everyschematic.com

Russland-Verbündeter überrascht mit Forderung an Putin: Krieg „muss aufhören“

Verbündeter wird zu Putin deutlich: Ukraine-Krieg „muss aufhören“

Stand: 26.07.2026, 17:59 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Ein Verbündeter, der Moskau nie offen widersprochen hat, überrascht mit einem Appell – und einem Vergleich, der Putin in der Sache bloßstellt.

Omsk – Russlands Verbündete begehren auf: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine wird immer unbeliebter. Es war ein ungewöhnlicher Moment auf dem 22. Forum für interregionale Zusammenarbeit zwischen Russland und Kasachstan im sibirischen Omsk, als Kassym-Jomart Tokayev, Präsident des zentralasiatischen Landes und formal enger Verbündeter Moskaus, sprach. Er wandte sich direkt an Wladimir Putin – und forderte ein Ende des Krieges in der Ukraine.

Kassym-Jomart Tokayev (l.) überraschte mit klaren Aussagen gegen Wladimir Putins Angriffskrieg.

Kassym-Jomart Tokayev (l.) überraschte mit klaren Aussagen gegen Wladimir Putins Angriffskrieg. © Vyacheslav Prokofyev / dpa picture alliance

„Es ist eine Schande, junge Menschen sterben. Das alles muss aufhören“, sagte Tokayev laut Kyiv Post sichtbar neben Putin sitzend vor laufenden Kameras. Putin, der von Verbündeten selten öffentlich konfrontiert wird, antwortete lediglich, er werde Tokayev über „die Details“ des Krieges informieren.

Kasachstan über Ukraine-Krieg: „Vielleicht ist es Zeit, diesen Konflikt einzufrieren“

Tokayev blieb nicht bei einem allgemeinen Appell. Er machte einen konkreten Vorschlag: „Vielleicht ist es Zeit, diesen Konflikt einzufrieren und zur Istanbul-2.0-Formel zurückzukehren, da dort bedeutende Ergebnisse erzielt wurden. Danach – natürlich unter Garantien der Großmächte, einschließlich Russlands – können wir vorankommen“, erklärte er laut Ukrainska Pravda.

Hintergrund: Beim Istanbuler Treffen im Mai 2025 hatten russische Unterhändler laut Medienberichten Bedingungen gestellt, die für Kiew nicht akzeptabel waren – darunter Gebietsabtretungen und der Verzicht auf Reparationen. Russlands Chefunterhändler Wladimir Medinski erklärte damals, Moskau sei zu einem „endlosen Krieg“ bereit.

Kasachstan ist wirtschaftlich eng mit Russland verflochten, hat die Invasion jedoch nie gebilligt. Tokayev begründete seinen Vorstoß damit, dass er aus Europa und den USA „viele Signale“ zum Stand des Konflikts erhalten habe, über die er Putin bereits telefonisch informiert habe.

Zugleich machte er deutlich, dass ihm die Ursachen des Krieges bis heute nicht vollständig erklärbar seien. Im Vergleich zum Bergkarabach-Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan, dessen historische Wurzeln für Kasachstan klar gewesen seien, sei der Ukraine-Krieg „sehr schwer zu verstehen“, so Tokayev laut Ukrainska Pravda.

Der Kreml erklärte nach dem Treffen, Putin habe Tokayev über die Lage informiert. Die von den USA geführten Vermittlungsbemühungen haben seit Monaten keinen Fortschritt erzielt. Moskau bekräftigt unterdessen, den gesamten Osten der Ukraine militärisch einnehmen zu wollen. Am selben Tag meldete die Ukraine Drohnenangriffe auf eine Ölraffinerie in der sibirischen Region Tjumen – einen der tiefsten Einschläge auf russischem Gebiet seit Kriegsbeginn, wie die Kyiv Post berichtet. (Quellen: Kyiv Post, Ukrainska Pravda, AFP) (cgsc)