Stand: 13.07.2026, 15:49 Uhr
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Über Raisin, Check24 und Co. sichern sich Sparerinnen und Sparer üblicherweise ein paar Zehntelprozent mehr Zinsen als bei einer direkten Anlage bei einer Bank. Doch die jüngsten Zinserhöhungen haben das Bild gedreht, inzwischen sind Direktanlagen oft attraktiver. Zudem ersparen sie Nachteile, mit denen der Komfort bei einer Anlage über eine Plattform erkauft wird.
Utting – Über Zinsplattformen können Sparerinnen und Sparer Tages- und Festgeld bei zahlreichen Partnerbanken abschließen, teils ohne bei jeder einzelnen Bank ein eigenes Konto eröffnen zu müssen. Bekannte Anbieter sind Raisin (früher Weltsparen), Check24 und das Angebot Zinsmarkt der Deutschen Bank.
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Zur Bequemlichkeit kommen oft höhere Zinsen als bei der Hausbank. Allerdings gibt es derzeit etliche Banken, die spürbar mehr bieten als die Plattformen.

Zinsplattform oder Bank, wohin mit den Ersparnissen? © IMAGO/Sascha SteinachDer Zinsvergleich: Plattform gegen Direktanlage
Dass sich der oft gegebene Zinsvorsprung der Plattformen aktuell vielfach in Luft aufgelöst hat, liegt an der Zinswende der Europäischen Zentralbank. Im Zusammenhang damit haben viele Anbieter ihre Konditionen deutlich verbessert. Für eine zwölfmonatige Festgeldanlage bei einer Anlagesumme von 25.000 Euro liegen die Spitzenzinsen laut Festgeld-Vergleich von biallo.de aktuell bei 3,10 Prozent pro Jahr, sogar mit deutscher Einlagensicherung.
Bei Raisin wiederum gibt es in der Spitze 3,20 Prozent, bei Check24 sogar 3,50 Prozent. Zur Einordnung: Der Biallo-Index für Zwölf-Monats-Festgeld liegt bei 1,959 Prozent pro Jahr (Stand 09. Juli 2026). Die Festgeldangebote mit einjähriger Laufzeit sind allerdings die einzigen, bei denen die Plattformen derzeit vorne liegen. Bei längeren Laufzeiten sind direkte Bankangebote interessanter.
Auch beim Tagesgeld schneiden Direktanlagen momentan besser ab. So zahlen die stärksten Anbieter bei einer Anlage von 10.000 Euro derzeit bis zu 4,05 Prozent als Aktionszins. Bei Raisin und Check24 gibt es 3,00 Prozent beziehungsweise 4,00 Prozent. Der Biallo-Index für Tagesgeld über 10.000 Euro liegt bei 1,658 Prozent pro Jahr (Stand 09. Juli 2026).
| Produkt | Bank | Raisin | Check24 |
| Tagesgeld¹ | 4,05 % für 4 Monate (Bigbank³) | 3,00 % für 3 Monate (Raisin³) | 4,00 % bis 31.12.26 (Norisbank³) |
| Festgeld 1 Jahr² | 3,10 % (Oyak Anker Bank³) | 3,20 % (EMBank*) | 3,50 % (Banka Kovancia****) |
| Festgeld 3 Jahr² | 3,25 % (Pbb direkt³) | 3,25 % (TBI Bank**) | 3,15 % (TBI Bank**) |
| Festgeld 5 Jahre² | 3,30 % (Pbb direkt³) | 3,25 % (Tyche Bank***) | 3,00 % (Banka Kovancia****) |
Quelle: Angaben der Anbieter; 1Tagesgeldanlage von 10.000 Euro, 2Festgeldanlage von 25.000 Euro; Einlagensicherung: 3Deutschland, *Litauen, **Bulgarien, ***Italien, ****Kroatien; Stand 09.07.2026
Der Vorteil einer Plattform-Anlage ist derzeit also weniger der Zins als die Bequemlichkeit: ein Zugang, viele Banken, kein wiederholtes Legitimationsverfahren. Wer diesen Komfort will, sollte aber wissen, womit er erkauft wird.
Der Preis für den Komfort
Da sind zum einen die anfallenden Steuern. Diese werden zwar teilweise auch bei Zinsplattformen automatisch abgeführt, allerdings nur bei Anlagen auf Konten deutscher Banken. Bei ausländischen Banken müssen Sparer die Steuern in der Einkommensteuererklärung angeben.
Zudem müssen sie in der Regel eine geringere Sicherheit ihres Geldes akzeptieren. Die Zinsportal-Angebote umfassen zwar nur Banken aus der EU, die unter die europäische Einlagensicherung fallen. Die Bonität der dahinterstehenden Länder ist aber oftmals geringer als die Deutschlands.
Während bei den Angeboten in der obigen Tabelle jeweils die deutsche Einlagensicherung greift, sind die Plattform-Angebote durch die italienische oder bulgarische geschützt.
Direktanlagen derzeit meist attraktiver
Für aktive Sparerinnen und Sparer, die mehrere Banken parallel nutzen und ihre Anlagen regelmäßig auf die besten Konditionen umschichten wollen, bieten Zinsplattformen Komfort. Wer dagegen den automatischen Steuerabzug schätzt und Wert auf die deutsche Einlagensicherung legt, fährt mit der Direktanlage bei einer deutschen Bank oft besser. Und aktuell sprechen sogar meist die Zinsen für Letztere.