Trump und seine Verbündeten: Diese Länder gerieten bereits mit dem US-Präsidenten in Konflikt
Stand: 13.07.2026, 20:56 Uhr
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Donald Trump und mehrere Verbündete geraten wegen zunehmender Konflikte unter Druck. Das Verhältnis zu NATO-Partnern ist angespannt.
Washington D. C. – Die Beziehungen zwischen den USA und mehreren europäischen Partnern stehen erneut vor Herausforderungen. Seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit sorgen unterschiedliche Positionen bei Sicherheitsfragen, Handelspolitik und internationalen Konflikten immer wieder für Spannungen. Während einige europäische Regierungen auf einen engen Austausch mit Washington setzen, vertreten andere zunehmend eigene Positionen gegenüber der US-Regierung.

Die Beziehungen zwischen Donald Trump und mehreren europäischen Regierungen haben sich zuletzt deutlich abgekühlt. (Archivbild) © Christian HartmannBesonders deutlich zeigt sich die Entwicklung am Verhältnis zu Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Sie galt lange als eine der engsten europäischen Partnerinnen Trumps und hatte sich als mögliche Vermittlerin zwischen Washington und Brüssel positioniert. Nach Angaben italienischer Medien verwies Meloni selbst mehrfach auf diese Rolle.
Trump und Meloni: Streit belastet Verhältnis zwischen einstigen Verbündeten
Das Verhältnis geriet jedoch zuletzt unter Druck. Nach einem Bericht der Tagesschau eskalierte ein Streit, nachdem Italien den USA die Nutzung des Luftwaffenstützpunkts Sigonella auf Sizilien für Militäroperationen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg verweigert hatte. Trump reagierte darauf mit Kritik und schrieb auf seiner Plattform Truth Social, Meloni habe die USA „im Stich gelassen“.
Auch beim G7-Gipfel im französischen Evian kam es zu einer öffentlichen Auseinandersetzung. Donald Trump schrieb auf Truth Social, Meloni habe ihn beim Gipfel um ein gemeinsames Foto gebeten. Meloni veröffentlichte daraufhin ein Video, in dem sie diese Aussage als „völlig erfunden“ bezeichnete. Wie ZDF heute berichtet, sagte Italiens Außenminister Antonio Tajani seinen geplanten Besuch in den USA als Reaktion auf die Aussagen Trumps ab.
Nach öffentlichem Streit: Italien sucht Annäherung an Washington
Weitere Spannungen entstanden durch einen Beitrag Trumps auf Truth Social vom 20. Juni 2026. Darin schrieb er: „Sie hat uns nicht einmal erlaubt, Italiens Landebahnen zu nutzen, was eine große logistische Unannehmlichkeit darstellte – und das, obwohl die USA jährlich Hunderte von Milliarden Dollar zum Schutz Italiens und anderer ‚sogenannter‘ NATO-Verbündeter beitragen.“
Beim NATO-Gipfel in Ankara Anfang Juli trafen Trump und Meloni erneut aufeinander. Nach Angaben des Handelsblatts bemüht sich Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto inzwischen um eine Stabilisierung der Beziehungen zu Washington.
Trump droht der EU wegen der Digitalsteuer mit neuen Zöllen – Ökonomen warnen vor Handelskonflikt
Auch in der Handelspolitik verschärfen sich die Konflikte zwischen den USA und europäischen Staaten. Ende Juni kündigte Trump über Truth Social an, Länder mit einer Digitalsteuer für US-Unternehmen mit Zöllen von 100 Prozent auf sämtliche Importgüter zu belegen. Die geplanten Abgaben sollten nach seinen Angaben bestehende und zukünftige Handelsvereinbarungen ersetzen.
Mehrere EU-Staaten prüfen derzeit eine Abgabe auf Umsätze großer US-Technologiekonzerne wie Google, Amazon, Apple und Meta. Frankreich erhebt eine solche Digitalsteuer bereits seit 2019. Präsident Emmanuel Macron erklärte laut Spiegel Online, daran festhalten zu wollen. Trump reagierte darauf mit der Drohung, französische Produkte wie Wein und Champagner mit Strafzöllen von 100 Prozent zu belegen. Die EU-Kommission wies die Drohungen zurück und kündigte nach Angaben des Tagesspiegel an, man werde „rasch und entschlossen reagieren“.
Trump erhöht den Druck auf Kanada und Spanien – Streit um Handel und Verteidigung verschärft sich
Neben Handelsfragen sorgen auch sicherheitspolitische Themen für Spannungen. Trump bekräftigte in seiner zweiten Amtszeit wiederholt seinen Anspruch auf Grönland. Dänische Vertreter stellten jedoch klar, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe.
Auch das Verhältnis zu Kanada und Spanien wurde belastet. Nachdem Washington Strafzölle auf kanadische Waren verhängt hatte, reagierte Ottawa mit Gegenzöllen in Höhe von 25 Prozent auf US-Waren. Mit Spanien geriet Trump ebenfalls aneinander. Auf einer Pressekonferenz am NATO-Gipfel in Ankara kündigte Trump einen vollständigen Handelsstopp mit Spanien an und bezeichnete das Land als „schrecklichen Partner“. Hintergrund waren Madrids Weigerung, die Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, sowie die Ablehnung Spaniens, den USA im Iran-Krieg die Nutzung der Militärstützpunkte Rota und Morón sowie des spanischen Luftraums zu gestatten.
NATO-Gipfel in Ankara: Trump zieht positive Bilanz des Treffens
Im Interview mit der Tagesschau erklärte die Sicherheitsexpertin Stefanie Babst, die Europäer und Kanadier hätten erkannt, dass sie die „Europäisierung der NATO“ vorantreiben müssten. Aus ihrer Sicht werde US-Präsident Donald Trump auch nach dem Gipfel in Ankara weiterhin für politische Unruhe innerhalb des Bündnisses sorgen.
Beim NATO-Gipfel in Ankara kamen am 7. und 8. Juli 2026 die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten zusammen, um über die weitere Ausrichtung des Bündnisses zu beraten. Das Treffen fand im Präsidentenkomplex der türkischen Hauptstadt statt. US-Präsident Donald Trump zog anschließend eine positive Bilanz des Gipfels und erklärte: „Es war ein großartiges Treffen“. (Quellen: Tagesschau, Truth Social, La7, Handelsblatt, Spiegel Online) (jal)