Ziele erschöpft, Wirkung verpufft: US-General riet Trump zum Stopp der Iran-Bombardierung
Stand: 27.07.2026, 21:00 Uhr
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Drei Nächte herrscht am Persischen Golf relative Ruhe. Hinter den Kulissen wächst der Streit über den weiteren Kurs der USA – und der Iran widerspricht Trump.
Teheran/Washington, D.C. – Nach fast zwei Wochen heftiger Luftangriffe auf iranische Ziele rund um die Straße von Hormus herrscht erstmals eine Atempause. Seit drei Nächten haben weder die USA noch der Iran neue Angriffe geflogen. Hinter der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump steckt nach Informationen aus Washington jedoch nicht nur Diplomatie – sondern auch eine militärische Neubewertung der Lage.

Die USA haben Angriffe auf den Iran vorerst eingestellt. © Mc3 Janae Chambers/U.S. Navy/Zuma Press/dpaKeine US-Angriffe im Iran: Militärchef riet zu Bombenstopp
Wie das US-Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf mit den Beratungen vertraute Quellen berichtet, empfahl der Oberbefehlshaber des US-Zentralkommandos (CENTCOM), Admiral Brad Cooper, die Bombardierungen rund um die Straße von Hormus vorerst einzustellen.
Cooper habe dem Pentagon, den Vereinigten Generalstabschefs und dem Weißen Haus erklärt, dass die Angriffe der vergangenen zwei Wochen Irans Fähigkeiten, Schiffe in der Region anzugreifen, bereits erheblich geschwächt hätten. Die vorgesehenen Ziele seien inzwischen weitgehend zerstört.
Nach Einschätzung des Admirals könnten die USA entweder wieder zu einer großangelegten Militäroffensive zurückkehren und die verbliebenen rund 20 Prozent der ursprünglich vorgesehenen Ziele angreifen – oder die Luftangriffe vollständig aussetzen. Eine Fortsetzung der bisherigen begrenzten Bombenkampagne bringe dagegen kaum noch militärischen Nutzen.
Ruhe am Persischen Golf: Trump zieht die Bremse
Noch wenige Tage zuvor soll Trump laut dem Bericht eher zu einer Wiederaufnahme intensiver Angriffe geneigt gewesen sein. Nach Beratungen mit seinen militärischen und sicherheitspolitischen Beratern änderte sich seine Haltung jedoch. Am Freitag ordnete der Präsident erstmals seit Beginn der Offensive an, keine neuen Luftschläge gegen iranische Ziele an der Straße von Hormus durchzuführen. Zusätzlich soll Generalstabschef Dan Caine intern davor gewarnt haben, dass den USA zunehmend Luftabwehrraketen für den Schutz eigener Truppen und Verbündeter in der Region fehlen könnten.
Während Washington die militärische Offensive vorerst pausiert, gibt es widersprüchliche Aussagen über mögliche diplomatische Kontakte. Trump hatte erklärt, die USA stünden derzeit mit dem Iran in Gesprächen und Teheran werde in den Verhandlungen „von Tag zu Tag ernsthafter“. Zugleich drohte der Präsident mit deutlich massiveren Angriffen, falls keine Einigung erzielt werde. Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei wies diese Darstellung jedoch entschieden zurück. Derzeit gebe es „keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten“, erklärte er in Teheran. Zwar könnten Vermittler Botschaften aus Washington überbringen, direkte Gespräche fänden jedoch nicht statt.
Auch Berichte, der Iran habe neue Verhandlungen verlangt, bezeichnete Bakaei als Erfindung. Die US-Regierung verhalte sich seit Jahren wie eine „Mafia-Organisation“, die sich an keine Regeln halte. Unter diesen Umständen könne man nicht auf einen ernsthaften Verhandlungsprozess hoffen.
USA und Iran können sich nicht einigen: Streit um die Straße von Hormus dauert an
Parallel laufen Gespräche zwischen dem Iran und dem Oman über eine mögliche Regelung für die Verwaltung der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Nach iranischen Angaben sind die Vereinigten Staaten an diesen Gesprächen jedoch nicht beteiligt. Teheran betonte erneut, die Meerenge bleibe weiterhin geschlossen. Staatsmedien berichteten zudem, dass iranische Streitkräfte in der Nacht zum Montag erneut sechs Schiffe gestoppt hätten, die versucht hätten, die Meerenge zu passieren. Nach Warnschüssen seien die Schiffe umgekehrt. Bei einem Schiff habe es darüber hinaus einen nicht näher erläuterten Zwischenfall gegeben.
Zuvor hatte Oman vorgeschlagen, Schiffe könnten die Meerenge über omanische Hoheitsgewässer passieren. Der Iran lehnt dies ab und besteht darauf, dass Schiffe iranische Gewässer nutzen und entsprechende Gebühren entrichten.
Die vorläufige militärische Entspannung zeigte sich auch an den Finanzmärkten. Nach der dritten Nacht ohne gegenseitige Angriffe fielen die Ölpreise zum Wochenstart deutlich. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank um rund fünf Prozent auf etwa 92 US-Dollar. Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) verlor sogar noch etwas stärker und fiel auf gut 84 US-Dollar pro Barrel. Unterdessen arbeiten die USA und Großbritannien weiter an einer internationalen Konferenz, bei der eine Koalition zum Schutz der Schifffahrt und zur Räumung möglicher Seeminen in der Straße von Hormus auf den Weg gebracht werden soll. Ein Termin für das Treffen steht bislang allerdings noch nicht fest. (Quellen: Axios, dpa, eigene Recherche) (bb)