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Über den Filmklassiker "The Breakfast Club"

Es ist eine unscheinbare Frage. Keine Explosion, kein dramatischer Höhepunkt, keine große Wendung. Und doch ist sie vielleicht der wichtigste Satz in John Hughes’ „The Breakfast Club“. Denn während viele Jugendfilme davon erzählen, wie Unterschiede überwunden werden, interessiert sich dieser Filmklassiker aus dem Jahr 1985 für etwas anderes: Was geschieht, wenn die Realität zurückkehrt?

„The Breakfast Club“ erzählt die Geschichte von fünf Jugendlichen, die einen Samstag gemeinsam beim Nachsitzen verbringen müssen. Der Sportler Andrew, die beliebte Claire, der rebellische John Bender, die verschlossene Allison und der leistungsorientierte Brian könnten unterschiedlicher nicht sein. Zu Beginn des Films scheinen sie lediglich die Klischees ihrer jeweiligen Cliquen zu verkörpern, und was sie voneinander halten, glauben sie bereits zu wissen.

Die Prämisse klingt erstaunlich simpel. Fast der gesamte Film spielt in einer Schulbibliothek. Große Schauplätze, spektakuläre Action oder aufwendige Spezialeffekte sucht man vergeblich. Und doch gelingt John Hughes etwas Bemerkenswertes: Aus einem einzigen Samstag entwickelt er ein ebenso unterhaltsames wie überraschend ehrliches Porträt jugendlicher Unsicherheit.

Die Fassade beginnt zu bröckeln

Besonders deutlich wird das in der zentralen Geständnisszene des Films. Nachdem sich die Jugendlichen zuvor stundenlang gegenseitig provoziert, beleidigt und in Schubladen gesteckt haben, beginnt die Fassade langsam zu bröckeln. Die Kamera rückt näher an die Gesichter heran. Die Witze werden weniger. Stattdessen entsteht eine Atmosphäre, in der sich niemand mehr hinter seiner Rolle verstecken kann.

Brian erzählt von dem enormen Leistungsdruck, unter dem er leidet. Eine schlechte Note genügte, um ihn in eine tiefe Krise zu stürzen. Andrew gesteht, aus Gruppenzwang einen Mitschüler schikaniert zu haben. Claire spricht über die Erwartungen ihrer Eltern. Allison offenbart ihre Einsamkeit. Und Bender erzählt von Gewalt und Demütigung in seinem Elternhaus.

Leistungsdruck, Gruppenzwang, familiäre Erwartungen, soziale Isolation oder Gewalt im Elternhaus sind keine Probleme der Achtzigerjahre. Sie beschäftigen Jugendliche bis heute. Vielleicht sehen die Schulen anders aus. Vielleicht laufen Gespräche inzwischen zusätzlich über soziale Medien. Doch die grundlegenden Ängste sind dieselben geblieben. Genau das macht „The Breakfast Club“ bis heute erstaunlich modern. Der Film behauptet nicht, Jugendliche seien grundverschieden. Er zeigt vielmehr, dass hinter den Rollen, die Menschen einnehmen oder die ihnen zugeschrieben werden, oft dieselben Unsicherheiten verborgen liegen.

Noch stärker als diese Erkenntnis ist jedoch die Frage, die kurz darauf gestellt wird: „Was ist am Montag mit uns?“

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Der Film gibt darauf keine Antwort. Für einen Moment scheint es, als hätten fünf Jugendliche die Grenzen ihrer sozialen Gruppen überwunden. Sie lachen miteinander, sprechen offen über ihre Probleme und erkennen sich gegenseitig als Menschen statt als Klischees. Doch Claire spricht aus, was alle denken: Sobald die Schule am Montag wieder beginnt, werden die alten Regeln zurückkehren.

Der Zuschauer erfährt nicht, was tatsächlich geschieht. Der Film endet vorher. Gerade dadurch bleibt die Frage so eindringlich. Sie wirkt ehrlicher als jedes Happy End. Der Film präsentiert keine einfache Lösung, er behauptet nicht, dass ein einziges Gespräch gesellschaftliche Strukturen oder Gruppenzwang verschwinden lässt. Stattdessen erkennt er an, wie stark soziale Erwartungen sein können – und wie schwer es ist, sich ihnen zu entziehen.

John Hughes fängt die Lebenswelt seiner Figuren dabei authentisch ein. Obwohl der Regisseur selbst längst erwachsen war, wirken die Dialoge und Konflikte, wenn auch sprachlich etwas aus der Zeit gefallen, erstaunlich glaubwürdig. Die Jugendlichen sprechen gerade nicht wie Teenager, die am Reißbrett von Erwachsenen entworfen wurden, sondern wie echte Menschen mit echten Unsicherheiten.

Die verschlossene Außenseiterin wird romantisch interessant

Ganz ohne Schwächen ist der Film allerdings nicht gealtert. Besonders die Beziehung zwischen Claire und Bender würde heute vermutlich kritischer betrachtet werden. Mehrere Szenen zeigen Grenzüberschreitungen, die der Film teilweise als freches Flirten inszeniert. Aus heutiger Perspektive wirken manche dieser Momente deutlich unangenehmer. Auch Allisons Entwicklung hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck: Die verschlossene Außenseiterin erhält ein Makeover und wird unmittelbar danach für Andrew romantisch interessant. Dadurch entsteht zumindest teilweise der Eindruck, dass Akzeptanz erst durch Anpassung möglich wird. Aus heutiger Sicht wirkt diese Botschaft teilweise problematisch. Menschen sollten nicht erst verändert werden müssen, um anerkannt zu werden.

„The Breakfast Club“ bleibt aber so sehenswert, weil seine zentrale Aussage stärker ist als seine Schwächen. Hinter jedem Klischee steckt ein Mensch. Hinter jeder Rolle verbirgt sich eine Geschichte. Und die Fragen nach Zugehörigkeit, Akzeptanz und Identität sind bis heute dieselben geblieben.

Und vielleicht denkt man deshalb noch lange nach dem Abspann über diese eine Frage nach: „Was ist am Montag mit uns?“