, teilte Ansahs Anwalt Rainer Tarek Cherkeh in einer Stellungnahme mit. "Vor dem Hintergrund des derzeit laufenden Verfahrens und der gebotenen sorgfältigen Aufarbeitung des Sachverhalts werden gegenüber den Medien aktuell keine weiteren Stellungnahmen abgegeben", erklärte der Sportrechtler aus Hannover weiter.
Der 25-Jährige werde sich jedoch "umfassend" gegenüber der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) äußern, so Cherkeh. Ansah selbst wurde von der Nachrichtenagentur SID zitiert: "Ich werde alles dafür tun, um den Sachverhalt aufzuklären."
Vorwurf der Verweigerung einer Dopingkontrolle
Ansah, der im Juni seinen deutschen 100-m-Rekord auf 9,98 Sekunden verbessert hatte, sieht sich mit dem Vorwurf der Verweigerung einer Dopingkontrolle konfrontiert. Nach eigenen Angaben hatte er Anfang Juli bei einer unangekündigten Dopingkontrolle unter Zeitdruck gestanden, um seinen Flieger zum Diamond-League-Meeting in Monaco zu bekommen, wo er kurzfristig ins Teilnehmerfeld gerutscht war.
Zudem sei er kurz vor der Kontrolle auf Toilette gewesen. Deshalb sei die Abgabe der Dopingprobe nicht möglich gewesen. "Dies habe ich mit dem Kontrolleur besprochen. (...) Zudem wurden keinerlei Konsequenzen aufgezeigt", sagte Ansah. Er reiste ab, lief am Folgetag in Monaco und wurde dort auch getestet.
Keine Suspendierung für Ansah - aber eine Sperre droht
Die NADA führte gegenüber der Süddeutschen Zeitung aus, "dass (...) die Aufklärung des Athleten über die Konsequenzen einer Verweigerung nach den Vorgaben des Anti-Doping-Regelwerks erfolgte(n)." Eine verweigerte Probe wird wie eine positive Probe behandelt. Bedeutet: Bis zu vier Jahre Sperre, wie bei der tschechischen Tennisspielerin Marketa Vondrousova. Ansah bleibt nur, "zwingende Gründe" nachzuweisen - Wettkampftermine fallen nicht darunter.
Ansah ist vorläufig nicht gesperrt, da kein positiver Test vorliegt. Er hat eine schriftliche Benachrichtigung der NADA erhalten und sieben Tage Zeit, auf das Schreiben zu reagieren.