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Rechtsstreit Apple vs. OpenAI: Missverständliche E-Mails und andere Probleme

Der Rechtsstreit zwischen Apple und OpenAI um angeblich beim iPhone-Hersteller entwendete Geschäftsgeheimnisse hat offenbar auch damit zu tun, dass eine Einigung vor Einschaltung der Gerichte aufgrund von Tippfehlern scheiterte. Das berichtet der US-Nachrichtensender NBC News. In seiner Klage behauptet Apple unter anderem, dass der Konzern von OpenAI keine Antwort auf anwaltliche Beschwerden erhalten habe. Doch offenbar hat einer von Apples externen Rechtsberatern dabei in E-Mails zwei Personen (sowie deren Adressen) verwechselt, sodass es OpenAI nicht möglich gewesen sein soll, adäquat zu reagieren.

Anwaltlicher Namensfehler

Die Schreiben aus anonymer – vermutlichen OpenAI-naher – Quelle liegen NBC News vor. Apples Anwalt hat darin offenbar die Namen „Chang“ und „Wang“ verwechselt, was man bei OpenAI dann nicht zuordnen konnte. Der korrekte Name der Person ist Chang Liu, ein ehemaliger Ingenieur bei Apple, der auch nach Abgang und Anheuern bei OpenAI weiter Kontakte zu mindestens einer Mitarbeiterin des iPhone-Konzerns gehalten haben soll.

Liu teilte dieser Person, die mittlerweile selbst bei OpenAI arbeitet, mit, Apple habe eine Lücke in einem Fileserver gelassen – über diesen sollen laut Apple dann Daten abgeflossen sein. „LOL, ich habe herausgefunden, dass ich auf [den Netzwerkspeicher] zugreifen kann, das ist so lustig“, schrieb Liu demnach. Präsentationen, Hardware-Designs, Testprozeduren und Herstellungsdetails seien daraufhin heruntergeladen worden, wie Apples Sicherheitsabteilung herausgefunden haben will. Liu wurde, ebenso wie OpenAI-Hardware-Chef Tan Tang (ebenfalls Ex-Apple) und OpenAI selbst, von Apple persönlich verklagt.

OpenAI will Hardware herausbringen

Laut NBC News sollen OpenAI und Apple zunächst über die Vorwürfe kommuniziert haben. Doch nach den Namensfehlern wurde die Verbindung (offenbar durch OpenAI) gekappt. Apple hat sich laut Bericht bereits im Februar bei OpenAI gemeldet. Nach dem Ende der Kommunikation kam es dann zur Einreichung der Klage. Ob Apples Fehler nun Auswirkungen darauf haben werden, ist unklar. Der Konzern möchte nicht nur Schadenersatz von der KI-Firma, sondern auch erreichen, dass OpenAI seine Geschäftsgeheimnisse nicht für eigene Produkte verwenden kann.

Über 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter – vom höheren Management bis hin zu diversen Hard- und Software-Experten – wurden von OpenAI angelockt, standardmäßig mit lukrativen Gehältern und Aktienoptionen. Laut Apples Klage versuchten OpenAI-Mitarbeiter bereits in Bewerbungsgesprächen, Informationen der Apple-Mitarbeiter zu erhalten. Angeblich wurde gar vorgeschlagen, Prototypen und Bauteile mitzubringen.

Der Rechtsstreit könnte sich Beobachtern zufolge über mehrere Jahre ziehen. OpenAI plant, seine ersten Hardware-Produkte, darunter einen smarten Lautsprecher und später wohl auch ein eigenes Handy, in diesem oder kommenden Jahr vorzustellen. Apples Klage könnte das Projekt nun ausbremsen – auch weil Mitarbeiter fürchten, in den Rechtsstreit verwickelt zu werden. Zudem dürfte es OpenAI schwerer fallen, weitere Apple-Mitarbeiter anzuwerben und Partner in der Lieferkette zu finden. Auch die bislang recht sorglose Managementkultur könnte sich ändern, schreibt Bloomberg. Bei OpenAI ist auch Apples Ex-Designchef Jony Ive tätig, der viele Mitarbeiter von Apple anlocken konnte.

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(bsc)