Wegen RB-Engagement: Platzt Klopp-Deal an den Gremien des DFB?
Stand: 14.07.2026, 19:31 Uhr
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Jürgen Klopp soll der neue Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft werden. Letztlich könnte ein Gremium den Deal doch noch platzen lassen.
Frankfurt am Main – Eigentlich ist die Entscheidung über die Nachfolge des zurückgetretenen Julian Nagelsmann bereits gefallen. Seit dessen Entscheidung laufen alle Fäden bei Jürgen Klopp zusammen. Mit dem früheren Trainer wurden bereits erste Verhandlungen geführt, eine Einigung dürfte auf dem Papier eigentlich Formsache sein.

Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken. © Absolut FussballDoch so gerne das DFB-Präsidium um Bernd Neuendorf den 59-Jährigen auch ins Boot nehmen möchte, das letzte Wort liegt nicht bei ihnen. Nach der Ausgliederung der Nationalmannschaften in eine GmbH gibt es mit der Gesellschafterversammlung und dem Aufsichtsrat zwei Gremien, die in diesen Fällen die Deutungshoheit besitzen.
Landesverbände als Stolpersteine für Klopp? DFB-Spitze vor kniffliger Aufgabe
„Ein möglicher Vertrag muss final in einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der DFB GmbH und Co. KG beschlossen werden“, heißt es in der Stellungnahme des Verbandes. Doch wer tummelt sich eigentlich in diesen Gremien, die maßgeblich darüber entscheiden, wer der neue Bundestrainer wird?
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Die Gesellschafter der DFB GmbH und Co. KG sind neben DFB-Präsident Neundorf der Bundesliga-Boss Hans-Joachim Watzke sowie die DFB-Vizepräsidenten Ronny Zimmermann als oberster Vertreter der Amateure und Oliver Leki – seines Zeichens Finanzvorstand beim SC Freiburg – als Vertreter der Bundesliga.
Während Klopp sich wohl keine Sorgen um seine Stimme bei diesem Quartett machen muss, dürfte es schwieriger werden, den 14-köpfigen Aufsichtsrat von sich zu überzeugen. Zehn der 14 Plätze werden vom DFB-Präsidium besetzt, die restlichen vier aus dem Fußballbetrieb. Daraus kommt der Vorsitzende Alexander Wehrle, der Vorstandsvorsitzende vom VfB Stuttgart wurde Anfang des Jahres für zwei weitere Jahre bestätigt.
Der Großteil des Aufsichtsrats kommt jedoch von den Landes- und Regionalverbänden. So wurde mit Manfred Schnieders jüngst der Präsident aus NRW ebenso ins Gremium berufen wie der bayerische Präsident Dr. Christoph Kern. Zudem tummeln sich mit Ralph-Uwe Schaffert (Nord), Peter Frymuth (West), Hermann Winkler (Nordost) und Thomas Bergmann (Südwest) weitere Funktionäre, die für klare Kante bekannt sind.
So konnte sich diese Gruppe jüngst nicht auf eine gemeinsame Reform der Regionalligen einigen – eine herbe Schlappe für den DFB, der nun den vollen Frust der Fans zu spüren bekommt. Selbiges könnte auch im Falle Klopp passieren, denn erste Kritik wurde bereits laut. „Als Fußballfan und Mitglied des FC St. Pauli habe ich Klopps Engagement bei Red Bull nie verstanden, Geld kann es ja eigentlich nicht mehr sein“, kritisierte Uwe Döring.
Was könnte den Klopp-Deal noch verhindern?
Der Präsident des Landesverbandes Schleswig-Holstein, der auch in einem DFB-Gremium sitzt, ergänzte gegenüber dem SID: „Aber vielleicht liege ich da auch falsch, dieser ganze Irrsinn bei Trainergehältern und Abfindungen, die auch bei Nichtleistungen gezahlt werden, stößt mich nur noch ab. Hoffentlich wird die Schraube nicht überdreht, es wenden sich jetzt schon viele ab.“
Somit könnte ein Deal davon abhängen, wie eine Einigung mit Red Bull aussieht. Aktuell ist es vorgesehen, dass Klopp als Botschafter dem Konzern zur Verfügung steht. Ob das an der Basis und bei den Landesverbänden gut ankommt, ist ungewiss. Klar ist aber: Für Präsident Neuendorf wird es eine Bewährungsprobe, die ihm im Falle der Ablehnung um die Ohren fliegen könnte und die Krise beim DFB verschlimmern würde. (smu)