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Überwältigende Auferstehung: Jubel für Philharmoniker und Dudamel

Helmut Christian Mayer

Schon vom ersten furiosen Einsatz der Streicher schwebte eine ungemein vibrierende und packende Spannung im Raum, die sich dann immer mehr steigerte. Dafür sorgte der Mann am Pult: Mit großen, zupackenden Gesten wusste der auswendig dirigierende Gustavo Dudamel diese bei den Wiener Philharmonikern während der neunzigminütigen, kräfteraubenden Länge des Werkes ständig zu halten.

Schon beim ersten Konzert des österreichischen Paradeorchesters bei den Salzburger Festspielen im Rahmen der „Ouverture spirituelle“ im ausverkauften Großen Festspielhaus wurde mit der 2. Symphonie, der „Auferstehungssymphonie“ von Gustav Mahler ein Highlight gesetzt. Das monumentale Werk, das das Menschheitsproblem von Tod und Auferstehung genial verarbeitet, wurde mit großem Stimmungs- und Kontrastreichtum und teils extremen Akzenten aufgeführt. Der fast jeden Einsatz gebende, venezolanische Dirigent (zuletzt beim WM-Finale in New Jersey im Einsatz) ließ sich aber auch Zeit, kostete die einzelnen Phrasen, wie auch die Lyrismen aus und wählte teils auch breite Tempi jedoch immer ohne Spannungsverlust.

Etwas zu eindimensional kam der Urlicht-Gesang bei Nadezhda Karyazina mit ihrem hellgefärbten Alt zur Geltung, höhensicher und klar war die Sopranistin Ying Fang zu hören.

Dann riefen die Trompeten aus der Ferne. Ein einsamer Vogelruf der Piccoloflöte tönte herüber. In gehauchtem, kaum hörbaren Misterioso intonierte hierauf der nuancenreich, homogen und intonationsrein singende Wiener Singverein (Einstudierung: Johannes Prinz) vorerst a-cappella erstmalig die Klopstock-Ode „Aufersteh’n, ja aufersteh’n“. Und dann schwang sich in ständigen Steigerungen die Musik bei Chor und Orchester zu sphärischen Höhen und monumentalen Klängen ins mehrfache Fortissimo empor und überwältigte: Zweifellos eine der beeindruckendsten Stellen der gesamten Mahlerschen Symphonik. 

Spontane stehende Ovationen!

Kurier-Wertung: **** ½ von *****

INFO: Wiederholung am 27.7., um 21 Uhr - www.salzburgerfestspiele.at – Radio: Ö1 – 2.8., 11:03 Uhr.

kurier.at, tem  |  26.07.2026, 17:26