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Wie viele Leckerlis sollte Ihr Hund wirklich bekommen? Tierärztin warnt, dass die meisten es falsch machen

Stand: 13.07.2026, 15:11 Uhr

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Eine gängige Faustregel für Hundehalter besagt, dass nicht mehr als 10 Prozent der täglichen Kalorien eines Hundes aus Leckerlis stammen sollten.

Ein zusätzliches Leckerli für einen gelungenen Trick oder ein Happen vom Tisch wirkt vielleicht unbedeutend, doch diese kleinen Belohnungen summieren sich schnell und tragen oft weit mehr zur Ernährung eines Hundes bei, als vielen Haltern bewusst ist. Häufig werden solche Extra-Happen im Alltag gar nicht mitgedacht, obwohl sie sich deutlich auf das Kalorienkonto des Tieres auswirken können.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com.

Dr. Lindsey Kaplan, Haustierärztin des Unternehmens Woof, sagte Newsweek, dass die Mehrheit der Halter unterschätzt, wie stark Leckerlis zur täglichen Kalorienaufnahme ihres Hundes beitragen. Selbst wenn das Trockenfutter sorgfältig abgemessen wird, kommen durch Snacks, Kauartikel, Essensreste vom Tisch und Trainingsbelohnungen unabsichtlich weitere 15 bis 30 Prozent an Kalorien hinzu.

Eine Frau hält die Pfoten eines stehenden Cockapoo-Welpen.

Welpen lernen ständig und schnell – für bestimmte Kommandos sind sie früh empfänglich. © Rolf Poss/Imago

„Für einen mittelgroßen Hund kann das einen erheblichen Anteil seines täglichen Kalorienbedarfs ausmachen“, sagte sie. Diese zusätzliche Menge bleibt oft unbemerkt, bis sich erste gesundheitliche Probleme zeigen.

Die 10-Prozent-Regel für Leckerlis

Eine häufig empfohlene Leitlinie, an der sich Halter orientieren sollten, ist die 10-Prozent-Regel: Nicht mehr als 10 Prozent der täglichen Kalorien eines Hundes sollten aus Leckerlis stammen, die übrigen 90 Prozent sollten aus einer vollständigen und ausgewogenen Hauptnahrung kommen. So lässt sich besser sicherstellen, dass die Basisversorgung mit allen wichtigen Nährstoffen gewährleistet bleibt.

Kaplan erklärte, dass der Grund dafür im Erhalt des Nährstoffgleichgewichts liegt. „Handelsübliche Hundefutter sind so zusammengesetzt, dass sie ein angemessenes Verhältnis von Proteinen, Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nährstoffen liefern, während die meisten Leckerlis das nicht tun“, sagte sie. Snacks sind in der Regel als Ergänzung gedacht und nicht als vollwertiger Ersatz für die Hauptmahlzeit.

Wer diese Empfehlung dauerhaft überschreitet, erhöht nicht nur die Kalorienaufnahme – es können auch wichtige Nährstoffe verdrängt werden, die Hunde für ihre Gesundheit dringend benötigen. Auf Dauer kann dies zu Mangelversorgungen führen, selbst wenn der Hund äußerlich gut genährt wirkt.

Gesundheitsrisiken durch zu viele Leckerlis

Die häufigste Folge von übertriebenem Belohnen, die Kaplan beobachtet, ist Fettleibigkeit, doch die gesundheitlichen Auswirkungen gehen oft weit über eine einfache Gewichtszunahme hinaus. Übergewicht ist mit einer ganzen Reihe von Begleiterkrankungen verbunden, die sich schleichend entwickeln können.

Zusätzliche Kilos erhöhen das Risiko für Osteoarthritis und Gelenkschmerzen, da die Gelenke stärker belastet werden. Fettreiche Leckerlis können zudem zur Entzündung der Bauchspeicheldrüse beitragen, während häufiges Naschen Magen-Darm-Probleme wie Erbrechen, Durchfall und weichen Kot begünstigen kann. Das allgemeine Wohlbefinden des Hundes leidet dabei meist deutlich.

„Es wurde auch gezeigt, dass Hunde, die ihr Leben lang ein schlankes Körpergewicht halten, länger leben als Hunde, die auch nur mäßig übergewichtig sind“, sagte sie. Bereits ein leicht erhöhter Body-Condition-Score kann somit spürbare Auswirkungen auf die Lebenserwartung haben.

Warnsignale für zu viele Snacks

Da Gewichtszunahme schrittweise erfolgt, bemerken viele Halter das Problem erst, wenn ihr Hund bereits deutlich zu schwer ist. Regelmäßige Gewichtskontrollen und ein kritischer Blick auf die Körperform können helfen, früh gegenzusteuern, bevor sich Übergewicht verfestigt.

Kaplan empfiehlt, auf subtile Warnzeichen zu achten, darunter: eine Taille, die immer weniger ausgeprägt erscheint, Schwierigkeiten, die Rippen unter dem Fell noch gut ertasten zu können, sowie verstärktes Bettelverhalten, weil Leckerlis zur festen Erwartung geworden sind. Auch kann es ein Hinweis sein, wenn der Hund weniger Begeisterung für seine regulären Mahlzeiten zeigt, weil er sich tagsüber bereits mit Snacks sättigt.

Typische Gründe für unbewusste Überfütterung

Kaplan sagte, dass insbesondere Mehrpersonenhaushalte zu übermäßigem Belohnen neigen, weil jedes Familienmitglied „nur ein paar Leckerlis“ gibt, ohne zu wissen, dass alle anderen dasselbe tun. So summieren sich viele kleine Zugaben zu einer beträchtlichen Menge, die im Gesamtplan nicht eingeplant war.

Hunde lernen außerdem schnell, welches Familienmitglied am großzügigsten ist, fügte sie hinzu. „Das Problem ist meist ein Mangel an Kommunikation“, sagte Kaplan. „Jede Person gibt ‚nur ein paar Leckerlis‘, ohne sich des kumulativen Effekts bewusst zu sein.“ In dieser Summe kann das jedoch den sorgfältig berechneten Futterplan völlig aus dem Gleichgewicht bringen.

Haushalte mit kleinen Kindern stellen eine weitere Herausforderung dar, weil Kinder absichtlich Essen teilen oder versehentlich Snacks fallen lassen, die von gefräßigen Hunden nur allzu gern verputzt werden. Solche zusätzlichen Kalorien bleiben häufig unberücksichtigt, obwohl sie sich täglich wiederholen.

Kalorienarme Alternativen zur Belohnung

Leckerlis müssen nicht vollständig vom Speiseplan verschwinden. Stattdessen könne bereits die Wahl kalorienärmerer Optionen einen großen Unterschied machen, sagte Kaplan. So lasse sich das Belohnungsritual erhalten, ohne den Hund unnötig zu überfüttern.

Sie empfiehlt einfache Gemüsesorten wie grüne Bohnen, Karotten oder Gurken, die ohne Butter, Salz oder Gewürze serviert werden. Eine weitere unkomplizierte Möglichkeit besteht darin, einen Teil der täglichen Trockenfutterration als Trainingsbelohnung zu verwenden, anstatt zusätzliche Kalorien obendrauf zu geben. So bleibt die Gesamtmenge im Rahmen, während der Hund trotzdem motiviert wird.

Nahrung ist zudem nicht der einzige wirksame Anreiz. „Nicht-futterbasierte Belohnungen werden oft unterschätzt, sind aber äußerst effektiv“, sagte Kaplan und verweist auf verbales Lob und interaktive Spiele wie Apportieren oder Zerren als lohnende Alternativen, die die Bindung zwischen Hunden und ihren Haltern stärken, ohne zusätzliche Kalorien hinzuzufügen.

Für Hunde, die gerne futterbasierte Beschäftigungsspiele mögen, können Intelligenzspielzeuge und Slow-Feeder-Näpfe dazu beitragen, kleine Portionen von Leckerlis länger halten zu lassen, während gleichzeitig natürliche Verhaltensweisen wie Lecken, Kauen und Futtersuche gefördert werden. Das macht die Fütterung abwechslungsreicher und geistig anregend.

Letztlich, so Kaplan, ist Mäßigung der Schlüssel. Leckerlis können eine wichtige Rolle bei Training und Bindung spielen, doch wenn sie auf etwa 10 Prozent der Ernährung eines Hundes begrenzt werden, ist eher gewährleistet, dass er alle notwendigen Nährstoffe erhält, ohne dass versteckte Kalorien seine langfristige Gesundheit schleichend beeinträchtigen.