Stand: 13.07.2026, 15:50 Uhr
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Die WM-Bilanz der Bundesliga ist ernüchternd – aber nicht überraschend. Nicht erst seit 2026 haben andere Ligen mehr Strahlkraft. Ein Kommentar von Hanna Raif.
München – Immerhin: einen wird es geben! Wenn am Sonntag rund um Mitternacht deutscher Zeit in New York ein goldener Pokal in die Höhe gereckt wird, werden in Leverkusen, in München oder gleich an beiden Orten ein paar Korken knallen. Entweder zwei Franzosen (Dayot Upamecano/Michael Olise, beide FC Bayern), zwei Engländer (Harry Kane, FC Bayern/Jraell Quansah, Leverkusen) oder ein Argentinier (Exequiel Palacios, Leverkusen) dürfen sich dann Weltmeister nennen; und sollte sich Spanien durchsetzen, könnte man sich das auch schönreden: Alejandro Grimaldo ist zwar seit 1. Juli kein echter Leverkusener mehr. Aber die halbe WM hätte er ja als Bundesliga-Spieler absolviert. Das zählt, oder?!
Bundesliga-Diagnose: Anhaltender Strahlkraft-Verlust
Schlechte Nachrichten als gute zu verkaufen, gehört zum Geschäft. Trotzdem wird es der Bundesliga wie dem DFB nichts bringen, die deutsche Brille in der Nachbetrachtung dieser WM auf der Nase zu lassen. Nachdem die DFB-Elf mal wieder sang- und klanglos gescheitert ist, zeigt auch der Halbfinal-Trend der fünf europäischen Topligen den aktuellen Status des deutschen Fußballs auf. 108 Spieler – 31 mehr als 2022 – stellten die 18 Bundesligisten, zum Start der Vorschlussrunde sind es noch fünfeinhalb (2022: 13). Ein geteilter vierter Platz mit der Serie A, weit hinter der Premier League (41), La Liga (28) und der Ligue 1 (13). Und leider: die bittere Wahrheit. Anhaltender Strahlkraft-Verlust.

Kopie von Hanna Raif_Kommentar Vorlage (28).jpg © afpEs hat diesen ultimativen Beweis nicht gebraucht – und es ist auch in den anderen Ligen zwischen Größenwahn in England und Geldsorgen in Spanien nicht alles gut. Aber die Bundesliga hat in diesen fünf WM-Wochen doch auf harte Weise spüren müssen, dass das Fußballherz der Welt woanders schlägt. Die „Stars“ des DFB (Havertz, Wirtz, Woltemade) – in England Mittelmaß. Die Stars der Bundesliga (Olise, Diaz, Kane) – allesamt Bayern. Die WM-Bilanz dürfte also einer normalen Saison gleichen: In München wird länger gejubelt als im Rest der Republik. Spannend ist das nicht. (hlr)

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