Stand: 25.07.2026, 18:01 Uhr
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Herzhaftes aus dem Holzofen: Die Bewirtungsstände dürfen heuer länger öffnen. © cs-pressDer Tölzer Christkindlmarkt testet längere Öffnungszeiten an zwei Abenden pro Woche. Darauf hat sich der zuständige Ausschuss verständigt.
Bad Tölz – Am Tölzer Christkindlmarkt wird es heuer donnerstags und freitags „lange Gastronomieabende“ geben. Statt bis 20 Uhr können sich Besucher bis 21 Uhr verköstigen lassen. Der Wunsch nach längeren Öffnungszeiten war aus der Bevölkerung ans Rathaus herangetragen worden. Im März war in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen worden, erst einmal die Standbetreiber anonym zu befragen.
Kunsthandwerker sind gegen längere Öffnungszeiten
Mit interessanten Ergebnissen, wie Kurdirektorin Brita Hohenreiter im Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsausschuss sagte. Von 43 Händlern hätten „leider nur 21“ geantwortet. Offenbar waren das vor allem die Kunsthandwerker und nicht die Gastronomen. Das schloss Hohenreiter daraus, dass zusätzlich zur Befragung sieben E-Mails eingegangen waren, ausnahmslos von Kunsthandwerkern. Im Grunde sagten alle dasselbe: Eine Verlängerung der Öffnungszeiten für die Händler sei nicht besonders attraktiv. In den Abendstunden sei wenig Umsatz zu machen. Ein Schreiber stellte sogar klar, dass für ihn der Tölzer Markt nur deshalb an 30 Tagen zu stemmen sei, weil er nicht so lange geöffnet habe. Das sei nämlich auch ziemlich anstrengend.
An zwei Tagen dürfen Gastronomiebetriebe länger öffnen
Dafür hatte Brita Hohenreiter großes Verständnis, zumal viele Händler ihren Stand alleine betreiben. Auch die Befragung hatte ergeben, dass eine verpflichtende Verlängerung der Öffnungszeiten allenfalls am Wochenende mehrheitlich befürwortet würde. Derzeit ist der Christkindlmarkt von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Die Bewirtungsstände dürfen bis 20 Uhr arbeiten. Eine generelle Verlängerung bis 20 oder 21 Uhr wurde nur teilweise unterstützt. Eine klare Mehrheit der Befragungsteilnehmer würde sich aber auch weiterhin für den Christkindlmarkt bewerben, selbst wenn die Öffnungszeiten verpflichtend verlängert würden. Das wertete die Kurdirektorin als positives Zeichen.
Die Verwaltung hat nun einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Immer donnerstags und freitags dürfen Gastrobetriebe – arbeitnehmerfreundlich für Besucher – bis 21 Uhr öffnen. Kunsthandwerker können, müssen sich aber nicht beteiligen. Von der Stadt werde ein Mitarbeiter statistisch erfassen, wie viele Stände geöffnet haben und wie viele Kunden das Angebot wahrnehmen. So werde man auch von Seiten der Gastronomie ein besseres Stimmungsbild bekommen und könne dann die Marktsatzung entsprechend anpassen.
Dürfen auch Geschäfte abends länger öffnen?
In der Diskussion regte Willi Streicher (SPD) an, nicht nur die Marktöffnungszeiten zu verlängern, sondern auch den Geschäften die Gelegenheit zu geben, abends länger zu öffnen. Michael Lindmair (FWG) empfand die Befragung und den Austausch mit den Standbetreibern sehr positiv. Der Probelauf mache Sinn. Ihm missfiel nur der schwer vermarktbare Name „Lange Gastronomieabende“. Ihm sei zudem wichtig, dass die Leute den ganzen Christkindlmarkt besuchen und nicht, um länger Zeit zum Glühweintrinken zu haben.
Andrea Niedermaier (FWG) war skeptisch. Wenn dann Stände geschlossen sind, „dann sind die Besucher enttäuscht“. Auch Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) warb für Klarheit im Namen. Einstimmig wurde dann der „Probelauf für freiwillige lange Gastronomieabende“ donnerstags und freitags beschlossen.