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Warum Mexiko zuerst dran ist: USA vergeben B‑Visa‑Schnelltermine gegen 750 Dollar

Stand: 23.07.2026, 13:41 Uhr

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Das Pilotprogramm ist darauf ausgelegt, B‑Visum‑Interviews innerhalb von 10 Tagen zu sichern, gegen eine Premiumgebühr, die vom Außenministerium erhoben wird.

Washington – Die Trump-Regierung hat am Mittwoch (22. Juli) das erste Land bekannt gegeben, das von beschleunigten Terminverteilungen für Touristenvisa profitieren soll, und das Pilotprogramm als einen Weg präsentiert, die Bearbeitung von Besuchervisa besser zu steuern.

Damit soll die Vergabe von Interviewterminen effizienter gestaltet werden, ohne die grundlegenden Anforderungen für die Visumerteilung zu verändern.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com

Mexikos US-Botschaft und Konsulate werden nach Angaben des Außenministeriums als erste an dem 750-Dollar-Programm für schnelle Termine teilnehmen, das zunächst bis zum Jahresende läuft und nur eine begrenzte Zahl täglicher Termine vorsieht.

Antragsteller könnten sich im Rahmen dieses Programms einen Termin innerhalb von 10 Tagen sichern, vorausgesetzt, sie erfüllen alle notwendigen Voraussetzungen.

US-Präsident Donald Trump.

US-Präsident Donald Trump. © IMAGO / UPI Photo

Das Programm gilt für B-Visa, also befristete, nicht-immigrierende Genehmigungen, die in der Regel für Personen ausgestellt werden, die die USA als Touristen besuchen oder dort geschäftlich tätig werden wollen. Diese Kategorie spielt eine zentrale Rolle für den grenzüberschreitenden Personenverkehr und ist vor allem für Kurzaufenthalte konzipiert.

Strenge Sicherheitsprüfungen bleiben bestehen

„Jeder US-Visumantragsteller durchläuft eine gründliche Überprüfung und Sicherheitskontrolle, und wir stellen kein Visum aus, bevor der Antragsteller gegenüber dem Konsularbeamten nachgewiesen hat, dass er oder sie nach US-Recht berechtigt ist, ein Visum zu erhalten“, erklärte das Ministerium. Die beschleunigten Termine ändern demnach nichts an den zugrunde liegenden Sicherheitsstandards.

Weitere Länder könnten später in das Programm aufgenommen werden, doch die Entscheidung, Mexiko als erstes Land am Pilotprojekt zu beteiligen, fällt in eine Phase belasteter Beziehungen zwischen beiden Staaten.

Hintergrund sind die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump und die von der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum geäußerten Bedenken hinsichtlich der Behandlung mexikanischer Staatsangehöriger durch die US-Behörde Immigration and Customs Enforcement (ICE).

Die Maßnahme wird deshalb auch als politisches Signal gewertet, da sie den intensiven Reiseverkehr zwischen beiden Ländern anerkennt, während zugleich Kritik an Einwanderungspraktiken und Abschiebungen fortbesteht. Beobachter sehen darin einen Versuch, praktische Erleichterungen beim Besucherverkehr zu schaffen, ohne die umstrittenen Kernpunkte der Einwanderungspolitik anzutasten.

Die zentrale Rolle des B‑1/B‑2‑Visums für Mexiko

Die B‑1/B‑2-Grenzübertrittskarte gehört zu den weltweit am häufigsten genutzten US-Visumdokumenten. Sie wird überwiegend an mexikanische Staatsangehörige ausgestellt und ermöglicht jedes Jahr Millionen von Geschäfts-, Tourismus- und Familienreisen. Damit bildet sie einen Grundpfeiler der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern und erleichtert kurzfristige Aufenthalte erheblich.

Daten des Außenministeriums zeigen, dass mexikanische Staatsangehörige im Haushaltsjahr 2024 nahezu 1,94 Millionen Reisedokumente der B-Kategorie erhielten. Die überwältigende Mehrheit – rund 1,87 Millionen – waren Grenzübertrittskarten, eine spezielle Form des B‑1/B‑2-Besucherdokuments, das von Mexikanern für vorübergehende Geschäfts- und Freizeitreisen genutzt wird und den Grenzverkehr in besonderem Maße strukturiert.

Traditionelle B‑1‑Visa und kombinierte B‑1/B‑2-Besuchervisa machten weniger als 25.000 Bewilligungen aus, was die zentrale Bedeutung der Grenzübertrittskarte unterstreicht. Für viele Familien und Unternehmen in den Grenzregionen ist sie ein unverzichtbares Instrument, um Alltag, Handel und persönliche Kontakte über die Grenze hinweg zu organisieren.

Wie das Programm für beschleunigte Termine funktioniert

Das Außenministerium hatte den Plan für das Pilotprogramm Anfang Juni vorgestellt und angekündigt, dass es über einen Zeitraum von sechs Monaten laufen soll – vom 1. Juli bis zum 31. Dezember. Ziel ist es, ausgewählten Antragstellern einen schnelleren Zugang zu Interviewterminen zu bieten, ohne die Entscheidung über das Visum selbst zu beeinflussen.

Beamte beschrieben das Programm als „Premium“-Option, die zügigeren Zugang zu Interviewslots ermöglicht, während alle Prüfmechanismen unverändert bleiben.

„Dieses Programm stellt dem Außenministerium ein weiteres Instrument zur Verfügung, um die Bearbeitung von Visumanträgen für Personen mit dringendem Reisebedarf effizient zu steuern, bei gleichzeitiger Wahrung höchster Standards bei Sicherheitsüberprüfung und Screening“, erklärte das Ministerium am Mittwoch.

Antragsteller müssen wie üblich die Antragsgebühr von 185 Dollar zahlen und einen Termin vereinbaren, können dann aber zusätzlich 750 Dollar entrichten, um einen beschleunigten Termin an einer teilnehmenden Botschaft oder einem Konsulat zu beantragen. Damit erhalten sie die Möglichkeit, deutlich schneller einen Interviewslot zu bekommen, sofern noch Kapazitäten verfügbar sind.

Begrenzte Plätze und keine Rückerstattung

Das Ministerium betonte, dass nur eine begrenzte Zahl beschleunigter Termine zur Verfügung stehen wird und dass Antragsteller nach Zuweisung eines Slots lediglich zehn Minuten Zeit haben, um die Gebühr zu begleichen. Verpasste Termine führen nicht zu einer Rückerstattung, wie das Ministerium weiter ausführte, was die Bedeutung einer sorgfältigen Planung unterstreicht.

Die Sicherheitsüberprüfung bleibt weiterhin streng, und wenn Antragsteller für nicht berechtigt befunden werden, wird ihnen ein Visum verweigert, fügte das Ministerium hinzu. Das beschleunigte Verfahren ist somit kein Garant für eine Bewilligung, sondern lediglich ein Instrument zur schnelleren Terminvergabe für jene, die dringende Reisebedürfnisse nachweisen können.

Für viele potenzielle Reisende aus Mexiko dürfte das Programm dennoch attraktiv sein, da es den Zugang zu kurzfristigen Reisen erheblich erleichtern kann, etwa für dringende Geschäftsreisen oder familiäre Notfälle. Die begrenzte Zahl an Terminen könnte jedoch dazu führen, dass die Nachfrage das Angebot rasch übersteigt.

Kontrast zu langsamen Familienvisa‑Verfahren

Das Ausmaß der kurzfristigen Reisen von Mexiko in die USA steht in deutlichem Gegensatz zu dem deutlich langsamer funktionierenden System für Daueraufenthaltsgenehmigungen, wie im jüngsten Visa Bulletin des Außenministeriums hervorgehoben. Dieses Dokument gibt regelmäßig Auskunft über die Entwicklung der Prioritätsdaten für verschiedene Kategorien von Einwanderungsvisa.

Das aktuelle Visa Bulletin weist auf eine anhaltende, wenn auch ungleichmäßige Bewegung in mehreren familiengestützten Green-Card-Kategorien hin. Für einige Antragsteller wurden Prioritätsdaten vorverlegt, sodass sich mehr Personen, die bereits seit Jahren in der Warteschlange stehen, im Verfahren weiterbewegen können und näher an eine Entscheidung über ihren ständigen Aufenthaltsstatus rücken.

Das Bulletin verdeutlicht sowohl die hohe Nachfrage nach familienbasierter Einwanderung als auch die anhaltenden Verzögerungen, mit denen viele Antragsteller konfrontiert sind, da die Verfügbarkeit von Visa weiterhin durch jährliche Obergrenzen und länderspezifische Kontingente begrenzt ist. Diese strukturellen Begrenzungen führen dazu, dass selbst geringfügige Fortschritte im Bulletin für Betroffene große Bedeutung haben.

Lange Wartezeiten für mexikanische Familien

Für mexikanische Familien dient das Bulletin insbesondere als Erinnerung daran, dass die Erlangung eines dauerhaften Aufenthaltsstatus über ein familiengestütztes Visum häufig ein jahrelanger Prozess ist.

Gleichzeitig bleibt der temporäre Reiseverkehr zwischen beiden Ländern umfangreich, was den Kontrast zwischen kurzfristiger Mobilität und langfristiger Einwanderungspolitik deutlich macht.

Auch wenn das August-Bulletin einigen Antragstellern einen begrenzten Fortschritt bringt, bestimmen Rückstände in vielen Kategorien weiterhin das Tempo, mit dem Familien sich dauerhaft in den USA wiedervereinigen können.

Für Betroffene bedeutet dies, dass sie trotz intensiven öffentlichen und politischen Fokus auf Grenz- und Visafragen oft über lange Zeiträume hinweg auf klare Perspektiven für ihren Aufenthaltsstatus warten müssen.