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Todesfahrt im Tiergarten: Wie unterschiedlich Deutschlands Medien auf den CSD-Anschlag reagieren

Der mutmaßlich islamistische Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) hat ein gewaltiges Medienecho ausgelöst. Binnen weniger Minuten wandelte sich die Berichterstattung von Bildern bunten Feierns zur dramatischen Eilberichterstattung über eine Großfahndung im Tiergarten. Doch so einheitlich die Schockwelle durch die Redaktionen rollte, so unterschiedlich näherten sich die Medien dem Verbrechen an.

Reaktionen auf CSD-Anschlag: Von „tief betroffen“ bis zur Forderung nach „Ende des Kuschelkurses“

Reaktionen auf Terrorschlag

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Die Bild-Zeitung zögerte nicht lange und rückte sofort die Personalie des mutmaßlichen Täters Abdul Ballout ins Zentrum. Unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete das Blatt extrem früh über die libanesische Herkunft des 21-jährigen Berliners, seine Akte wegen Körperverletzung sowie seine mutmaßliche Nähe zur Terrororganisation „Islamischer Staat“. Zudem adressierte die Bild das Bedrohungsszenario und die drängende Frage nach den Versäumnissen von Justiz und Sicherheitsbehörden.

In einem Meinungsstück der Welt von Ali Utlu wurden schwere Vorwürfe gegen Parteien wie SPD, Grüne und Linke erhoben. Der 1971 als Sohn türkischer Einwanderer in Hessen geborene Autor, der selbst schwul ist und dem Zentralrat der Ex-Muslime angehört, warf der Politik eine Doppelmoral vor. Während die Parteien den CSD als Kulisse nutzten, blendeten sie nach seiner Auffassung die alltäglichen Gefahren und Anfeindungen gegen Homosexuelle durch muslimische Täter im öffentlichen Raum aus.

Augenzeugen-Drama und klare Haltung

Der Spiegel setzte vor allem auf die emotionale Wucht vor Ort: Berichte von Augenzeugen, die vom „schwärzesten Tag für die queere Community“ sprachen, und die tiefe Bestürzung von CSD-Moderatorin Ricarda Hofmann gaben dem Schrecken ein Gesicht. Die Zeit wiederum versuchte, in komplizierten Fragen-und-Antworten-Formaten die unübersichtliche Lage zu ordnen und Spekulationen über eine zweite Tatphase mit Stichwaffen einzudämmen.

Eine unmissverständliche politische Haltung bezog die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Neben Analysen zur gewaltbereiten Islamistenszene der Hauptstadt warnte FAZ-Redakteur Stephan Löwenstein in einem Kommentar vor voreiligen Reaktionen von rechtsaußen: Populistische Parolen wie „Remigration“ würden die offene Gesellschaft nicht retten. Gegen diesen Angriff auf die Freiheit helfe kein Hass, sondern nur das Entgegenstellen in Zorn, Trauer und Zusammenhalt.

CSD-Terror: Ermittler befürchten weiteren Anschlag

Terroranschlag beim CSD

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Die Öffentlichen bleiben auf Abstand

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit Formaten wie der Tagesschau wählte in den ersten Stunden eine betont zurückhaltende Herangehensweise. ARD und ZDF stützten sich in ihrer Berichterstattung vor allem auf offiziell verifizierte Informationen der Generalstaatsanwaltschaft und der Berliner Polizei. Statt spekulativer Ansätze lag der Schwerpunkt auf der sachlichen Einordnung durch Fachleute wie ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt, der die behördliche Gefährdereinstufung des Tatverdächtigen beleuchtete, sowie auf dem Bereitstellen von Notfall- und Hilfsangeboten für Betroffene.

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