Stand: 16.07.2026, 22:55 Uhr
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Donald Trump kündigt eine seltene TV-Ansprache zur besten Sendezeit an. Im Mittelpunkt sollen neue Vorwürfe zu Wahlbetrug und China stehen.
Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump will sich am Donnerstagabend (Ortszeit) mit einer Fernsehansprache an die Nation wenden. Solche „Prime Time“-Reden – also zur besten Sendezeit – aus dem Weißen Haus sind in der Regel außergewöhnlichen Ereignissen vorbehalten. Im Vorfeld wurde deshalb über neue Entwicklungen im Nahost-Konflikt spekuliert. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer US-Medien soll Trump den Schwerpunkt seiner Rede jedoch auf das amerikanische Wahlsystem und seine seit Jahren erhobenen Betrugsvorwürfe legen.

Donald Trumps Rede zur Lage der Nation im Februar gehört zu den Auftritten, an denen sich der Mann hinter seinem Teleprompter bereichert haben soll. (Archivbild) © Kenny Holston/Pool The New York Times/dpaTrumps Rede zur Lage der Nation: US-Präsident verkündet „große News“
Trump selbst kündigte bereits an, es werde um „Wahlmaschinen“ gehen. „Es sind wirklich, wirklich große News. Es geht nicht größer“, sagte der Präsident. Weitere Details nannte er nicht, deutete jedoch an, dass es um die Integrität amerikanischer Wahlen gehen werde. „Ohne freie und faire Wahlen hat man kein Land“, erklärte Trump.
Nach Informationen mehrerer US-Medien erwägt der Präsident, bislang unveröffentlichte Geheimdienstinformationen öffentlich zu machen. Demnach soll es um den Vorwurf gehen, China habe versucht, Einfluss auf die Präsidentschaftswahl 2020 zu nehmen oder auf US-Wählerdaten zuzugreifen. Zudem könnte Trump behaupten, die CIA habe entsprechende Erkenntnisse bereits während seiner ersten Amtszeit besessen, ihn jedoch nicht darüber informiert. Das Weiße Haus bestätigte den Inhalt der Rede bislang nicht. Sprecherin Karoline Leavitt erklärte lediglich, anonyme Quellen würden derzeit über die Ansprache spekulieren – letztlich wisse niemand, was Trump tatsächlich sagen werde.
Trumps Rede zur Lage der Nation: Es wird auch um chinesische Einflussnahme gehen
Die Vorwürfe wären allerdings nicht neu – und stehen im Widerspruch zu früheren Einschätzungen der US-Geheimdienste. Eine Bewertung des National Intelligence Council aus dem Jahr 2021 kam mit hoher Wahrscheinlichkeit zu dem Schluss, dass China zwar öffentlich Position bezogen habe, jedoch weder Wahlinfrastruktur noch Stimmenauszählung manipuliert habe. Auch für Russland und Iran fanden die Geheimdienste keine Hinweise auf Eingriffe in Wahlregister, Stimmabgabe oder Auszählung. Zwar existierte innerhalb der Nachrichtendienste eine Minderheitsmeinung, wonach China versucht habe, Trumps Wiederwahl politisch zu erschweren – allerdings ohne in den eigentlichen Wahlprozess einzugreifen.
Trump hält dennoch bis heute an seiner Behauptung fest, ihm sei der Wahlsieg 2020 durch massiven Betrug gestohlen worden. Gerichte, Wahlbehörden und unabhängige Prüfungen fanden dafür bislang keine Belege. Parallel treibt seine Regierung den Umbau des US-Wahlrechts voran. Mit dem sogenannten „SAVE America Act“ sollen unter anderem strengere Ausweispflichten eingeführt, die Briefwahl eingeschränkt und Wahlregister stärker kontrolliert werden. Kritiker warnen, dadurch könnten Millionen Wahlberechtigte zusätzliche Hürden bei der Stimmabgabe erhalten.
Trumps Rede zur Lage der Nation: Kritik aus Demokraten-Kreisen
Die angekündigte Rede sorgt bereits vor ihrer Ausstrahlung für heftige politische Reaktionen. Die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez forderte große Fernsehsender auf, die Ansprache nicht live zu übertragen. „Ich glaube nicht, dass Lügen über unsere Wahlen eine Plattform gegeben werden sollten“, erklärte sie. Auch der demokratische Senator Jon Ossoff warf Trump vor, mit längst widerlegten Verschwörungstheorien erneut Zweifel an demokratischen Wahlen säen zu wollen.
Besonders brisant ist der Zeitpunkt der Rede: In wenigen Monaten stehen die Kongresswahlen an, bei denen die Republikaner ihre Mehrheiten verteidigen wollen. US-Politikexperte Scott Erb warnte deshalb gegenüber der Bild-Zeitung vor möglichen Folgen. Trump könne die Rede nutzen, um erneut Misstrauen gegenüber dem Wahlsystem zu schüren und damit Einfluss auf die bevorstehenden Zwischenwahlen zu nehmen. Neben dem Thema Wahlrecht dürfte Trump nach Angaben aus seinem Umfeld auch kurz auf den wieder eskalierten Konflikt mit dem Iran eingehen. (Quellen: CBS News, Forbes, Bild, eigene Recherche) (bb)