Wer im Britzer Garten, am Tegeler Fließ oder im Spandauer Forst einer Ringelnatter begegnet, könnte inzwischen auf ein ungewöhnliches Exemplar treffen. Statt des für die heimische Ringelnatter typischen einfarbig grauen Rückens tragen einige Tiere zwei helle Längsstreifen über den gesamten Körper.
Nach mehreren Sichtungen ungewöhnlicher Ringelnattern hat ein Forschungsteam des Berliner Naturkundemuseums die Tiere genetisch untersucht und warnt vor den Folgen für heimische Bestände. Zuerst berichtete der „Tagesspiegel“.
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Genanalyse zeigt: Die Tiere stammen nicht nur aus Berlin
Wie Forschende des Berliner Naturkundemuseums im Fachjournal „Conservation Genetics“ berichten, handelt es sich dabei nicht um eine neue Art, sondern um Tiere mit genetischen Anteilen der Balkan-Ringelnatter (Natrix natrix moreotica). Die Unterart ist ursprünglich auf dem südlichen Balkan und dem westlichen Kleinasien beheimatet.
Neben klar eingeschleppten Tieren fanden die Forschenden auch Hinweise auf eine weitere Unterart, deren Herkunft in Berlin nicht eindeutig ist: Sie könnte ebenfalls ausgesetzt worden sein, aber auch auf natürlichem Weg nach Norden vorgedrungen sein. Auffällig ist zudem, dass selbst genetisch als einheimisch eingestufte Ringelnattern Rückenstreifen tragen. Das spricht dafür, dass es schon vor längerer Zeit zu Vermischungen kam und das Streifenmuster bis heute erhalten blieb.
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Gestreifte Ringelnattern wurden an mindestens sieben voneinander getrennten Orten in Berlin gemeldet. Bei der Feldarbeit bestätigten sich solche Tiere an drei untersuchten Standorten. Besonders auffällig war der Britzer Garten: Dort deuten die genetischen Daten darauf hin, dass mehrere Tiere einer fremden Unterart ausgesetzt worden sein könnten.
Forscher warnen vor Folgen für heimische Ringelnattern
Aus Sicht der Studienautoren ist diese Entwicklung problematisch, weil darunter die genetische Eigenständigkeit heimischer Bestände leiden kann. Außerdem seien die hell gestreiften Balkan-Tiere an andere klimatische Bedingungen angepasst und könnten dadurch Nachteile in der Berliner Natur haben. Welche Folgen das langfristig für die Berliner Ringelnattern hat, ist bislang aber noch unklar.
Die Autorinnen und Autoren der Studie empfehlen daher ein engmaschiges Monitoring und, wo möglich, die Ausbreitung genetisch vermischter Tiere in benachbarte heimische Populationen einzudämmen.

Für ihre Untersuchung wertete das Forschungsteam mehr als 400 Ringelnatter-Beobachtungen aus dem Berliner Stadtgebiet aus. Die Sichtungen wurden unter anderem über Citizen-Science-Portale wie iNaturalist, Artenfinder Berlin und NABU Naturgucker gemeldet. Zusätzlich analysierten die Wissenschaftler das Erbgut von 27 Schlangen beziehungsweise Proben. Demnach wurden gestreifte Ringelnattern an sieben Standorten in Berlin nachgewiesen.