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„Sieht einfach besser aus“: Restaurant-Trend aus den USA verbreitet sich in Deutschland

Stand: 22.07.2026, 06:47 Uhr

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Gen Z teilt im Restaurant gerne kleine Gerichte und trinkt weniger Alkohol. Eine Expertin nennt die Beweggründe dafür.

Hamburg – Ein kleiner Teller gerösteter Blumenkohl, ein paar Stücke Rosmarin-Focaccia, ein Schälchen eingelegte Oliven – und das alles in die Mitte des Tisches. Viele junge Menschen begeistern sich für Restaurants, in denen es um das Teilen von kleinen Gerichten geht. „Gen Z geht anders Essen als andere Generationen und das hat verschiedene Gründe“, sagt Alexandra Sept der Frankfurter Rundschau von IPPEN.MEDIA. Die Soziologin und Expertin im Bereich Ernährung im Lebensverlauf nennt Social Media als einen zentralen Faktor: „Es sieht einfach besser aus, wenn mehr auf dem Tisch steht.“

Kellnerin im Restaurant

Das Zusammensein steht bei dem Restaurant-Trend im Vordergrund. © Pond5 Images/Imago

Die Generation Z drückt sich gern in sozialen Netzwerken aus und postet viel. Social Media habe deshalb auch einen großen Einfluss auf die Esskultur, erklärt Sept: „Viele junge Menschen informieren sich gezielt über TikTok oder Instagram, wenn es um Restaurantempfehlungen und Speisen geht.“ Entscheidend sei dabei, wie fotogen das Lokal und die Gerichte wirken. „Viele Gastronomen haben mittlerweile erkannt, welchen Wert Social Media hat“, so die Expertin. Allerdings hänge der Erfolg stark von der Art des Restaurants ab: „Ein bayerisches Wirtshaus auf dem Land hat vielleicht eine ganz andere Zielgruppe als ein Tapas-Lokal in der Münchner Innenstadt.“

Trend in Restaurants zu kleinen Gerichten hat verschiedene Gründe

In den USA ist der Trend zu kleinen Portionen bereits deutlich zu beobachten. Wenn junge Menschen gemeinsam essen gehen, teilen sie sich oft mehrere Vorspeisen – um verschiedene Gerichte probieren zu können, aber auch aus finanziellen Gründen. Laut einem Bericht der „National Restaurant Association“ wünschen sich 75 Prozent der Gäste lieber kleinere Gerichte für weniger Geld. Auch in deutschen Großstädten sind solche sogenannten „Small Plate Restaurants“ unter jungen Menschen beliebt.

„Kleinere Gerichte sind günstiger, und im Vergleich zu anderen Generationen gibt die Gen Z weniger Geld fürs Essen aus“, sagt Sept gegenüber BuzzFeed News Deutschland. Auch das Sozialisieren stehe im Fokus: „Gerade bei Vorspeisen. Diese sind nicht so teuer, man kann sich dabei unterhalten, ohne ein komplettes 3-Gänge-Menü zu bestellen.“ Die junge Generation achte zwar auf ihre Ausgaben, doch für „Erlebnisse“ wie ein besonderes Essen investiere sie Geld. „Essen in der Gemeinschaft hatte schon immer einen hohen Stellenwert“, erklärt die Expertin. Junge Menschen, die in eine andere Stadt ziehen, erleben durch das gemeinsame Essen gehen mit Freunden ein Gefühl von Gemeinschaft und Geselligkeit, das zuvor im familiären Kontext stattfand.

Die Generation Z snackt mehr – und trinkt weniger Alkohol

Junge Menschen trinken deutlich weniger Alkohol als die Generationen vor ihnen. „Sparsamkeit ist auf jeden Fall ein Faktor, denn die Lebenshaltungskosten und Preise für Essen und Trinken steigen“, sagt die Expertin. Die Generation Z sei zudem besonders gesundheitsbewusst – und zeige dies auch gern: „Der soziale Druck, sich nach außen hin gut zu präsentieren, spielt eine wesentliche Rolle.“

Ein weiteres Merkmal der Gen Z ist der Trend zu Snacks, die über den Tag verteilt gegessen werden. „Das liegt an flexiblen Tagesstrukturen, zum Beispiel Homeoffice oder remote work. Man sitzt nicht mehr von morgens bis abends im Büro, sondern kann Pausen selbst einteilen und unterwegs essen“, sagt Sept. Zudem nutze die Generation Ernährungs-Apps, um ihre Essgewohnheiten zu tracken, und mache Gebrauch von Bonusprogrammen bei Lieferdiensten: „Solche spielerischen Nutzererfahrungen sind sehr gefragt.“ (Quelle: eigene Recherche, National Restaurant Association)