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„Steigt einfach aus“ - dieser eine Vorschlag lässt den Disney-Konzern erzittern

Stand: 27.07.2026, 09:00 Uhr

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Disney-Vorstandsvorsitzender Josh D'Amaro besucht den Disneyland-Paris-Komplex in Marne-la-Vallée.

Disney-Vorstandsvorsitzender Josh D'Amaro besucht den Disneyland-Paris-Komplex in Marne-la-Vallée. © IMAGO/Bestimage

Ein Wall-Street-Analyst fordert das Undenkbare. Disney soll sein Streaming-Imperium opfern und dafür Milliarden kassieren. Der Aktienkurs reagiert sofort.

Fünf Jahre lang bewegt sich die Disney-Aktie kaum von der Stelle. Der Konzern gilt als unangefochtener Marktführer unter den alten Hollywood-Giganten, während ringsum fast jeder Rivale zum Verkauf steht oder auf Einkaufstour geht. Doch an der Börse zahlt sich diese Vormachtstellung einfach nicht aus. Ausgerechnet jetzt legt ein einzelner Analyst den Finger in die offene Wunde. Was er vorschlägt, klingt wie glatter Verrat an der eigenen Strategie.

Der radikale Vorschlag

Steven Cahall von der Bank Wells Fargo stellt in einer Notiz eine brandgefährliche Frage. „Was, wenn der Schlüssel zum steigenden Kurs im kompletten Ausstieg aus dem Streaming liegt?“ Kehre Disney zu seinem alten Modell zurück und produziere Inhalte, statt sie mühsam selbst zu verteilen, könnte der Aktienwert um satte 40 Prozent nach oben schießen. Die Verfechter der Strategie rund um den Streamingdienst Disney+ dürften bei diesem Satz zusammenzucken. Doch die Rechnung des Analysten könnte es in sich haben.

Milliarden

Der Grund ist so einfach wie brutal. Wenn Sony jährlich rund eine Milliarde Dollar von Netflix für seine Kinofilme kassiert, könnte Disney fast das Vierfache verlangen. Rechnet man die konkurrenzlose Bibliothek und weitere Verwertungsfenster hinzu, wären Lizenzeinnahmen von sagenhaften 15 Milliarden Dollar drin. Solche Summen im VoD-Geschäft lassen selbst hartgesottene Investoren aufhorchen. Cahall ist überzeugt, dass weder das Kinogeschäft noch die Parks darunter leiden würden, selbst wenn die Filmschätze plötzlich beim direkten Konkurrenten laufen.

Der Verrat am eigenen Lebenswerk

Was der Analyst da fordert, wäre eine gnadenlose Kehrtwende vom jetzigen Geschäftsmodell. Jahrelang hat Disney Milliarden verbrannt, um Disney+ gegen den übermächtigen Rivalen Netflix in Stellung zu bringen. Nur diese beiden Dienste haben überhaupt die Größe, um im Streaming-Krieg mitzuhalten, während HBO Max, Peacock und Paramount+ verbissen um die Reste kämpfen. Genau deshalb wirkt der Vorschlag so unangenehm. Er verlangt allen Ernstes, dass der Klassenbeste freiwillig das Spielfeld räumt.

Was nun?

Noch ist das alles nur ein Gedankenspiel, aber, so heißt es aus dem Konzern, soll Disney-Chef Josh D'Amaro bereits sämtliche Optionen durchspielen. Während Netflix selbst zunehmend unter Druck gerät und die drohende Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery den Markt gehörig aufmischt, wird Disneys Inhalt als Lizenzware plötzlich wertvoller als der hauseigene Abodienst. Die Börse reagierte augenblicklich, die Aktie legte am Montag um 1,75 Prozent zu. Für einen Konzern, der sein halbes Imperium auf Disney+ verwettet hat, ist das ein gefährlich verlockendes Signal...