Amphitheater Open Air Western-Pathos, Feuer und Rock: The BossHoss liefern, was ihre Fans erwarten
Trier · The BossHoss im Amphitheater: Country, Rock und einige selbstbewusst auf die Bühne gebrachte Klischees — so war ihre Rückkehr nach Trier.
23.07.2026
, 13:29 Uhr
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"Back to the Boots" Tour von Boss Hoss im Trierer Amphitheater
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Foto: Dirk Tenbrock
Die angenehmen Temperaturen sind zurück in Trier, und damit perfekte Bedingungen für Open-Air-Konzerte im Amphitheater. Zurück sind auch die Großstadtcowboys von BossHoss. Zum wievielten Mal sie in ihrer mehr als 20-jährigen Karriere hier auftreten, wissen sie selbst nicht genau: drei- oder viermal.
Das antike Trierer Amphitheater jedenfalls, ist eine Spielstätte nach ihrem Geschmack, hier können die modernen Gladiatoren Vollgas geben. „Wir reißen die Bude jetzt hier ab, Stein für Stein“, kündigt Leadsänger „Boss“ Alec Völkel an, das moderat euphorisierte Publikum will ihm aber dabei nicht so recht folgen.
The BossHoss begeistern in Trier mit Country-Rock, Pyrotechnik und großer Bühnenshow
Gut 1800 Fans, viele davon aus dem Saarland, sind an diesem lauen Sommerabend in die Arena gekommen, Asphalt-Cowboys und viele - Girls mit mehr oder weniger stylishen Westernhüten, Cowboystiefeln und Fransenjacken. Die siebenköpfige Truppe um die Frontmänner Völkel und Sascha „Hoss“ Vollmer jedenfalls steckt auch mit Mitte 50 noch voller Energie, sie hat eine aufwendige Show auf die Bühne gestellt, Licht, Ton, Technik, alles vom Feinsten.
Und Pyrotechnik ist angesagt, bei den Feuerfontänen versengt es den Zuschauern in den ersten Reihen fast die Augenbrauen, der Jubel ist aber groß. Viele Songs mit den Stichwörtern „fire“ oder „burn“ geben reichlich Anlass, die Feuerfontänen abzufackeln, das ist schon beeindruckend. Und auch sicher, hier sind Top-Profis am Werk.
Ergänzt wird die siebenköpfige Band durch die Tijuana Wonderbrass, drei energiegeladene Bläser, die im Mexiko-Style auftreten und zusätzlich für musikalischen Dampf und Druck sorgen. Der Boss und der Hoss sind gut in Form, musikalisch und stimmlich, in über 20 Jahren haben sie sich, auch durch ihre Auftritte bei der Castingshow „The Voice of Germany“, eine große Fangemeinde aufgebaut. Außerdem ein breites Repertoire, das auf Countrymusik basiert, aber Rock, Pop und manchmal sogar balladeskes integriert. Sie leben das Cowboy-Country-Western-Klischee und das Schöne daran ist: Man glaubt es ihnen.
„Jolene“ und „Don’t Gimme That“: The BossHoss bringen Trier zum Singen und Tanzen
In Amerika haben sie sich mehr als einmal umgesehen, da sieht und hört man, wo ihre Einflüsse herkommen, auch manche Ansagen im Konzert kommen im amerikanisch eingefärbten Englisch einfach cooler rüber. Aber diese Coolness kann man ihnen nicht absprechen, das, was sie machen, machen sie schon sehr gut. Und es kommt eben sehr gut, an bei den Leuten, die froh sind, auch an einem schnöden Mittwochabend mal die Sau rauszulassen.
So arbeiten sich Völkel und Vollmer und ihre Mannen durch das breite Repertoire aus 20 Jahren, Songs von der neuen Platte „Back to the Boots“ ebenso wie die großen Hits. Bei „Don’t gimme that“ und „Jolene“ ist dann auch der Publikumschor am stärksten, es wird gesungen und getanzt.
Und noch einer hat besondere Beziehungen nach Trier: „Vor vier Jahren hat unser Tourmanager Tommy hier bei unserem Konzert in Trier seine Liebste Alex kennengelernt“, erzählt Völkel. Was auf so einer Tour alles passieren kann. Ein bisschen Herzschmerz und eine heile, überschaubare Welt, eine aufwendige und musikalisch mitreißende Show, das war das Erfolgsrezept dieses Abends.
Und dann brennt wieder irgendein Feuer im Hoss und im Boss und die Fontänen spucken noch mal ordentlich Flammen in den Trierer Abendhimmel. Das hätte den Römern sicher auch gefallen.
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