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Sinner kehrte als Champion auf die Grand-Slam-Ebene zurück

Wimbledon

Sinner kehrte als Champion auf die Grand-Slam-Ebene zurück

Der Italiener feierte seinen ersten Titel bei einem Major seit einem Jahr. Zverev ist unterdessen die neue Nummer zwei der Weltrangliste

Ein Tennisspieler hält auf dem Center Court der Wimbledon Championships eine goldene Trophäe in den Händen. Im Hintergrund ist unscharf das Publikum zu sehen.
Er ist wieder da.

London – Jannik Sinner hat sich nach zwölf Monaten Durststrecke wieder einen Grand-Slam-Titel geholt. Der Südtiroler verteidigte seinen Wimbledontitel erfolgreich und setzte nach seinem Hitzekollaps in Paris ein starkes Zeichen. Der hart erkämpfte Viersatzsieg im Finale gegen Alexander Zverev zeigte aber auch, dass der Deutsche, seit Montag die Nummer zwei der Weltrangliste, den beiden Ausnahmespielern Sinner und dem aktuell verletzten Carlos Alcaraz näher gerückt ist.

Fünf der größten Turniere auf der ATP Tour hat Sinner in diesem Jahr gewonnen. Aber bei den Grand Slams klappte es zuletzt dreimal nicht. Bei den US Open im vergangenen September unterlag er im Finale Alcaraz, bei den Australian Open im Halbfinale Novak Djokovic. Mehr zu denken gab sicher der Hitzekollaps in der 2. Runde des French Open mit einem klaren Sieg vor Augen. Sinner ließ danach Rasenturniere zur Vorbereitung auf den Klassiker in England aus und arbeitete mit seinem Team intensiv daran, hitzeresistenter zu werden. In Wimbledon, wo es zwei Wochen lang ungewöhnlich heiß war, zeigten sich die Früchte der langen Trainingseinheiten in Monaco.

Nach seinem Finalsieg wurde Sinner ungewöhnlich emotional. "Es ist kein Versagen, wenn du ein Grand-Slam-Turnier nicht gewinnst", betont der 24-Jährige. "Es wäre heute auch ein sehr, sehr guter Tag gewesen, wenn ich verloren hätte." Innerhalb von drei Jahren hat er alle Masters-1000-Turniere gewonnen. Etwas, das zuvor einzig Djokovic gelungen war. Der Serbe brauchte dafür aber zwölf Jahre. Auf Grand-Slam-Stufe zählt Sinner nun fünf Titel, zwei weniger als sein noch knapp zwei Jahre jüngerer Rivale Alcaraz, der Paris und Wimbledon verletzungsbedingt verpasste.

Rekorde kein Ziel per se

Adriano Panatta, vor Sinner der letzte italienische Grand-Slam-Champion (French Open 1976), traut seinem Landsmann alles zu, auch die 24 Major-Siege von Djokovic. Die Rekorde bedeuten Sinner nach eigener Aussage aber nichts. "Ich spiele nicht wegen der Rekorde Tennis", betont er immer wieder. "Ich spiele, um immer besser zu werden, um Spaß zu haben, um meine eigene Geschichte zu schreiben. Für die Fans, für mein Team und meine Familie."

In Wimbledon reihte er sich in eine illustre Reihe von Namen ein, die seit Zulassung der Profis vor knapp 60 Jahren zweimal hintereinander triumphierten. Vor ihm gelang dies nur Rod Laver, John Newcombe, Björn Borg, John McEnroe, Boris Becker, Pete Sampras, Roger Federer, Djokovic und Alcaraz. Es ist dieser innere Antrieb, den auch Trainer Darren Cahill herausstreicht. "Er hat ein einmaliges Talent, das ihm kein Coach beibringen kann. Eine innere Stärke, die ihn antreibt, aus jeder Situation etwas lernen zu wollen, egal, ob er gewinnt oder verliert."

Zverev fordert Sinner und Alcaraz

Sinner und Alcaraz haben zusammen zehn der letzten elf Grand-Slam-Turniere gewonnen. Unterbrochen hat ihren Lauf Zverev mit seinem Triumph bei den French Open. Der 29-Jährige möchte sich als Dritter im Bunde der Top-Stars etablieren und sieht sich auf gutem Weg dorthin. In Australien hat er Alcaraz voll gefordert, nun habe er gegen Sinner ein "fantastisches" Tennismatch und ein starkes Turnier gespielt.

Er ist auch ordentlich da.

"Ich glaube, ich habe diese Jungs unter Druck gesetzt. Ich habe sie dieses Jahr zwar nicht geschlagen, aber ich habe sie bis an ihre Grenzen gebracht", sagte Zverev. "Wenn ich also näher an sie herankomme, wenn ich mit ihnen um die großen Turniere konkurrieren und sie gewinnen kann, wäre das großartig", erklärte der neue Weltrangliste-Zweite. "Es gab immer so eine Art Diskussion darüber, wer der Dritte sein würde, die Suche nach dem Dritten. In den letzten paar Jahren war ich irgendwie immer der Dritte, aber ich war einfach weit weg von den beiden", sagte Zverev.

An der Church Road war das nicht der Fall. Der Tokio-Olympiasieger spielte eindrucksvoll aggressiv, wie es früher nicht seinem Naturell entsprochen hatte, und setzte Sinner unter Druck. Zverevs Wandel hin zu einem Spieler, der deutlich offensiver spielt und seine Vorhand stark verbessert hat, fruchtet. Hinzu kommt das Selbstverständnis, das er mit dem erlösenden ersten Grand-Slam-Titel bei den French Open gewonnen hat. "Er macht große Fortschritte. Sein Spiel wird immer besser", lobte Sinner. Der bekam das Lob zurück: "Er ist immer noch der beste Spieler der Welt", sagte Zverev über Sinner. (APA, 13.7.2026)

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