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Mit dem E-Bike unterwegs: Wie Senioren im Kreis Heinsberg lernen, sicher Fahrrad zu fahren

"Nochmal im zweiten Gang anfahren!" Polizeihauptkommissar Jörg Zimmermann gibt letzte Hinweise, dann rollt die erste Teilnehmerin los. Erst im hohen Gang, dann im niedrigen. Der Unterschied ist sofort spürbar. Genau solche Alltagssituationen stehen beim Fahrradtraining der Polizei in Gangelt im Mittelpunkt. Denn viele Seniorinnen und Senioren sind regelmäßig mit dem Fahrrad oder E-Bike unterwegs und möchten dabei sicher mobil bleiben.

Ältere Radfahrer besonders gefährdet

Dass solche Trainings wichtig sind, zeigen auch die Unfallzahlen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind 61,5 Prozent der tödlich verunglückten Radfahrer in Deutschland 65 Jahre oder älter. Bei Unfällen mit E-Bikes ist der Anteil sogar noch höher. Das liegt nicht nur an der wachsenden Zahl älterer E-Bike-Nutzer, sondern auch daran, dass ältere Menschen bei Stürzen häufiger schwere Verletzungen erleiden.

Das E-Bike ermöglicht vielen älteren Menschen längere Touren und mehr Selbstständigkeit. Gleichzeitig unterscheidet sich das Fahrverhalten von einem klassischen Fahrrad: Das Rad ist schwerer, beschleunigt schneller und reagiert beim Bremsen anders. Deshalb geht es beim Training nicht um Höchstleistungen, sondern um Grundlagen wie die richtige Sitzposition, das Anfahren im passenden Gang, den Schulterblick oder das Bremsen auf unterschiedlichen Untergründen.

Fahrradtraining im Kreis Heinsberg stärkt das Sicherheitsgefühl

Für manche geht es dabei um mehr als nur ein paar Tipps. "Ich hatte im letzten September einen Unfall, weil ich beim Anfahren einen Fehler gemacht habe. Danach hatte ich Angst zu fahren." sagt Ute Börnner. Beim Training merkt sie: Mit den richtigen Übungen kommt auch das Vertrauen zurück. Andere nehmen vor allem kleine, aber wichtige Aha-Momente mit, zum Beispiel die richtige Sitzhöhe, den passenden Gang beim Anfahren oder den Blick über die Schulter.

Nach dem Parcours geht es gemeinsam auf eine Tour rund um Gangelt. Dort werden die Übungen direkt im Straßenverkehr angewendet. Das Ziel: sicher unterwegs sein und die Freude am Fahrradfahren möglichst lange erhalten.