Stand: 20.07.2026, 18:30 Uhr
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Eine bei Lidl verkaufte Bio-Beerenmischung wurde zurückgerufen. Grund dafür ist der Verdacht auf Noroviren. Diese gesundheitlichen Folgen drohen.
München – Der Hersteller Jütro Tiefkühlkost hat am 17. Juli einen öffentlichen Rückruf für die „Freshona Bio Beerenmischung, erntefrisch tiefgefroren, 300 Gramm” gestartet. Betroffen sind Packungen mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 17.04.2028 und 18.04.2028 sowie den Chargen L180426H3, L180426L3, L190426L3 und L190426N3. Das Produkt war bundesweit bei Lidl Deutschland und zusätzlich bei Lidl Österreich im Handel erhältlich.
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Noroviren zählen zu den häufigsten Erregern von Magen-Darm-Erkrankungen. Sie sind hochansteckend und bereits wenige Viruspartikel reichen für eine Infektion aus. Die Symptome setzen plötzlich ein: schwallartiges Erbrechen und heftiger Durchfall, oft begleitet von Bauchkrämpfen und gelegentlich Fieber.

Das Norovirus kann auch das Tiefkühlen überleben. © Imago/Rene TrautErste Symptome zeigen sich meist zehn bis fünfzig Stunden nach der Aufnahme des Erregers. Für die meisten gesunden Erwachsenen verläuft eine Infektion zwar häufig unangenehm, aber ohne Komplikationen. Laut dem Robert Koch-Institut und dem Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit klingen die Beschwerden in der Regel nach ein bis drei Tagen von selbst ab.
Erkrankte können bis zu zwei Wochen lang infektiös sein
Da Noroviren äußerst ansteckend sind, können Erkrankte noch über längere Zeit den Virus weitergeben. Der Zeitraum beträgt teilweise bis zu zwei Wochen oder länger. Betroffene sollten daher auch nach der Genesung besonders auf gründliche Hygiene achten.
Warum tauchen Noroviren in Tiefkühlkost auf?
Beeren werden oft von Hand geerntet, roh oder nur kurz erhitzt weiterverarbeitet und danach eingefroren. Eine Kontamination kann bereits auf dem Feld entstehen. Beispielsweise kann dies durch verunreinigtes Wasser oder den Kontakt mit infizierten Personen während der Ernte geschehen.
Im Gegensatz zu stark erhitzten Produkten überstehen Viren diesen Verarbeitungsweg meistens unbeschadet. Zwar konserviert Tiefkühlen Lebensmittel, doch Noroviren werden dadurch kaum geschädigt. Die Viren können Minusgrade über Monate hinweg nahezu unverändert überstehen.
Erst ausreichendes Erhitzen, wie beim Kochen von Beeren zu Kompott, senkt das Risiko. Roh verzehrte Tiefkühlbeeren bleiben deshalb ein hoher Risikofaktor.
Kann eine Norovirus-Infektion tödlich sein?
Eine Infektion mit Noroviren ist für gesunde Menschen in der Regel nicht lebensbedrohlich. Durch das häufige Erbrechen verliert der Körper jedoch vor allem Flüssigkeit und Salze. Eine starke Austrocknung (Dehydrierung) kann jedoch in seltenen Fällen lebensbedrohlich sein. Deshalb sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und bei schweren Verläufen eine medizinische Behandlung entscheidend.
Wer ist besonders gefährdet?
Die offizielle Meldung des Herstellers nennt Säuglinge, Kleinkinder und Senioren ausdrücklich als Risikogruppen. Bei ihnen kann ein hoher Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen und Durchfall schneller zu gefährlichen Kreislaufproblemen führen. Auch Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten Rückrufe dieser Art besonders ernst nehmen.
Für diese Risikogruppen gilt: Bei Symptomen wie starkem Durchfall, anhaltendem Erbrechen oder Schwindel ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist ein vorsorglicher Arztbesuch ohne Symptome nicht notwendig. Wer die Beerenmischung gegessen hat und keine Symptome feststellt, muss sich daher keine Sorgen machen.
Wie erkennen Sie betroffene Packungen?
Entscheidend sind drei Angaben: der genaue Produktname, das Mindesthaltbarkeitsdatum und die Chargennummer. Alle drei Angaben finden Sie meist auf der Rückseite oder am oberen Rand der Verpackung. Nur wenn alle Angaben mit der amtlichen Meldung übereinstimmen, ist Ihre Packung betroffen.
Ähnliche Produkte derselben Marke oder desselben Herstellers sind vom aktuellen Rückruf nicht erfasst, sofern die Chargennummer und das Datum abweichen. Die Plattform lebensmittelwarnung.de veröffentlicht die vollständige Übersicht.
Wie gehen Sie vor, wenn Sie die betroffenen Beeren gegessen haben?
Zunächst gilt: Ruhe bewahren. Die meisten Infektionen verlaufen mild und heilen ohne Behandlung. Achten Sie in den Tagen nach dem Verzehr auf typische Anzeichen wie Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen.
Wie können Sie sich schützen?
Informieren Sie sich regelmäßig über Rückrufe von Lebensmitteln. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, besonders vor dem Essen und nach dem Kontakt mit rohen Lebensmitteln. Wenn Sie Tiefkühlbeeren für Speisen verwenden möchten, kochen Sie diese kurz.