Stand: 27.07.2026, 18:00 Uhr
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Sabine Dächer-Weigand, demnächst Neubürgerin in Michelbach, zeigt die richtige Nutzung des Armbeckens. © Stefan WeilIn Michelbach steht seit 2015 eine Kneipp-Anlage mit Tret- und Armbecken aus Edelstahl. Der Ortsbeirat pflegt die Anlage ehrenamtlich in zeitlichen Abschnitten.
Michelbach – Im Sommer 2015 wurde in Michelbach eine Anlage eingeweiht, die in der Schottener Großgemeinde ein Alleinstellungsmerkmal ist. „Aquafit“, das Tret- und Armbecken mit Barfußpfad, wurde damals vom Ortsbeirat initiiert und steht jedem, der es nutzen möchte, offen. Die Anlage befindet sich am südlichen Ortsrand von Michelbach, idyllisch gelegen an einem asphaltierten Feldweg. Der Hoherodskopf-Steig, ein beliebter Weg zum Radfahren, aber auch oft von Wanderern und Spaziergängern frequentiert, führt direkt vorbei. Ein Besuch vor Ort zeigt, dass der Platz und das „AquaFit“ auch heute noch bestens in Schuss sind und die vielfältigen Möglichkeiten für Gesundheit und Erholung rege genutzt werden.

Ein Gang durch das Tretbecken der „Aquafit“-Anlage in Michelbach sorgt für wohltuende Entspannung. © Stefan WeilDas Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bürgerinnen und Bürger aus dem Schottener Stadtteil. Entstanden ist es mit vielen fleißigen Händen. Die Anregung dazu hatten die beiden damaligen Mitglieder im Ortsbeirat, Reinhold Repp und Karl-Heinz Rack, gegeben. Die Idee war auf offene Ohren gestoßen. Reinhold Repp stellte sein Privatgrundstück zur Verfügung. Es war von einem kleinen Wasserlauf durchzogen, der damals – ungenutzt – in den ganz in der Nähe vorbeifließenden Michelbach abfloss.
Entstanden durch fließige Helfer
Für die notwendigen Materialien waren seinerzeit noch finanzielle Restmittel von der 500-Jahr-Feier Michelbachs vorhanden. Dazu kamen Spenden der örtlichen Vereine und von Privatpersonen. Schließlich wurden noch Verfügungsmittel des Ortsbeirates verwendet. Für die notwendigen Erdarbeiten hatte die Jagdgenossenschaft Bagger und Fahrer kostenfrei zur Verfügung gestellt. So konnte ein kleiner Bachlauf modelliert werden, der vom Tretbecken hangabwärts zu einem kleinen Teich führt. Er wurde mit gesammelten Feldsteinen und Beton befestigt, und das kleine Gewässer mit Wasserpflanzen naturgemäß gestaltet.
Für die Gestaltung der beiden Becken wurden hochwertige und langlebige Materialien verwendet. So sind das Geländer als Einstiegshilfe und die beiden Becken aus Edelstahl gefertigt. Integriert in die Anlage ist auch ein Barfußweg mit unterschiedlichen Materialien.
Auch nach mehr als zehn Jahren der Nutzung zeigt sich die Anlage in einem hervorragenden Zustand. Das ist nicht zuletzt der Pflege durch die Mitglieder des Ortsbeirates zu verdanken, die sich die ehrenamtliche Arbeit in zeitlichen Abschnitten aufteilen. Davon können nicht nur die Einheimischen profitieren, sondern auch Ausflügler und Touristen. Füße und Arme zum Beispiel nach einer längeren Fahrt im Sattel abzukühlen, vermittelt nicht nur Entspannung, sondern dient auch der Erholung und letztlich der Gesundheit. Ähnliches gilt für die Nutzer, die die Arme in das kalte Wasser im Armbecken eintauchen.
Beim Fuß- und Armbad sind einige Grundsätze zu beachten. Sie sind einer Infotafel zu entnehmen, die neben der Anlage aufgestellt ist. Unbedingt zu beachten ist die vorherige Erwärmung des Körpers. Wichtigstes Prinzip ist es, niemals mit kalten Händen oder Füßen eine Anwendung mit kaltem Wasser zu beginnen, sondern sich vorher mit flotten Bewegungen entsprechend aufzuwärmen.
Im Storchengang durch kaltes Wasser
Für das Treten im Wasser wird der Storchengang empfohlen. Das bedeutet, darauf zu achten, die Knie bei jedem Schritt aus dem Wasser anzuheben. Die Verträglichkeit eines Kneippgangs richtet sich nach dem Kältereiz. Der sollte erträglich sein. Längstens nach einer Minute sollte man aber das Wasser wieder verlassen. Anschließend empfiehlt sich eine Erwärmung bei einem Gang über die Wiese oder auf dem Barfußpfad.
Beim Armbad wird empfohlen, die Arme nacheinander in das Wasser möglichst tief einzutauchen. Ein Ziehen und Kribbeln sind eine normale Reaktion des Körpers. Auch hier sollte man spätestens nach einer Minute das Kaltwasserbad beenden. Armkreisen bietet sich für die anschließende Erwärmung der oberen Extremitäten an. Für Menschen mit Blasen- und Nierenleiden wird eine Kaltwasseranwendung nicht empfohlen.
Auf der „Aquafit“-Anlage lässt sich auch bestens nach einer Kneippanwendung ausruhen. Dazu lädt eine Himmelsliege am Bachlauf ein, oder man kann an einer kleinen Sitzecke inmitten der herrlichen Natur entspannen.